Corona: Test-Pannen wie in Bayern in Niedersachsen unmöglich

Hannover.  In Bayern sind Pannen bei der Kommunikation von Testergebnissen bekannt geworden. Niedersachsens Gesundheitsministerium kennt solche Fälle nicht.

Nachdem es in Bayern zu Pannen mit der Information von 44.000 Getesteten kam, hat das Land Niedersachsen die eigenen Verfahren geprüft. Es gäbe keine Hinweise auf ähnliche Probleme, so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. (Archivbild)

Nachdem es in Bayern zu Pannen mit der Information von 44.000 Getesteten kam, hat das Land Niedersachsen die eigenen Verfahren geprüft. Es gäbe keine Hinweise auf ähnliche Probleme, so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. (Archivbild)

Foto: Sven Hoppe / dpa

Nach Bekanntwerden von Pannen bei Corona-Tests in Bayern gibt es in Niedersachsen bisher keine Hinweise auf ähnliche Probleme. Das sagte am Donnerstag der Sprecher des Gesundheitsministeriums in Hannover, Oliver Grimm. In Bayern waren Menschen nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub getestet worden und hatten erst mit langer Verzögerung erfahren, dass sie am Coronavirus erkrankt waren - in der Zwischenzeit hätten sie auch weitere Menschen anstecken können, ohne es zu wissen. Von etwa 1000 positiven Tests seien inzwischen 908 Betroffene informiert worden, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Donnerstag in München.

Markus Söder hält 44.000 nicht informierten Reiserückkehrern für eine „große Panne“

Nach freiwilligen Tests hatten die bayerischen Behörden bis Mittwochabend insgesamt 44.000 Urlauber nicht über ihre Ergebnisse informiert. Betroffen sein sollen Bürger aus dem ganzen Bundesgebiet, die nach ihrem Sommerurlaub über Bayern zurück nach Deutschland eingereist sind. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) räumte am Donnerstag Fehler der Behörden ein. „Da ist eine Panne passiert, und zwar eine große Panne“, sagte er nach einer Krisensitzung in München. „Nicht in der Strategie, sondern in der Umsetzung.“

„Anders als in Bayern, wo Personen-Karten offenbar manuell ausgefüllt wurden, erfolgt das gesamte Verfahren in Niedersachsen ausschließlich digital“, sagte Ministeriumssprecher Grimm. Die Kassenärztliche Vereinigung (KVN) betreibe neben dem Testzentrum am Flughafen Hannover landesweit neun weitere Testzentren. Letztere könnten derzeit noch ausschließlich über die Hausärzte besucht werden. Auch die Information über das Ergebnis erfolge über die Hausärzte. Geplant sei, das System zeitnah durch ein digitales Termin-Service-Tool abzulösen, so dass sich die Betroffenen direkt im Testzentrum einbuchen könnten.

Gesundheitsministerin Reimann sieht organisatorische und materielle Grenzen der Testkapazitäten

Wie schon jetzt am Flughafen in Hannover würden die Getesteten dann auch in den Testzentren per Mail einen Zugangscode erhalten, mit dem sie ihr Ergebnis herunterladen könnten, erläuterte Grimm. Für Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) sei damit grundsätzlich sichergestellt, dass alle getesteten Personen zeitnah über ihre Ergebnisse informiert würden. „Die Probleme in Bayern zeigen aber, dass der Aufwuchs der Testkapazitäten auch organisatorische und materielle Grenzen hat“, sagte Reimann.

Bayerns Ministerpräsident Söder warnte vor bundesweit steigenden Fallzahlen: „Wenn wir nicht aufpassen, stehen wir in einigen Wochen vor einer ganz schwierigen Situation.“ Es werde in den kommenden Wochen bei der Rückkehr von Urlaubern oder dem Schulstart noch viele Probleme geben: „Wer glaubt, dass Corona ausgesessen und vorbei ist, der wird sich getäuscht sehen.

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