Kriminalität in Niedersachsen

Mehr Verfahren zu gefälschten Impfpässen in Niedersachsen

| Lesedauer: 2 Minuten
Das Landeskriminalamt Niedersachsen geht für das Jahr 2021 von Fällen im unteren vierstelligen Bereich aus.

Das Landeskriminalamt Niedersachsen geht für das Jahr 2021 von Fällen im unteren vierstelligen Bereich aus.

Foto: Stefan Puchner / dpa

Hannover.  Die Sicherheitsbehörden melden einen stetigen Anstieg der Fallzahlen. Besonders an einem Ort werden Fälschungen oft erkannt.

Die Sicherheitsbehörden in Niedersachsen registrieren immer mehr Verfahren wegen gefälschter Impfpässe. „Die Anzahl der von den niedersächsischen Sicherheitsbehörden festgestellten Fälle von falschen Impfpässen ist kontinuierlich und bis in den Dezember 2021 gestiegen“, teilte Katrin Gladitz, Sprecherin des Landeskriminalamtes (LKA) in Hannover mit. Demnach geht das LKA Niedersachsen für das gesamte Jahr 2021 nach vorläufigen Zahlen von Fällen im unteren vierstelligen Bereich aus.

In den Verfahren in Niedersachsen geht es laut LKA um Blankoimpfpässe und Totalfälschungen. Die genaue Zahl von gefälschten Impfpässen im Bundesland ist nicht bekannt. Das LKA weist in ihrer vorläufigen Erfassung sogenannte Anhaltefälle auf. Ein solcher Anhaltefall kann laut dem LKA eine Vielzahl von gefälschten Impfausweisen beinhalten.

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Mehrheit der Fälle wird in Apotheken erkannt

Die Mehrheit der Fälle in Niedersachsen wird laut den Ermittlern beim Vorlegen in Apotheken festgestellt, wenn mit dem Pass ein digitaler Impfnachweis ausgestellt werden soll. In letzter Zeit würden Fälle aber auch vermehrt bekannt, indem falsche Impfpässe oder Impfzertifikate etwa in der Gastronomie, in Schwimmbädern oder Bordellen gezeigt werden, teilte die LKA-Sprecherin mit.

Die Beamtinnen und Beamten betonen, dass schon die Vorbereitung für die Herstellung eines falschen Impfausweises unter Strafe gestellt sei. Dabei mache sich nicht nur der Verkäufer, sondern auch der Käufer eines solchen Dokumentes strafbar. Die Polizei warnt auch, Fotos von Impfausweisen, etwa mit erkennbaren Chargennummern, in sozialen Medien im Internet zu veröffentlichen. Anhand solcher Bilder könnten Betrüger gefälschte Impfausweise anfertigen, hieß es.

Strafen von bis zu fünf Jahren Haft drohen den Fälschern

Nach Angaben des niedersächsischen Gesundheitsministeriums drohen in besonders schweren Fällen der Urkundenfälschung Strafen von bis zu fünf Jahren Haft. Wer eine Impfung nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig dokumentiere, könne bis zu 2500 Euro Bußgeld zahlen. Auch die Vorlage eines gefälschten Impfausweises ist strafbar.

Eine dpa-Umfrage bei niedersächsischen Staatsanwaltschaften Anfang Januar ergab, dass bei den Behörden hunderte Verfahren wegen des Verdachts auf Impfpass-Fälschungen laufen. In Osnabrück gibt es demnach etwa 130 Verfahren. Auch in der Landeshauptstadt Hannover bewegt sich die Zahl der Verfahren im unteren dreistelligen Bereich. In Oldenburg werden etwa 30 Verfahren deswegen geführt.

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