Pulverfass Wald

„In der Heide ist Waldumbau dringend geboten – auch als Beitrag zum Brandschutz.“

Im Zweifelsfall reicht eine brennende Kippe oder ein glühend heißer Autokatalysator, um eine Katastrophe zu verursachen. Aber diese Auslöser sind nur die Funken, die ins Pulverfass fliegen. Und die Pulverfässer, das sind unsere unter Hitze und Trockenheit ächzenden Wälder, die den Flammen praktisch nichts entgegenzusetzen haben. Stehen sie – wie in der Heide – auf Sandböden, dann trocknen sie umso schneller aus. Handelt es sich zudem um Nadelholz-Monokulturen, entwickeln sich Brände besonders leicht zum Inferno. Auch wenn die Ursachenforschung beim jüngsten Waldbrand an der A7 noch läuft, darf man wohl annehmen, dass es kein Zufall ist, dass ausgerechnet im Heidekreis ein Kiefernwald brannte. Auch in der Heide ist Waldumbau daher dringend geboten, nicht nur aus forstwirtschaftlichen Gründen – um in Zeiten des Klimawandels noch Holz ernten zu können –, sondern auch als Beitrag zum Brandschutz. Misch- und Laubwälder sind weitaus besser darin, Feuchtigkeit zu speichern und für Kühlung zu sorgen, kurz: resilienter. Da es auf den kargen Heideböden kaum möglich sein wird, schnell saftige Laubwälder aus dem Ärmel zu schütteln, sollten Waldbesitzer hier auch auf Naturverjüngung setzen – kurz: einfach mal wachsen lassen. Das wird die Heidegegend verändern – weg von den gewohnten Kiefernwäldern, aber hin zum Besseren.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder