Verbände fordern Naturschutzgebiet für die Asse

Wolfenbüttel.   In der Asse leben seltene Pflanzen und Tiere. Forderung: Der Höhenzug soll nicht nur Landschaftzschutz-, sondern Naturschutzgebiet werden.

Ein Eisvogel fliegt am Naturschutzgebiet "Alte Leine" in der Leinemasch im Süden der Region Hannover. Die Zahl der Naturschutzgebiete in Niedersachsen steigt. verbände fordern, dass auch die Asse eines wird.

Ein Eisvogel fliegt am Naturschutzgebiet "Alte Leine" in der Leinemasch im Süden der Region Hannover. Die Zahl der Naturschutzgebiete in Niedersachsen steigt. verbände fordern, dass auch die Asse eines wird.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Umweltschützer wollen erreichen, dass der Höhenzug Asse bei Wolfenbüttel unter Naturschutz gestellt wird. Die Asse habe als Lebensraum eine überregionale Bedeutung, erklärten die Verbände BUND und NABU am Dienstag. Hier kämen zum Teil sehr seltene Pflanzenarten vor, die anderswo in Niedersachsen nicht lebten. Bislang ist im Bereich Asse ein knapp 1.300 Hektar großes Gebiet als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen - die Vorgaben sind dabei weniger streng als bei Naturschutzgebieten.

Seltene Pflanzen und Tiere in der Asse

Zu den bedrohten Arten, die in der Asse heimisch sind, zählen nach Angaben der beiden Umweltverbände unter anderem die Tierarten Mopsfledermaus, Kammmolch, Springfrosch, Mittelspecht und Grauspecht. Seltenen Pflanzen seien etwa Immenblatt, Ästige Graslilie und Weißes Fingerkraut. Die Asse vor allem durch das unterirdische Atommülllager bekannt, in das zwischen 1967 und 1978 rund 126.000 Fässer mit radioaktiven Abfällen eingelagert wurden. Weil der Schacht Asse II voll Wasser zu laufen und einzustürzen droht, sollen die Behälter nach Möglichkeit geborgen werden.

Immer mehr Naturschutzgebiete in Niedersachsen

Die Zahl der Naturschutzgebiete in Niedersachsen hat sich binnen eines Jahres von 799 auf 815 erhöht. Die Fläche wuchs um rund zehn Prozent von 219 000 auf 242 000 Hektar an, wie der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Norden mitteilte. Der Flächenzuwachs ergibt sich auch daraus, dass die Flussmündungen von Naturschutzgebieten etwa an Ems oder Elbe nun miteinbezogen wurden.

Der Anteil der Naturschutzgebiete an der Landesfläche beträgt inzwischen mehr als vier Prozent. Vor zehn Jahren betrug die Zahl der Naturschutzgebiete noch 774 und 1981 waren es 285 Gebiete.

Neue Naturschutzgebiete in Braunschweig und im Harz

Zu den 2018 neu ausgewiesenen Schutzgebieten gehören die Gellener Torfmöörte im Kreis Amerland, das Mascheroder- und Rautheimer Holz in Braunschweig, das Henneckenmoor bei Celle-Scheuen, die Sandgrube Pirgo im Kreis Cloppenburg, das Diepholzer und Neustädter Moor, die Bergwiesen bei St. Andreasberg, das Gildehauser Venn, die Bachtäler im Kaufunger Wald (Kreis Göttingen) oder auch die Meerbruchswiesen in der Region Hannover.

Außerdem hat Niedersachsen 71 EU-Vogelschutzgebiete ausgewiesen, die eine Fläche von rund 340 000 Hektar haben. Geschützt werden dadurch gerade auch Vögel, die auf große ökologisch zusammenhängende Landschaften angewiesen sind wie etwa der Rotmilan, Kiebitze oder Heidellerchen. epd/dpa

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