Die PTB berechnet den Ertrag riesiger Windräder

Braunschweig  In der Physikalisch-Technischen  Bundesanstalt  hat das Kompetenzzentrum für Windenergie am Dienstag seinen Betrieb aufgenommen.

Von der Decke der Halle hängt ein überdimensionaler orangefarbener Haken. Links davon steht eine Maschine mit einer riesigen Nadel (nebenstehendes Bild). Sie setzt sich langsam in Bewegung, kreist um den vier Meter breiten Lagerring einer Windkraftanlage und erfasst seine Ausmaße.

Das alles passiert auf dem Gelände der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig, wo das Kompetenzzentrum für Windenergie am Dienstag seinen Betrieb aufgenommen hat. Das Gebäude mit dem Namen „Euler Bau I“ beheimatet das erste Metrologie-Institut der Welt, das die immer größer werdenden Bauteile von Windanlagen genau vermessen und kalibrieren kann – sogar bis zu vier Meter große Zahnräder. Mit der neuen Messtechnik für Windgeschwindigkeit sollen die Erträge hoher Windräder besser vorhersagbar werden, erklärt Frank Härtig, Abteilungsleiter Mechanik und Akustik an der PTB.

Zahnräder, Lagerringe, Bremsscheiben und andere Riesenbauteile der Windräder werden künftig durch ein Tor per LKW direkt ins Gebäude gefahren. „Sie können dann per Kran und den orangefarbenen Haken heruntergehoben werden“, sagt Karin Kniel Leiterin des Fachbereiches Koordinatenmesstechnik der PTB.

Beeindruckend ist vor allem die riesige Nadel des Koordinaten-Messgeräts – befestigt an einem, von der Decke herunterhängenden Arm. „Mit diesem Groß-Koordinatenmessgerät können sehr große Bauteile von Windanlagen dreidimensional erfasst werden“, beschreibt es Härtig. So entstehe eine Art Punktewolke mit Koordinaten, die zeigt, wo sich Abweichungen wie Dellen vom Muster befinden. Als Dienstleister für die Windkraftindustrie will die Bundesanstalt in Braunschweig so eine zuverlässige Qualitätssicherung anbieten.

Künftig wollen die Wissenschaftler hier weitere Mess- und Kalibriereinrichtungen in Betrieb nehmen, die besonders große Drehwirkungen einer Kraft auf einen Körper berechnen.

Vor knapp zwei Jahren wurde der erste Spatenstich für das Kompetenzzentrum gesetzt. Seitdem flossen gut zwei Millionen Euro in den ersten Bauabschnitt. Die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt haben bereits begonnen. In zwei Jahren soll die gesamte Fläche von 560 Quadratmeter komplett in Betrieb genommen werden.

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