Europaministerin kritisiert britische Impfstoff-Strategie

Niedersachsens Europaministerin Birgit Honé kritisiert die Impfstrategie der Briten. (Symbolbild)

Niedersachsens Europaministerin Birgit Honé kritisiert die Impfstrategie der Briten. (Symbolbild)

Foto: Jens Kalaene / dpa

Hannover.  Niedersachsens Europaministerin fordert Großbritannien auf, Impfstoffe nicht nur für das eigene Land zu verwenden und warnt vor einem Impfdosenkrieg.

Niedersachsens Europaministerin Birgit Honé hat Großbritannien aufgefordert, seine Corona-Impfstoffe nicht nur für die eigene Bevölkerung zu nutzen. „Boris Johnson versucht, die Pandemie für innenpolitische Erfolge zu nutzen, um von den wirtschaftlichen Folgen des Brexits abzulenken“, sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur über den britischen Premierminister. Die Pandemie könne aber nur international bekämpft werden. „Wer glaubt, es reiche, dass ein Land die Pandemie besiegt, der irrt. Ich fordere alle Seiten auf, sich gegenseitig zu unterstützen. Ein Impfdosenkrieg bringt niemandem etwas.“

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Honé erklärte, die EU habe bereits 77 Millionen Impfdosen exportiert, davon 21 Millionen nach Großbritannien. Die Briten hätten ihrerseits hingegen einen Wettbewerb zugelassen, der laut EU-Kommission dazu geführt habe, dass der Hersteller Astrazeneca seine Verträge mit der EU nicht erfüllt, weil erst Großbritannien beliefert wurde. „Das ist eine Schieflage, die korrigiert werden muss“, forderte Honé.

Niedersachsen: Schleppender Impffortschritt durch Impfstoff-Mangel

Niedersachsens Landesregierung führt einen Mangel an Impfstoff immer wieder als Grund für den schleppenden Impffortschritt an. Bisher hat zwischen Harz und Küste erst jeder Achte eine Covid-19-Impfung erhalten. Vollständig geimpft ist erst rund jeder Zwanzigste.

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