Fast 100 Straftäter auf freiem Fuß – Verzögerungen wegen Corona

Hannover.  Aufgrund der Corona-Pandemie ist es auch bei den Entlassungen zu Verzögerungen gekommen, die zu einem Rückstau bei Aufnahmen geführt hätten.

Fast 100 Straftäter warten in Niedersachsen auf ihre Unterbringungen im Maßregelvollzug (Archivbild).

Fast 100 Straftäter warten in Niedersachsen auf ihre Unterbringungen im Maßregelvollzug (Archivbild).

Foto: Peter Steffen / dpa

Fast 100 Straftäter warten in Niedersachsen auf ihre Unterbringungen im Maßregelvollzug. Nach jüngsten Zahlen von Ende Juli sind 95 Verurteilte zur Aufnahme angemeldet, die sich aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung noch auf freiem Fuß befinden, wie das Sozialministerium am Samstag auf Anfrage mitteilte. Aufgrund der Corona-Pandemie sei es auch bei den Entlassungen zu Verzögerungen gekommen, die zu einem Rückstau bei Aufnahmen geführt hätten, sagte eine Ministeriumssprecherin. Zunächst hatte die „Bild“ über die Engpässe berichtet.

Ministerium: Keine Straftäter frei, von denen besondere Gefahr ausgeht

Dem Ministerium zufolge sind keine Straftäter frei, von denen bekannt und belegbar ist, dass sie eine besondere Gefahr für die Gesellschaft sind. In diesen Fällen sei eine lückenlose Unterbringung gewährleistet. Bei den Wartenden handele es sich vor allem um straffällige Drogenabhängige sowie um psychisch Kranke und seelisch behinderte Menschen.

Zahl der Plätze im Maßregelvollzug soll erhöht werden

Aufgrund der Entwicklung werde daran gearbeitet, die Zahl der Plätze im Maßregelvollzug zu erhöhen, hieß es aus dem Ministerium. „Im nächsten Jahr werden mindestens 32 zusätzliche Plätze zur Verfügung stehen“, sagte die Sprecherin. Der Bedarf an Plätzen im Maßregelvollzug sei zudem kein statischer Wert, sondern unterliege laufenden Schwankungen. In einem ersten Schritt ist laut Ministerium dafür gesorgt worden, dass seit diesem Jahr 25 zusätzliche Pflegekräfte im Maßregelvollzug beschäftigt werden.

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