Kritik an Millionen-Beraterverträgen der Landesregierung

Hannover.  Die Landesregierung hat in den vergangenen zwei Jahren mehr als 26 Millionen Euro für externe Berater veranschlagt.

Grüne und FDP im Niedersächsischen Landtag halten die Steigerung der Beraterhonorare in der rot-schwarzen Koalition um rund ein Fünftel für deutlich zu hoch (Symbolbild).

Grüne und FDP im Niedersächsischen Landtag halten die Steigerung der Beraterhonorare in der rot-schwarzen Koalition um rund ein Fünftel für deutlich zu hoch (Symbolbild).

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Die Landesregierung in Niedersachsen hat in den vergangenen beiden Jahren mehr als 26 Millionen Euro für externe Berater veranschlagt – die Opposition sieht das kritisch. 2018 betrug das Auftragsvolumen für Gutachten und weitere Beraterleistungen 12,2 Millionen und 2019 dann 14,6 Millionen Euro, nicht alles davon ist aber bereits abgerufen.

Dies berichtete Radio ffn am Donnerstag unter Berufung auf Angaben des Finanzministeriums, die dem Sender vorlagen. Grüne und FDP halten die Steigerung der Beraterhonorare in der rot-schwarzen Koalition um rund ein Fünftel für deutlich zu hoch.

Steigende Kosten für gutachterliche Leistungen

„Dort, wo über zweihundert, zweihundertfünfzigtausend im Jahr ausgegeben werden, sollte man noch mal genau nachfragen“, sagte der Grünen-Finanzexperte Stefan Wenzel. Für die FDP-Fraktion erklärte Christian Grascha bei ffn: „Wir haben stetig steigende Kosten für gutachterliche Leistungen, gleichzeitig sinkt der Personalaufwand in der Landesverwaltung aber nicht, er steigt im Gegenteil ebenfalls permanent an.“

Die Entwicklung komme einer „Steuergeldverschwendung“ gleich. Bernhard Zentgraf vom Bund der Steuerzahler sprach sich für eine Abwägung und Prüfung von Einzelfällen aus: „Ich halte externe Experten weder für Teufelszeug, noch ist es ein Allheilmittel.“

Hohe Beraterkosten auch Reizthema in Bundesregierung

Auch die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtete über die Beraterausgaben. So seien bisher rund 20 Millionen Euro seit dem Antritt der SPD/CDU-Koalition im Herbst 2017 dafür geflossen. In der Bundesregierung waren hohe Beraterkosten zuletzt ebenfalls ein Reizthema.

Vor allem an Ausgaben des Bundesverteidigungsministeriums unter der früheren Ministerin und heutigen EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (CDU) hatte es massive Kritik gegeben. dpa

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