A2 am gefährlichsten: Mehr Autobahn-Tote in Niedersachsen

Hannover.  Die Statistik 2018 mit insgesamt 59 Unfalltoten auf Autobahnen zeigt: Die Behörden finden kein Mittel gegen Rasen und Auffahren.

Ein Sattelzug auf der Autobahn 2 zwischen Magdeburg und Braunschweig. 2018 war die A2 laut Innenministerium gefährlichste Autobahn in Niedersachsen. 

Ein Sattelzug auf der Autobahn 2 zwischen Magdeburg und Braunschweig. 2018 war die A2 laut Innenministerium gefährlichste Autobahn in Niedersachsen. 

Foto: Matthias Strauß

Die Behörden finden offenbar kein Mittel gegen die Todesautobahn A2. Laut Unfallstatistik 2018 stieg die Zahl der Verkehrstoten auf dem niedersächsischen Abschnitt der Ost-West-Achse auf 24. 2017 waren es laut Innenministerium 11 Tote gewesen.

Innenminister Boris Pistorius (SPD) machte insbesondere dichtes Auffahren, zu hohes Tempo und Unaufmerksamkeit für die Unfälle verantwortlich. Zum Vergleich: Auf der A7 gab es im Jahr 2018 7 Unfalltote, auf der A1 insgesamt 9. Insgesamt stieg die Zahl der nach Autobahn-Unfällen getöteten auf 59 - das sind 21 mehr als 2017. Auch die Zahl der Schwerverletzten nahm zu. Eine Vertreterin der Polizei nannte den Anstieg der Autobahn-Toten erschreckend. Auf der A2 spielen nach wie vor Lastwagen eine zentrale Rolle. „Baustellen sind immer ein erhöhtes Risiko“, hieß es weiter. Die Unfälle auf der A2 passieren laut Polizei meist zwischen 6 und 12 Uhr.

„Man braucht offenbar einen langen Atem“, sagte Pistorius zur Lage auf der A2. Er verwies auf umfangreiche Kontrollen insbesondere an Baustellen. Auch das Verkehrsministerium in Hannover hatte das Unfallgeschehen auf der A2 und insbesondere die Baustellenführung verstärkt in den Blick genommen. „Ein bisschen mehr Wirkung hätte ich mir schon erhofft“, sagte dazu Pistorius auf Nachfrage. Zwei Drittel der tödlichen Verkehrsunfälle fanden auf Landstraßen statt. Sie gelten daher weiter als die gefährlichsten Straßen.

Unklar blieb, warum die Behörden nicht an den besonders gefährlichen Autobahn-Baustellen lückenlos Radarkontrollen einrichten. Die Zahl der Fahrzeuge in den Polizeidirektionen, bei denen mit Videoüberwachung Verkehrssünder gestellt werden sollen, geht laut Ministerium sogar zurück. Pistorius schloss aber nicht aus, dass auch die umstrittene „Section control“ auf Autobahnen eingesetzt wird. Ihr Probebetrieb auf der B6 ist nach zwei Gerichtsentscheidungen derzeit ausgesetzt. Das Land will sie aber im neuen Polizeigesetz absichern. Bei der Abschnittskontrolle werden zunächst alle Autokennzeichen verpixelt erfasst, berechnet wird die Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem Abschnitt. Bei Verstößen erfolgt ein Foto des Fahrers. Ansonsten werden die Daten sofort gelöscht.

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