Schulbehörde rügt Chaos bei „Corona-Schutzpaket“

Hannover.  Kultusminister Tonne werden schlechte Vorbereitung und Kommunikation vorgeworfen.

Grant Hendrik Tonne (SPD), Kultusminister in Niedersachsen, kommt am 17. November in die Landespressekonferenz im Landtag Niedersachsen. Nach anhaltender Kritik am Corona-Schutz an niedersächsischen Schulen will die Landesregierung 45 Millionen Euro für weitere Maßnahmen bereitstellen.

Grant Hendrik Tonne (SPD), Kultusminister in Niedersachsen, kommt am 17. November in die Landespressekonferenz im Landtag Niedersachsen. Nach anhaltender Kritik am Corona-Schutz an niedersächsischen Schulen will die Landesregierung 45 Millionen Euro für weitere Maßnahmen bereitstellen.

Foto: Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Wegen der Vorbereitung und Umsetzung des „Schutzpakets Corona“ ist Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) in der Landesschulbehörde unter heftigen Druck geraten.

In einem offenen Brief an Tonne vom 23. November übt der Gesamtpersonalrat bei der Landesschulbehörde heftige Kritik. Die Kommunikation im Hinblick auf das „Schutzpaket Corona“ sei mit einem wertschätzenden Umgang mit den Beschäftigten nicht vereinbar und daher nicht akzeptabel, heißt es. Tonne hatte ein 45-Millionen-Euro-Paket für bis zu landesweit 5000 zusätzliche Mitarbeiter an den Schulen sowie Sachmittel angekündigt.

Der Gesamtpersonalrat schreibt an den Minister, unter anderem werde der Eindruck erweckt, dass bereits im Dezember Einstellungen an den Schulen erfolgen könnten. Die Informationen hätten die Mitarbeiter der Landesschulbehörde aber erst nach der Pressekonferenz erreicht. „Eine Umsetzung der Maßnahmen kann von den Kolleginnen und Kollegen jedoch so kurzfristig nicht realisiert werden“, heißt es unter Verweis auf fehlende Vorabinformationen, Erlasse und Förderrichtlinien. Auch Auskünfte habe man trotz berechtigter Erwartungen nicht erteilen können.

Land baut Behörde um

Die Landesschulbehörde befindet sich außerdem mitten in einem Umorganisationsprozess. Zum 1. Dezember sollen nach dem Willen des Landes neue Regionale Landesämter für Schule und Bildung eingerichtet werden. „Abschließend möchten wir anmerken, dass Sie entsprechende Maßnahmen vielleicht anders angegangen wären, wenn Sie sich (...) die Zeit genommen hätten, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der NLSchB wenigstens einmal bei einem persönlichen Besuch vor Ort kennenzulernen“, heißt es.

Tonne: Nehme die Kritik ernst

Tonne sagte unserer Zeitung: „Ich nehme diese Rückmeldungen sehr ernst, das gilt auch für die Kritik in der Sache.“ Der Minister betonte weiter: „Dass wir gut durch die Krise kommen, liegt auch an der sehr hohen Leistungsbereitschaft im Ministerium, in der Schulverwaltung und den Schulen.“ Kurzfristigkeit werde sich aber angesichts der Corona-Herausforderung nicht immer verhindern lassen.

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