Corona in Niedersachsen

265.391 Corona-Infektionen in Niedersachsen – 5817 Tote

Lesedauer: 20 Minuten
Trotz Demo-Verbots protestieren in Berlin Tausende gegen Corona-Maßnahmen

Trotz Demo-Verbots protestieren in Berlin Tausende gegen Corona-Maßnahmen

In Berlin haben am Sonntag mehrere tausend Menschen trotz Verbots gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Dabei kam es auch zu Angriffen gegen Einsatzkräfte.

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Hannover.  5817 Menschen aus Niedersachsen sind mit Corona-Infektion verstorben, es gibt 265.391 bestätigte Fälle. Die 7-Tages-Inzidenz bleibt bei 17,2.

  • Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Niedersachsen ist laut den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstag, 3. August, auf 265.391 gestiegen. Das sind 121 mehr als am Tag zuvor.
  • 5817 mit Sars-Cov-2 infizierte Patientinnen und Patienten aus Niedersachsen sind in Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Das ist kein Todesfall mehr als am Tag zuvor.
  • Auf Kreis- und Stadtebene liegen in Niedersachsen laut RKI derzeit 15 Kommunen unter dem 10er-Inzidenzwert: Die Kreise Goslar, Helmstedt, Northeim, Hildesheim, Holzminden, Rotenburg (Wümme), Heidekreis, Stade, Ammerland, Aurich, Friesland, Leer, Oldenburg, Wittmund und die Stadt Emden.
  • Salzgitter und Wolfsburg gehören bundesweit zu den Städten mit den höchsten Inzidenzen - Salzgitter steht sogar an erster Stelle.
  • Die gute Nachricht: Das Gesundheitsministerium schätzt, dass in Niedersachsen 257.400 der bislang gemeldeten und laborbestätigten Fälle wieder genesen sind.
  • In unserer Region sind bislang 843 Menschen am beziehungsweise mit dem Coronavirus gestorben.

Die Corona-Zahlen in unserer Region:

Kommune 7-Tage-Inzidenz (Vortagswert) Todesfälle
Braunschweig 18,0 (17,6) 188
Gifhorn 16,4 (18,7) 191
Helmstedt 7,7 (9,9) 95
Peine 13,4 (13,4) 103
Salzgitter 60,4 (68,1) 79
Wolfenbüttel 12,5 (11,7) 100
Wolfsburg 42,5 (46,6) 87

(Stand Montag, 3. August, Dashboard des Robert Koch-Instituts).

Niedersachsen ist seit dem vergangenen Jahr fest im Griff der Corona-Pandemie. Wir haben hier für Sie einmal zusammengefasst, welche Regeln aktuell gelten, wo es eine Maskenpflicht gibt und wie die Teststrategie aussieht.

Diese Regeln gelten aktuell

Niedersachsen setzt den von Bund und Ländern vereinbarten Corona-Kurs um.

Die niedersächsische Landesregierung verlängert am 16. Juli die geltende Corona-Verordnung bis Anfang September und kommt damit nach eigenen Angaben dem Wunsch kommunaler Spitzenverbände nach mehr Planungssicherheit im Sommer nach.

Hier lesen Sie die aktuellsten Coronaregel-Veränderungen für Niedersachsen.

Alle Informationen, was genau in Niedersachsen gilt, finden Sie hier: Weitere Corona-Lockerungen in Niedersachsen ab Montag

Ein Essay zur Notbremse und dem kommunalen Inzidenz-Limbo finden Sie hier: Merkels Notbremse und der kommunale Inzidenz-Limbo

Welche Lockerungen sind für das Land Niedersachsen geplant?

Die niedersächsische Corona-Verordnung wird ab dem 16. Juli bis Anfang September verlängert.

Weil schwere Krankheitsverläufe wegen vieler älterer Geimpfter aber seltener werden, könnten demnächst Lockerungen im niedersächsischen Stufensystem erfolgen. „Im August kann sich durchaus etwas ändern“, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Dienstag, 20. Juli. Mehr dazu hier: Niedersachsens Corona-Regeln könnten im August geändert werden

So lauten die Kontaktregeln

Von Samstag (19. Juni) an sind in Kreisen und kreisfreien Städten, in denen die Inzidenz fünf Werktage lang unter 35 lag, wieder Treffen von bis zu zehn Personen „aus beliebig vielen Haushalten erlaubt“, wie die Staatskanzlei in Hannover mitteilte. Dazu kommen können noch vollständig Geimpfte und Genesene sowie Kinder unter 14 Jahren. Zuletzt hatte eine Begrenzung auf maximal drei Haushalte gegolten.

In Wolfsburg gilt ab Sonntag, 1. August, eine neue Allgemeinverfügung. Grund hierfür ist die hohe Inzidenz. Was jetzt gilt, lesen Sie hier: Diese Corona-Regel gelten ab 1. August in Wolfsburg

Da in Braunschweig die Inzidenz mehrere Tage hintereinander über 10 lag, treten Verschärfungen der Regeln ab Dienstag, 20. Juli, in Kraft. Hier dürfen sich maximal 10 Personen treffen. Auf Wochenmärkten gilt wieder die Maskenpflicht. Ebenso in Diskotheken. Diese dürfen nur zu 50 Prozent ausgelastet sein. Veranstaltungen ohne Sondergenehmigung in geschlossenen Räumen dürfen nur von bis zu 500 Personen besucht werden - mit Hygienekonzept. Lockerungen sind wieder möglich, wenn die Inzidenz mindestens fünf Tage lang unter 10 liegt. Gleiches gilt auch für den Kreis Gifhorn.

Salzgitter liegt mit einer Inzidenz von über 68 bundesweit auf Platz 1. Hier ist mit neuen Regeln zu rechnen.

Auch der Landkreis Wolfenbüttel lag über der kritischen Inzidenz von 10. Da dieser Wert aber nun fünf Werktage hintereinander wieder unterschritten wurde (Stand 30. Juli), werden die Corona-Regeln am Sonntag (1. August) wieder gelockert. Was dann in Wolfenbüttel gilt, lesen Sie hier.

Wo die Sieben-Tage-Inzidenz fünf Werktage hintereinander nicht über 10 lag, dürfen sogar bis zu 25 Menschen in Innenräumen und bis zu 50 draußen zusammenkommen. Hinzukommen dürfen noch vollständig Geimpfte und Genesene sowie Kinder unter 14 Jahren. Haben alle Erwachsenen, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind, einen negativen Test, können sich noch mehr Menschen treffen.

Eine Änderung der neuen Coronaverordnung vom 16. Juli betrifft die Menschen in Heimen und ihre Angehörigen: In Tagespflegeeinrichtungen sollen künftig Abstandsregeln und Maskenpflicht entfallen, soweit alle Anwesenden vollständig geimpft oder genesen sind. „Umarmungen werden wieder möglich sein“, sagte Staatskanzleichef Mielke. Aufgrund der Ausbreitung der Delta-Variante sei weiterhin aber erhöhte Vorsicht geboten, sagte Mielke.

Mehr dazu hier:

Corona-Lockerungen in Niedersachsen gelten ab Montag

Das gilt für Schulen

Unter einer Inzidenz von 50 kehren alle Schulen und Kitas in den Regelbetrieb zurück. Auch in den Schulen gibt es Lockerungen, wie Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) erklärt hatte. Schülerinnen und Schüler müssen in Außenbereichen wie dem Pausenhof keine Masken mehr tragen - anders als auf Fluren, in Treppenhäusern oder auf Toiletten.

Mehr dazu Lesen Sie hier:

"Ein Szenarienwechsel erfolgt durch Allgemeinverfügung des Landkreises beziehungsweise der kreisfreien Stadt, wenn der Grenzwert an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten beziehungsweise an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten wird. Es bleibt dabei, dass die zuständigen Behörden vor Ort strengere Maßnahmen erlassen können, wenn es aus ihrer Sicht notwendig erscheint", heißt es dazu vom Land Niedersachsen.

Maskenpflicht im Handel bleibt

Den negativen Corona-Testnachweis im Einzelhandel hat die Landesregierung bereits gestrichen, allerdings nur in Kommunen unterhalb einer Inzidenz von 50. Liegt die Inzidenz darüber, können kleine Läden mit nicht mehr als 200 Quadratmetern Verkaufsfläche Termine mit Kunden vereinbaren. Dann ist kein Test nötig. Größere Läden sollen dagegen offenbar ab 50 weiterhin der Testpflicht unterliegen. Unter einer Inzidenz von 35 fallen Obergrenzen für die zulässige Kundenzahl weg, bei der Maskenpflicht soll es jedoch bleiben. Eine Kontaktnachverfolgung gibt es nicht. Wie bisher ist die Grundversorgung etwa im Supermarkt nicht an Tests gebunden.

Tourismus mit Testauflagen wieder möglich

Die sogenannte „Landeskinderregelung“ für Übernachtungen hatte das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg bereits gekippt. Bei einer Inzidenz von unter 100 durften bereits auch Gäste, die nicht aus Niedersachsen sind, wieder im Land übernachten. Hotels und andere Quartiere können bei einer Inzidenz unter 50 bis zu 80 Prozent belegt werden, diese Begrenzung entfällt bei einer Inzidenz unter 35. In allen Fällen bleibt es bei Testpflichten für die Gäste.

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Hoffen auf „normalen“ Sommer - Wie läuft der Tourismus-Neustart?

Viele Urlauber in Niedersachsens Touristenorten

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In Hotels oder Pensionen reicht es für die Gäste künftig aus, einen Negativtest nur noch ein Mal bei der Anreise vorzuzeigen. Und das „Übernachten zu touristischen Zwecken“ in Wohnmobilen oder Autos ist ab der neuen Woche auch wieder auf öffentlichen Flächen erlaubt - hier soll die konkrete örtliche Inzidenz keine Rolle mehr spielen. Führungen durch Städte oder die Natur sind möglich, für Bus- oder Schiffsfahrten wurden weitere Regeln angepasst.

Wieder Maske in Clubs und Diskos

Diskotheken, Clubs und Shisha-Bars müssen ab einer Sieben-Tages-Inzidenz von über 10 wieder schließen. Auch unter einer Sieben-Tages-Inzidenz von 10 müssen auf den Tanzfächen Masken getragen werden.

Lesen sie mehr dazu: Niedersachsen schließt Diskotheken und Clubs ab Inzidenz über 10

Kinovorstellung und Großveranstaltungen wieder möglich

Eine Änderung der aktualisierten Coronaverordnung betrifft etwa die Personenbegrenzung bei Großveranstaltungen: Bei einer örtlichen Inzidenz unter 35 sollen künftig unter bestimmten Auflagen wieder Großveranstaltungen mit mehr als 5000 Menschen erlaubt sein. Voraussetzung ist dann, dass bei den Veranstaltungen drinnen wie draußen das Abstandsgebot eingehalten wird – etwa durch die Zuweisung fester Sitzplätze und die Lenkung von Besucherströmen zum Eingang durch den Veranstalter. Zudem muss sichergestellt werden, dass der Konsum von Alkohol eingeschränkt wird und Kontaktdaten erhoben werden. Die Zuschauerzahl ist auf maximal 25.000 oder 50 Prozent der Zuschauerkapazität der Veranstaltungslokalität begrenzt.

Museen, Galerien, Ausstellungen und Gedenkstätten sind geöffnet. Die Testpflicht entfällt. Bei einer Inzidenz über 35 liegt die Kapazitätsbegrenzung bei 75 Prozent. Unterhalb einer Inzidenz von 35 sind mit Genehmigung auch Großveranstaltungen wie Konzerte oder Zuschauer bei großen Sportveranstaltungen wieder möglich, ab einer Kapazität von 1700 Plätzen mit 30-prozentiger Auslastung.

Lockerungen auch im Sport

Im Amateursport dürfen bei einer Inzidenz bis 50 Kinder und Jugendliche auch in Gruppen bis zu 30 Sport treiben - dies gilt auch für geschlossene Räume. Kontaktfreier Sport ist draußen auch darüber hinaus möglich, so auch Mannschaftssport draußen für Erwachsene. Bei einer Inzidenz unter 50 sind maximal 250 Personen mit Testpflicht und Sitzplatz zugelassen. Liegt die Inzidenz unter 35, sind bis zu 500 Zuschauer erlaubt, mit einer Genehmigung auch mehr.

Lesen Sie dazu: Dank sinkender Inzidenz: Mehr Möglichkeiten für Sportler

So sind die Regeln für Fitnessstudios

Ab einer Inzidenz unter 50 dürfen Fitnessstudios wieder öffnen. Die Vorlage eines negativen Tests ist verpflichtend. Bei Kontaktsport liegt die Begrenzung bei 30 Teilnehmern. Bei einer Inzidenz unter 35 reicht ein Hygienekonzept.

Mehr dazu hier: „Die Fitness-Branche wird sich schnell erholen“

Neue Auflagen für Freibäder und Hallenbäder

Unter einer Inzidenz von 50 gibt es in Freibädern keine Testpflicht mehr. In Hallenbädern bleibt sie bei einer Inzidenz zwischen 35 und 50 für dort trainierende Kleingruppen bestehen. Freibäder öffnen bereits bei einer Inzidenz unter 100, Hallenbäder für das allgemeine Publikum erst unterhalb einer Inzidenz von 35.

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Änderungen auf Wochenmärkten

Zudem sind kleinere Anpassungen vorgesehen: So sollen zum Beispiel auf Niedersachsens Wochenmärkten bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 10 nicht nur die Kunden, sondern auch die Marktleute ihre Mund-Nasen-Bedeckung abnehmen dürfen. In Arbeits- und Betriebsstätten kann auf eine Mund-Nasen-Bedeckung verzichtet werden – das Land setzt hierbei die Veränderungen der Arbeitsschutz-Verordnung des Bundes um.

Wann gilt die einheitliche Bundes-Notbremse?

Die sogenannte Bundes-Notbremse, die unter anderem eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 Uhr abends und 5 Uhr morgens beinhaltet, gilt nur dann, wenn die Sieben-Tages-Inzidenz über 100 liegt. Liegt die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen unter 100, gilt weiterhin die Landes-Corona-Verordnung. Aufgepasst aber: Maßgeblich sind neuerdings die Inzidenz-Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI), die von den bisher verwendeten Zahlen des Landesgesundheitsamtes abweichen.

Die Bundesregelung greift, wenn die Sieben-Tages-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen den Grenzwert von 100 überschreitet vom übernächsten Tag an. Beispiel: Für einen Start ab Samstag maßgeblich sind also die Werte vom Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. Die betroffenen Landkreise erlassen dann am Freitag Allgemeinverfügungen mit den für ihr Territorium geltenden Regeln.

Dieser Mechanismus bezieht sich auch auf die Öffnung von Geschäften und anderen Einrichtungen. Lockerungen sollen zudem stets mit benachbarten Gebieten mit höherer Inzidenz abgesprochen werden, damit es keinen Öffnungstourismus gibt.

Mehr dazu hier: Bundes-Notbremse verschärft Corona-Regeln in Niedersachsen

Corona-Maßnahmen: Welche Masken sind in Niedersachsen erlaubt?

In Niedersachsen gilt eine landesweite Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus seit dem 27. April vergangenen Jahres. Seit dem 25. Januar 2020 gelten die von Bund und Ländern vereinbarten neuen Corona-Regeln. Dazu gehört eine verschärfte Maskenpflicht. In geschlossenen Räumen von Betrieben und Geschäften sowie im Nahverkehr sind statt Alltagsmasken nur noch medizinische Masken zulässig. Die Vorgabe gilt ausdrücklich auch für dazugehörige Parkplätze. Kinder bis einschließlich 14 Jahren dürfen allerdings weiterhin Alltagsmasken tragen. Kinder bis einschließlich fünf Jahren sind weiterhin gänzlich von der Maskenpflicht ausgenommen.

Wer in Niedersachsen gegen die Pflicht zum Tragen einer Maske etwa beim Einkaufen oder in Bus und Bahn verstößt, dem droht ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro.

Die Maskenpflicht soll laut eines Entwurfs für kurzfristige Lockerungen der Corona-Regeln nach Pfingsten gelockert werden. Das bedeutet, dass die Maskenpflicht für den Einzelhandel in Regionen mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 aufgehoben werden soll. Das Land will diese Lockerung nach Kritik überdenken.

Mehr dazu:

Habe ich in Niedersachsen ein Recht auf Homeoffice?

Eine Bundesverordnung soll dazu führen, dass mehr Menschen als bislang ihre Arbeit vom Büro ins Homeoffice verlagern. Sie sieht vor, dass Arbeitgeber ihren Mitarbeitern das Homeoffice ermöglichen müssen, „wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen“.

Mehr dazu hier:

Wer darf sich in Niedersachsen wann gegen Corona impfen lassen?

Frauen und Männer, die 80 Jahre und älter sind, können seit dem 28. Januar unter der Telefonnummer 0800 99 88 665 oder online auf www.impfportal-niedersachsen.de einen Impftermin reservieren. Sie erhalten direkt zwei Termine, da für einen umfassenden Schutz zwei Spritzen nötig sind. Die Nummer ist von montags bis samstags in der Zeit von 8 bis 20 Uhr erreichbar. An Feiertagen ist die Hotline geschlossen. Gesundheitsministerin Reimann wirbt aber um Geduld bei der Vergabe der Impftermine.

Die zweite Phase der Impfkampagne ist seit Mitte März im Gange: Seit dem 15. März können sich Frauen und Männer, die 70 Jahre und älter sind, impfen lassen. Auch Menschen mit besonderen Erkrankungen oder in besonderen Lebenslagen sowie Personal in bestimmten Einrichtungen sind für die zweite Phase der Impfkampagne qualifiziert, wie Behrens informiert.

Auch die Prioritätsgruppe drei ist bei den Impfungen mittlerweile an der Reihe. Das heißt, Menschen, die 60 Jahre oder älter sind, können bereits einen Impftermin vereinbaren. Vom 1. Mai an ist die Anmeldung auch für die Beschäftigten aller Schulformen sowie für Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und den Einsatzdienst der Feuerwehr geöffnet. Darüber hinaus gehören zu der Impfgruppe unter anderem Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen sowie Beschäftigte der Kritischen Infrastruktur, wie Apotheker und Bestatter. Auch Mitarbeiter des Lebensmittelhandels sind in der Gruppe.

Seit dem 17. Mai können sich Beschäftigte in exponierten Berufen, beispielsweise dem Lebensmittelhandel, sowie Beschäftigte in relevanten Positionen bei Regierungen, Verwaltungen, Polizei, Zoll, Justiz, Hilfsorganisationen und Medien für Impfungen vormerken lassen.

Die Impfpriorisierung wurde am 7. Juni aufgehoben. Die Vorranglisten nach Alter, Erkrankungen und Beruf fallen sowohl in Praxen als auch in den regionalen Impfzentren weg. Dann sollen auch Betriebs- und Privatärzte regulär mitimpfen können. Alle Menschen ab 12 Jahren können sich in Niedersachsen schließlich für eine Corona-Impfung anmelden.

Kinder und Jugendliche sollen nach dem Ende der bundesweiten Priorisierung ab dem 7. Juni die Möglichkeit haben, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen - insbesondere bei den niedergelassenen Ärzten, hieß es beim Corona-Impfgipfel zwischen Bund und Ländern am 27. Mai. Am 28. Mai hat die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) den Impfstoff von Biontech/Pfizer für Jüngere zugelassen.

Mehr zum Thema Corona-Impfung:

Patchwork-Familien oder getrennte Eltern: Wie verhalten sich da die Kontaktbeschränkungen?

Die Kinder gehören zu den Haushalten beider Eltern, entsprechend müssen sie beim Besuch des jeweils anderen Elternhaushalts nicht als zusätzliche, externe Person berücksichtigt werden.

Zentrale Hotline für alle Fragen

Für alle Bürgerfragen zur Corona-Pandemie hat die Landesregierung eine zentrale Hotline geschaltet. Unter (0511) 120 6000 gibt es allgemeine Informationen zum Coronavirus und seinen Folgen, teilte das Innenministerium in Hannover mit. Bei Detailfragen werde der Kontakt zu entsprechenden Ansprechpartnern vermittelt.

Bereits seit Februar gibt es Telefonauskünfte des Landes zu Gesundheit unter (0511) 4505 555, Land- und Ernährungswirtschaft unter (0511) 120 2000 sowie Wirtschaft und Arbeit unter (0511) 120 5757.

Das Coronavirus in der Region um Braunschweig und Wolfsburg

Hier erfahren Sie detailliert, wie sich die Coronavirus-Infektionen in der Region entwickeln – und was es zu beachten gilt:

Wer wird auf das Coronavirus getestet?

Das Robert-Koch-Institut nennt folgende Kriterien:

1. Akute grippeähnliche Symptome und Kontakt zu einer infizierten Person.

2. Hinweise auf eine virale Lungenentzündung.

3. Akute grippeähnliche Symptome bei Patienten aus einer Risikogruppe (zum Beispiel Alter über 60, Asthmatiker, Diabetiker…) oder bei Beschäftigten im Pflegebereich, in Arztpraxen und Krankenhäusern.

4. Bei akuten grippeähnlichen Symptomen ohne Risikofaktoren soll nur bei ausreichender Kapazität getestet werden.

Quarantäne für Kontaktpersonen

Für Menschen, die mit Corona-Patienten Kontakt hatten, gilt: Kontaktpersonen von Patienten oder Reiserückkehrer aus Risikogebieten mit entsprechenden Symptomen sollten isoliert und so schnell wie möglich auf das Virus getestet werden, sagte die ehemalige Gesundheitsministerin Carola Reimann. Im Falle einer Ansteckung würden die entsprechenden Kontaktpersonen ermittelt.

Nicht jeder Infizierte wird auch krank

Doch nicht jeder Infizierte erkrankt. Die Mehrheit der Betroffenen hat Erkältungssymptome oder gar keine Beschwerden. Schwerere Krankheitsverläufe entwickeln nach den bisherigen weltweiten Erkenntnissen bis zu 15 Prozent der Betroffenen. Häufig sind darunter alte Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen. Die Isolation der Betroffenen und die Suche nach Kontaktpersonen erfolgt, damit sich die Ausbreitung des Virus verlangsamt. Ziel ist, möglichst viel Kapazität im Gesundheitssystem zu erhalten.

Fragen zum Artikel? Mailen Sie uns: redaktion.online-bzv@funkemedien.de

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