Pflegeverbände kritisieren kostenlose Corona-Tests

Hannover.  Die Pflegekammer und die Diakonie in Niedersachsen haben die Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten kritisiert. Pflegekräfte seien vorrangig.

Nadya Klarmann ist die Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen. Sie fordert regelmäßige Corona-Tests für Pflegekräfte. (Archivbild)

Nadya Klarmann ist die Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen. Sie fordert regelmäßige Corona-Tests für Pflegekräfte. (Archivbild)

Foto: Peter Steffen / dpa

Angesichts steigender Infektionszahlen in der Corona-Krise fordert die niedersächsische Pflegekammer regelmäßige Tests für alle Pflegekräfte. Zunächst seien Fußballprofis getestet worden, dann Schlachthof-Mitarbeiter und jetzt auch Urlauber nach der Rückkehr aus Risikogebieten - die Pflegekräfte blieben aber außen vor, kritisierte Kammerpräsidentin Nadya Klarmann am Donnerstag in Hannover. Dabei könne der Ausbruch des Coronavirus in Pflegeheimen besonders verheerend sein.

Circa 177.000 Menschen arbeiten in Niedersachsen in der Pflege

„Müssen Pflegebeschäftigte jetzt erst in ein Risikogebiet fliegen, um einen Corona-Test zu bekommen?“, fragte Klarmann. Sie forderte auch, dass Urlauber die Kosten für die Tests selbst tragen müssten. In der stationären und ambulanten Pflege in Niedersachsen sind nach Angaben der Kammer rund 177.000 Menschen tätig. In einigen Altenheimen waren die Infektionszahlen in den vergangenen Monaten innerhalb weniger Tage in die Höhe geschnellt.

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„Es kann nicht sein, dass wir insbesondere in der Pflege um jeden Test ringen müssen, aber Menschen, die sich bewusst in Risikogebiete begeben haben, kostenfrei getestet werden“, wird Vorstandssprecher Hans-Joachim Lenke in einer Pressemitteilung der Diakonie zitiert. Für die Hochrisikogruppen und ihre Betreuer seien die Test ein Sicherheitsnetz.

„Der Diakonie in Niedersachsen liegen Informationen vor, dass bei einem ihrer Mitglieder anlässlich der Infizierung einer Mitarbeiterin das Gesundheitsamt nur für knapp 25 Prozent der Mitarbeitenden Tests genehmigt wurden. Für die Bewohnerinnen und Bewohner lehnte das Gesundheitsamt die Tests ab. Die Kostenübernahme für die zweiten Tests für die zuvor negativ getesteten Mitarbeitenden wurde vom Gesundheitsamt ebenfalls verweigert und mussten von der Einrichtung gezahlt werden“, schreibt die Diakonie. Dies sei nicht hinnehmbar, heißt es weiter.

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