Corona: Berlin hebt Impfreihenfolge in Arztpraxen auf

Lesedauer: 120 Minuten
Experten: Corona-Pandemie "hätte verhindert werden können"

Experten: Corona-Pandemie "hätte verhindert werden können"

Eine von der WHO eingesetzte Experten-Kommission ist sich sicher: Die Coronavirus-Pandemie hätte verhindert werden können. Doch viele Staaten und die WHO hätten zu spät reagiert, und viele Politiker hätten ihre Augen vor wissenschaftlichen Erkenntnissen verschlossen, monieren die Experten.

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Auch in Berlin fällt am Montag die Impfpriorisierung bei Haus- und Betriebsärzten. Für Reisende gelten jetzt neue Regeln. Mehr im Blog.

  • Der Abwärtstrend bei den Corona-Neuinfektionen setzt sich weiter fort – das geht aus aktuellen RKI-Zahlen hervor
  • In immer mehr Bundesländern soll die Impfpriorisierung fallen
  • Rund ein Drittel der deutschen Bevölkerung ist bereits mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft
  • Justizministerin Lambrecht hat ein baldiges Ende der Grundrechtseinschränkungen gefordert
  • Außenminister Heiko Maas ist zuversichtlich, dass auch nicht geimpfte Deutsche im Sommer Urlaub in Italien machen können
  • Der geplante digitale Impfnachweis in Deutschland soll nicht nur die Corona-Impfung bescheinigen, sondern auch Negativtests

Berlin. Die Sieben-Tage-Inzidenz nähert sich bundesweit immer deutlicher der Marke von 100 an. In Hamburg gilt die Notbremse nicht mehr. Baden-Württemberg will von Samstag an die Corona-Regeln für Restaurants, Tourismus und Freizeit lockern - geknüpft an bestimmte Auflagen.

Was ebenfalls zur Entspannung der Corona-Lage beiträgt: Rund jeder Dritte ist in Deutschland mittlerweile mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft, gut acht Prozent sind schon vollständig geimpft. Die Grundrechtseinschränkungen durch das Infektionsschutzgesetz gelten für sie nun nicht mehr. Außerdem genießen sie erste Lockerungen der Corona-Maßnahmen.

Beunruhigend ist weiterhin die Entwicklung der indischen Doppelmutation. Auch in Deutschland wächst ihr Anteil stetig - inzwischen liegt er bei rund zwei Prozent der getesteten Proben.

RKI meldet weiter sinkende Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 17.419 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 278 neue Todesfälle verzeichnet. Am Donnerstag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 21.953 Neuinfektionen und 250 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der innerhalb von sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 103,6. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 107,8 angegeben, in der Vorwoche mit 129,1. Lesen Sie mehr dazu: RKI meldet Corona-Fallzahlen und aktuellen Inzidenz-Wert

Corona-News von Donnerstag, 13. Mai: Lambrecht fordert baldige Lockerungen für alle

13.38 Uhr: Bundesjustizministerin Christine Lambrecht drängt auf einen nahes Ende der Grundrechtseinschränkungen durch Corona-Maßnahmen. "Ich möchte, dass es nun Veränderungen für uns alle gibt, nicht nur für Geimpfte und Genesene", sagte die SPD-Politikerin dem "Handelsblatt". Dies sei "eine Frage von wenigen Wochen, teilweise auch nur von Tagen, aber ganz bestimmt nicht mehr von einem halben Jahr".

Berlin hebt Impfpriorisierung für alle Vakzine bei Ärzten auf

11.40 Uhr: Berlin hebt ab Montag die Priorisierung für alle verfügbaren Corona-Impfstoffe bei Haus- und Betriebsärzten auf. Das kündigte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Gesundheit am Donnerstag auf dpa-Anfrage an. Zuvor hatte das Magazin "Business Insider" darüber berichtet. Bisher war die Vergabe an Kriterien wie Alter, Vorerkrankung und die Zugehörigkeit zu bestimmten Berufsgruppen geknüpft. Zuvor hatten bereits Bayern und Baden-Württemberg ähnliche Schritte angekündigt.

Das Vorgehen bedeutet allerdings nicht, dass jeder sofort nächste Woche geimpft werden kann. Die verfügbaren Impfstoffmengen sind laut Gesundheitsverwaltung zunächst weiter relativ knapp, erst ab Juni werde mit größeren Mengen gerechnet. Patienten, die zu einer der drei Prioritätengruppen zählen und noch nicht geimpft sind, hätten zudem weiter Vorrang, erläuterte der Sprecher. Für die Impfzentren der Hauptstadt ändere sich am bisherigen Vorgehen zunächst nichts.

Lambrecht lehnt Strafverschärfung für Impfpass-Fälschung ab

11.27 Uhr: Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) lehnt trotz vermehrt aufgetretener Fälle von Impfpass-Fälschungen härtere Strafen ab. "Es geht um genaue Kontrollen, nicht um höhere Strafrahmen", sagte die SPD-Politikerin dem "Handelsblatt". Es gebe bereits klare strafrechtliche Regeln: "Wer hier täuscht, riskiert empfindliche Geldstrafen oder sogar eine Freiheitsstrafe", erläuterte die Ministerin. "Das ist die richtige Ansage."

Unter anderem hatte Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) härtere Strafen gefordert und eine entsprechende Initiative für die Justizministerkonferenz im Sommer angekündigt. Auch Vertreter von Polizeigewerkschaften wiesen zuletzt auf die wachsende Gefahr durch gefälschte Impfpässe hin.

Kinder und Jugendliche sollen in Schulen geimpft werden

11.16 Uhr: Kinder über zwölf Jahren sollen schon bald in Schulen und von Hausärzten gegen das Coronavirus geimpft werden. "Je nachdem, ob man eine große oder eine kleine Schule hat, gibt es ganz unterschiedliche Rahmenbedingungen", sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) dem Sender RTL/ntv.

Entsprechend könnten unterschiedliche Angebote gemacht werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bekräftigte, dass es auch für Schüler keinen Impfzwang geben werde. Für viele Eltern sei es wichtig, dabei zu sein, wenn ihre Kinder geimpft werden, sagte die Karliczek. "Von daher ist es dann vielleicht sogar einfacher, das beim Hausarzt zu machen." Spahn hatte angekündigt, dass bis zum Ende der Sommerferien den Zwölf- bis 18-Jährigen in Deutschland ein Impfangebot gemacht werden soll.

RKI: Anteil der indischen Mutation in Deutschland wächst

9.30 Uhr: Auf sehr niedrigem Niveau beobachtet das Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland einen wachsenden Anteil der in Indien entdeckten Corona-Variante. Die neu als besorgniserregend eingestufte Mutante B.1.617 sei bisher nur in wenigen Proben nachgewiesen, "aber ihr Anteil stieg in den letzten Wochen stetig an", heißt es in einem RKI-Bericht vom Mittwochabend.

Ihr Anteil an den untersuchten Proben beträgt demnach weniger als zwei Prozent (Untervariante B.1617.1: 0,6 Prozent; B.1617.2: 0,9 Prozent). Das RKI betont, dass die absoluten Zahlen der Nachweise in der Woche vom 26. April bis 2. Mai lediglich im zweistelligen Bereich lägen: bei gut 30.

Mehr als 250.000 Corona-Tote in Indien
Mehr als 250.000 Corona-Tote in Indien

Neue Einreiseregeln für Reiserückkehrer

8.39 Uhr: Für Urlaubsrückkehrer und andere Einreisende nach Deutschland sollen von diesem Donnerstag an bundesweit einheitliche Corona-Regeln greifen. Für vollständig Geimpfte und Genesene fallen damit Vorgaben zu Quarantäne und Test-Erfordernissen weg - außer, man kommt aus einem Gebiet mit neuen, ansteckenderen Virusvarianten. Lesen Sie hier: Corona: So geht Reisen mit ungeimpften Kindern

Laut einer vom Bundeskabinett beschlossenen Verordnung sollen auch Nicht-Geimpfte die bisher übliche Quarantäne von zehn Tagen nach Einreise mit einem negativen Test vermeiden können - wenn sie aus einem so genannten „Risikogebiet“ mit höheren Infektionszahlen kommen. Dafür muss man aktiv belegen, dass man negativ getestet ist. Gehen soll das auch durch Hochladen eines Nachweises bei der digitalen Einreiseanmeldung. Möglich sind Schnelltests, die nicht älter als 48 Stunden sind, oder maximal 72 Stunden alte PCR-Tests.

Corona-News von Mittwoch, 12. Mai: US-Gesundheitsbehörde unterstützt Biontech-Vakzin für Kinder ab zwölf

22.20 Uhr: Auch die US-Gesundheitsbehörde CDC unterstützt die Verabreichung des Corona-Impfstoffes von Pfizer/Biontech für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren. Ein Expertengremium der CDC sprach sich am Mittwoch für die Anwendung bei den Minderjährigen aus, wie mehrere Medien übereinstimmend berichteten. Am Montag hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA das Vakzin bereits für diese Altersgruppe zugelassen. Die bereits bestehende Notfallzulassung zur Verabreichung ab 16 Jahren wurde entsprechend angepasst und erweitert. Viele lokale Behören in den USA hatten aber neben der FDA-Zulassung aber die Empfehlung der CDC abgewartet.

Vor den USA hatten schon Kanada und andere Länder den Impfstoff auch für 12- bis 15-Jährige freigegeben. Bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA liegt ebenfalls ein entsprechendes Gesuch, die Prüfung könnte noch bis Anfang oder Mitte Juni dauern. In der EU darf das Mittel von Biontech/Pfizer bislang nur Menschen ab 16 Jahren gespritzt werden.

Bahn will Sicherheitskräfte an Himmelfahrts-Wochenende verdoppeln

20.57 Uhr: Die Deutsche Bahn rechnet nach einem Medienbericht am Himmelfahrts-Wochenende mit deutlich mehr Fahrgästen und will zur Durchsetzung der Corona-Regeln die Zahl der Sicherheitskräfte in Fernverkehrszügen verdoppeln. „Die zusätzlichen Mitarbeiter werden vor allem rund um die Ballungsräume und auf besonders nachgefragten Verbindungen Präsenz zeigen“, sagte ein Bahn-Sprecher dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die Maßnahme solle für die Wochenenden Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam gelten. Am Freitag vor Pfingsten würden auf stark nachgefragten Strecken zusätzliche Verbindungen im Fernverkehr angeboten.

Brüssel fordert striktere Einreisesperre für Indien

19.52 Uhr: Wegen der dramatischen Corona-Lage in Indien fordert die EU-Kommission noch striktere Beschränkungen für Reisende aus dem südasiatischen Land. Die Brüsseler Behörde appellierte am Mittwochabend an alle 27 Mitgliedsstaaten, mit koordiniertem Handeln die Ausbreitung der in Indien entdeckten Virusvariante B.1.617.2 zu bremsen.

Nur noch Menschen mit zwingendem Reisegrund solle die Einreise erlaubt werden. Dazu gehören wichtige Familienangelegenheiten sowie humanitäre Gründe. EU-Bürger und hier ansässige Menschen sowie deren Familie dürften weiter nach Europa einreisen. Allerdings sollten für sie zusätzliche Gesundheitsvorkehrungen gelten, darunter Test- und Quarantänepflichten unabhängig davon, ob die Menschen geimpft sind.

Diese Maßnahmen entsprächen der "Notbremse", die die Kommission Anfang Mai empfohlen hatte. Der Vorschlag für koordinierte Reisebeschränkungen für Indien sei den EU-Botschaftern am Mittwoch vorgelegt worden, hieß es aus der Kommission.

Baden-Württemberg will Corona-Auflagen lockern

19.31 Uhr: Baden-Württemberg will schon von Samstag an unter bestimmten Bedingungen die Corona-Regeln in der Gastronomie, im Tourismus und in der Freizeit lockern. Liegen die Corona-Zahlen in den Kreisen fünf Tage in Folge unter einer Inzidenz von 100, darf zum Beispiel die Gastronomie mit Hygieneauflagen und Testkonzepten wieder öffnen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Regierungskreisen in Stuttgart. Damit beendet die grün-schwarze Regierung die sieben Monate lange Zwangspause für die Gaststätten. Im Südwesten liegen derzeit zwölf Kreise unter 100 Infektionen auf 100 000 Einwohner in sieben Tagen.

Norwegen nimmt Astrazeneca aus Impfkampagne

18.44 Uhr: Norwegen verzichtet wie Dänemark bei seiner laufenden Impfkampagne gegen Covid-19 gänzlich auf den Impfstoff von Astrazeneca. Das gab Ministerpräsidentin Erna Solberg am Mittwochabend auf einer Pressekonferenz in Oslo bekannt. Damit folgt ihre Regierung den Empfehlungen eines Expertenausschusses und des nationalen Gesundheitsinstituts FHI, die beide zuletzt geraten hatten, den Corona-Impfstoff von Astrazeneca sowie das Präparat von Johnson & Johnson aufgrund des Risikos von seltenen, aber schwerwiegenden Nebenwirkungen aus dem Impfprogramm zu streichen.

Das Präparat von Johnson & Johnson werde vorläufig nicht aus dem Programm gestrichen, der Einsatz aber weiter pausiert, sagte Solberg. Die Regierung prüfe, inwieweit dieser Impfstoff denjenigen angeboten werden könne, die sich damit freiwillig impfen lassen wollten.

CDC meldet 28 Fälle von Thrombosen nach Johnson & Johnson-Impfung

17.53 Uhr: Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC hat gemeldet, dass es das nach Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson 28 Fälle von schweren Blutgerinnung unter mehr als 8,7 Millionen Menschen gab. Am meisten betroffen waren Frauen im Alter von 30 bis 49 Jahren.

Weiterhin Übersterblichkeit in EU während Corona-Pandemie

17.52 Uhr: In der dritten Corona-Welle zu Jahresbeginn hat es in der Europäischen Union weiter mehr Todesfälle gegeben als in normalen Jahren. Die sogenannte Übersterblichkeit lag im Januar 2021 bei 16 Prozent, im Februar bei 5 Prozent und im März bei 9 Prozent, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch mitteilte. Verglichen wurde mit der durchschnittlichen Zahl von Todesfällen in den Jahren 2016 bis 2019.

Ende 2020 hatte die Behörde einen drastischen Anstieg der Todesfälle registriert: Im November dokumentierte Eurostat einen Sprung von 40,6 Prozent im Vergleich zu den durchschnittlichen Todesfällen in dem Monat der Jahre 2016 bis 2019. Im Dezember waren es 30 Prozent.

Sommerurlaub in Italien: Außenminister Maas zuversichtlich

17.46 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas ist zuversichtlich, dass auch nicht gegen Corona geimpfte deutsche Touristen im Sommer in Italien Urlaub machen können. Er glaube, dass man dafür über entsprechende Konzepte die Voraussetzungen schaffen könne, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch nach einem Gespräch mit dem italienischen Außenminister Luigi Di Maio in Rom. "Daran hat Italien natürlich als eines der beliebtesten deutschen Reiseziele ein hohes Interesse", fügte er hinzu. Ganz Italien ist derzeit von der Bundesregierung noch wie der größte Teil Europas als Corona-Risikogebiet eingestuft.

Slowakei will Sputnik V ohne EU-Zulassung einsetzen

17.17 Uhr: Der von der EU nicht zugelassene Corona-Impfstoff Sputnik V soll in der Slowakei ab Anfang Juni zum Einsatz kommen. Dafür seien nur noch einige organisatorische Vorbereitungen notwendig, erklärte der slowakische Gesundheitsminister Vladimir Lengvarsky am Mittwoch in Bratislava. Schon Anfang März hatte die Slowakei aus Russland 200 000 Dosen des Impfstoffs erhalten, setzte ihn aber wegen der fehlenden Zulassung bisher nicht ein.

Über ein Drittel der Deutschen mindestens einmal gegen Corona geimpft

16.59 Uhr: Mehr als jeder Dritte in Deutschland ist mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Wie aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch hervorgeht (Stand: 16.15 Uhr), haben 34,3 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten.

So verabreichten alle Stellen laut RKI bislang insgesamt etwa 36,8 Millionen Impfungen. Davon seien knapp 29 Millionen bei Erstimpfungen und weitere etwa 8,3 Millionen bei Zweitimpfungen verabreicht worden. Demnach stieg die Quote der vollständig Geimpften auf 10 Prozent. Am Dienstag wurden den Angaben zufolge 1.047.865 Impfspritzen gesetzt. An bereits zwei anderen Tagen in den vergangenen Wochen hatte die Zahl der beim RKI gemeldeten verabreichten Impfdosen binnen eines Tages bei mehr als einer Million gelegen.

Schweiz will Corona-Beschränkungen weiter lockern

15.48 Uhr: Die Schweiz will die Coronaschutzmaßnahmen weiter lockern. Die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionszahlen sinkt, deshalb sollen womöglich schon Ende Mai die Restaurant-Innenräume wieder genutzt werden dürfen, wie die Regierung am Mittwoch bekanntgab. Seit Mitte April sind bereits die Terrassen geöffnet. Voraussetzung ist, dass die Impfkampagne in hohem Tempo weitergeht und sich die Infektionslage nicht verschlechtert. Die definitive Entscheidung soll nach Pfingsten fallen.

Womöglich sollen dann auch Thermalbäder und Wellnesseinrichtungen wieder öffnen. Dort müsste zwar Abstand eingehalten werden, Kundinnen und Kunden könnten sich dort nach den jetzigen Vorschlägen aber ohne Maske aufhalten. Ende Mai soll auch entschieden werden, ob wie geplant ab Juli Großveranstaltungen wie Open-Air-Feste mit bis zu 3000 Besuchern, ab September mit bis zu 10 000 Besuchern erlaubt werden.

Steuereinnahmen 2021 wohl niedriger als gedacht

15.20 Uhr: Wegen der anhaltenden Corona-Krise müssen Bund, Länder und Kommunen in diesem Jahr mit 2,7 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen rechnen als noch im November erwartet. Wie das Finanzministerium am Mittwoch in Berlin bekanntgab, gehen die Steuerschätzer aber davon aus, dass der Staat rund 33,8 Milliarden Euro mehr einnimmt als im Krisenjahr 2020.

Fusion Festival wird erneut verschoben

15.14 Uhr: Ein weiteres Musikfestival fällt auch 2021 wegen der Corona-Pandemie aus: Aufgrund fehlender Planungssicherheit können das Fusion Festival 2021 nicht stattfinden, teilten die Veranstalter mit. Die Tickets bleiben für die Veranstaltung im kommenden Jahr 2022 gültig, könnten aber auf Wunsch auch erstattet werden.

Die Veranstalterinnen hatten im März ein ausführliches Hygiene-Konzept mit mehrfachen PCR-Tests für alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen vorgestellt. Trotzdem muss das Festival erneut verschoben werden. Die für die Veranstaltung angeschaffte Test- und Laborstation soll in der kommenden Woche in Lärz den allgemeinen Betrieb für die Region aufnehmen und auch kostenlose Schnelltests – sogenannte „Bürgertests“ – anbieten.

NRW erlaubt eingeschränkte Gastronomie-Öffnung bei Inzidenz unter 100

14.57 Uhr: In Nordrhein-Westfalen sollen eingeschränkte Öffnungen der Außengastronomie wieder erlaubt werden, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf Werktagen unter 100 liegt. Voraussetzungen seien eine verminderte Gästezahl und ein negativer Corona-Test der Besucher, kündigte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Mittwoch an. Innenbereiche dürften entsprechend ab einer Inzidenz unter 50 wieder geöffnet werden. Die Regelung greife ab dem 15. Mai.

Derzeit liegt die landesweite Inzidenz in NRW nach aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 116,2 und geht weiter zurück. 15 von 53 Kommunen waren am Mittwoch unter der 100er-Marke und einige weitere knapp darüber. Am besten sah die Lage in Münster mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 51,7 aus.

Corona-Maßnahmen in Schweden bleiben bis zum 1. Juni in Kraft

14.33 Uhr: Die in Schweden geltenden Corona-Maßnahmen werden angesichts vergleichsweise hoher Neuinfektionszahlen bis zum 1. Juni verlängert. Das gab Ministerpräsident Stefan Löfven am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Stockholm bekannt. Auch wenn man auf nationaler Ebene einen Rückgang der Infektionszahlen sehe, befänden sich diese nach wie vor auf einem hohen Niveau. Ursprünglich waren Lockerungen für den 17. Mai angedacht gewesen.

Schweden hat in der Corona-Krise einen vielbeachteten Sonderweg gewählt. Die Skandinavier entschieden sich zu weniger strikten Beschränkungen und setzten mehr auf Empfehlungen und Appelle an die Vernunft der Bürger. Dennoch sind auch in Schweden bestimmte Maßnahmen eingeführt worden, darunter eine Teilnehmerobergrenze für Veranstaltungen und Zusammenkünfte von maximal acht Personen.

Wegen Leichen Netz im Ganges gespannt

13.54 Uhr: Nachdem dutzende Leichen mutmaßlicher Covid-19-Todesopfer an die Ufer des Ganges gespült wurden, ist im Norden von Indien ein Netz durch den Fluss gespannt worden. Dies teilte der Minister für Wasserressourcen im Bundesstaat Bihar, Sanjay Kumar, am Mittwoch auf Twitter mit. Das Netz sei im Ganges an der Grenze von Bihar zum Bundesstaat Uttar Pradesh platziert worden. Es gebe zudem Kontrollen am Fluss.

Der Fund von mehr als 70 Leichen an den Ufern des Ganges in Bihar hatte Befürchtungen verstärkt, dass das Coronavirus vielfach unbemerkt in den ländlichen Regionen Indiens wütet, wo zwei Drittel der Bevölkerung leben. Einheimische sagten der Nachrichtenagentur AFP, vermutlich seien die Toten wegen der wegen der Corona-Pandemie überfüllten Krematorien in den Fluss geworfen worden.

Otto will ab Juni die inländische Belegschaft gegen Covid-19 impfen

13.28 Uhr: Der Versandhändler Otto will von Juni an allen inländischen Konzern-Beschäftigen Impfungen gegen Covid-19 anbieten. Bundesweit seien 20 Betriebsimpfzentren startklar, teilte die Otto Group am Mittwoch in Hamburg mit. Das Impfkonzept sehe vor, „allen Konzernmitarbeitenden in Deutschland innerhalb eines Monats die erste Impfung und einen Folgetermin für die Zweitimpfung anzubieten“, sofern die Beschäftigten geimpft werden wollen und andere Impfmöglichkeiten in Impfzentren oder Arztpraxen noch nicht wahrgenommen wurden.

Das Impfangebot bei Otto richtet sich nach Angaben eines Sprechers an alle 40 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konzerns in Deutschland.

Neues Pharma-Förderprogramm für Medikamente gegen Covid-19

13.14 Uhr: Pharmafirmen können sich ab diesem Freitag um einen millionenschweren Fördertopf für die Entwicklung neuer Arzneimittel gegen Covid-19 bewerben. Das neue Programm habe einen Umfang von 300 Millionen Euro, teilten das Bundesministerium für Gesundheit und das Bundesministerium für Bildung und Forschung am Mittwoch mit. Ziel sei, dass in den beiden ersten klinischen Phasen erfolgreich getestete Therapeutika-Kandidaten schnellstmöglich bei Patienten in Deutschland ankommen.

In der Pandemie stünden bisher nur wenige Medikamente zur Behandlung von Covid-19 Verfügung, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU). Eine „Wunderpille“ werde es wahrscheinlich auch so schnell nicht geben. Forschung sei dennoch dringend nötig. „Wir müssen leider damit rechnen, dass selbst bei einer hohen Impfrate Menschen weiter an Covid-19 erkranken“, sagte die Ministerin.

Digitaler Impfpass „CovPass“ wird um Testergebnisse erweitert

12.56 Uhr: Der geplante digitale Impfnachweis in Deutschland soll nicht nur als Bescheinigung eines vollständigen Impfschutzes dienen, sondern auch offizielle negative Corona-Testergebnisse anzeigen können. Das verlautete am Mittwoch aus Regierungskreisen. Außerdem soll die Smartphone-App, die unter dem Namen „CovPass“ veröffentlicht werden soll, auch für Genesene zum Nachweis einer überstandenen Corona-Erkrankung dienen.

Das Projekt unter der Führung des amerikanischen Technologiekonzerns IBM liegt dem Vernehmen nach zeitlich im Plan. „CovPass“ soll demnach noch vor den Sommerferien der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Beteiligt sind auch das Kölner Start-up Ubirch, der schwäbische IT-Dienstleister Bechtle und Govdigital, ein genossenschaftlicher Zusammenschluss von zehn IT-Dienstleistern der öffentlichen Hand.

Hausärzte in Baden-Württemberg dürfen ohne Priorisierung impfen

12.47 Uhr: Hausarztpraxen in Baden-Württemberg dürfen ab Montag alle bisher verfügbaren Corona-Impfstoffe ohne Rücksicht auf die staatlich vorgegebene Priorisierung verimpfen. Sie können nun vollständig selbst entscheiden, wer die Impfung gegen das Coronavirus zuerst braucht, nicht wie bisher nur in Bezug auf das Vakzin von Astrazeneca, wie das Sozialministerium in Stuttgart am Mittwoch mitteilte. Zuerst hatten „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ über die Pläne berichtet (Mittwoch).

In den Impfzentren bleibt die Priorisierung den Angaben nach erhalten, damit dort Menschen mit hohem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf oder mit hohem Ansteckungsrisiko auf jeden Fall zuerst geimpft werden. „Trotz einzelner Drängler impfen wir weiter erfolgreich die Schutzbedürftigen zuerst“, erklärte Minister Manne Lucha (Grüne). Ab Montag zusätzlich dort impfberechtigt sind Menschen aus der Prioritätsgruppe drei, die im Arbeitsalltag einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind, darunter Verkäuferinnen, Busfahrer und andere Berufsgruppen.

Expertenurteil: schlechtes Coronamanagement bei WHO und Regierungen

12.37 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Regierungen in aller Welt haben im vergangenen Jahr zu langsam auf erste Alarmzeichen einer möglichen Gesundheitsbedrohung reagiert. Dieses Fazit zieht eine von der WHO bestellte unabhängige Expertenkommission in einem am Mittwoch in Genf vorgelegten Bericht.

„Die Kommission kommt zu dem Schluss, dass das System, wie es zurzeit besteht, nicht geeignet ist zu verhindern, dass sich mit einem neuen und hochansteckenden Erreger, der jeden Augenblick auftauchen könnte, eine Pandemie entwickelt“, heißt es in dem Bericht. Die Expertinnen und Experten legen zahlreiche Empfehlungen vor, wie die Welt sich besser auf eine neue Bedrohung einstellen kann. Darunter ist ein Milliardenfonds, den reiche Länder finanzieren sollen, um Vorkehrungen gegen eine neue Pandemie treffen zu können.

Spahn warnt vor "Übermut" bei Corona-Lockerungen

12.29 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat trotz der Entspannung der Corona-Lage zu weiterer Vorsicht gemahnt. Mit sinkenden Infektionszahlen und auf den Intensivstationen gehe „alles in die richtige Richtung“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin. Es gelte nun aber, sehr aufzupassen, dass Zuversicht nicht zu Übermut werde und es kein Zuviel an Kontakten und Lockerungen gebe. Es werde sich erst in den nächsten Wochen entscheiden, ob die Lage auch im Sommer insgesamt besser sei. Auf allen politischen Ebenen sei daher die Bereitschaft nötig, im Fall steigender Infektionen schnell auch wieder Beschränkungen einzuführen und nicht lange zu warten.

Wie Spahn sagte, beschloss das Kabinett erstmals bundeseinheitliche Regeln für Einreisen nach Deutschland, nachdem es bisher Verordnungen der Länder gab. Demnach sollen unter anderem für vollständig Geimpfte und Genesene Testpflichten und Quarantänevorgaben wegfallen – es sei denn man kommt aus einem Gebiet mit ansteckenderen Virus-Varianten.

Bayern gibt alle Corona-Impfstoffe in Arztpraxen frei

11.42 Uhr: Bayern will ab dem kommenden Montag die Priorisierung für alle Corona-Impfstoffe bei Hausärzten aufheben. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch nach Angaben von Teilnehmern in einer Rede bei der Klausur der CSU-Landtagsfraktion in München an. In den Impfzentren soll es demnach aber bei dem bisherigen Verfahren mit Priorisierungen bleiben.

Bislang sind lediglich die Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson unabhängig von der Priorisierung freigegeben. Für die anderen Impfstoffe hatte dies der Bund für Juni in Aussicht gestellt – Bayern hatte aber angekündigt, hier schneller agieren zu wollen. Auch Baden-Württemberg hatte sich zuletzt zu diesem Schritt entschlossen.

Bundesregierung bringt weitere Corona-Hilfe für ÖPNV auf den Weg

11.26 Uhr: Busse und Bahnen in ganz Deutschland sollen wegen der Einnahmeausfälle in der Corona-Krise eine weitere Milliardenhilfe bekommen. Das Bundeskabinett brachte am Mittwoch einen Entwurf auf den Weg, der für dieses Jahr nochmals eine Milliarde Euro vorsieht. Verkehrsminister Andreas Scheuer sagte, der umweltfreundliche öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) könne damit leistungsfähig und zuverlässig am Laufen gehalten werden.

Der Gesetzentwurf kann nun von den Koalitionsfraktionen in den Bundestag eingebracht werden. Im vergangenen Jahr hatte der Bund bereits 2,5 Milliarden Euro zusätzlich für den Nahverkehr bereitgestellt – über die jährlichen Regionalisierungsmittel hinaus, die in diesem Jahr auf knapp 9,3 Milliarden Euro steigen.

Nauru vermeldet „Weltrekord“: Alle Erwachsenen gegen Corona geimpft

11.14 Uhr: Die kleine Pazifik-Insel Nauru hat nach eigenen Angaben als erstes Land der Welt allen Erwachsenen eine Impfdosis gegen das Coronavirus verabreicht. „Die Corona-Taskforce freut sich über diesen Weltrekord und dankt allen Einwohnern für ihren Beitrag, Nauru frei von Corona zu halten“, erklärte die Regierung am Mittwoch.

Im Laufe eines Monats erhielten den Angaben zufolge 7392 Menschen eine erste Astrazeneca-Impfung. Das entspricht sogar 108 Prozent der eigenen Staatsbürger - auch Ausländer vor Ort wurden mitgeimpft. Mitte Juli sollen alle Bewohner ihre zweite Impfdosis erhalten. Nauru gehört zu den wenigen Ländern der Welt, in denen bisher keine Fälle des Coronavirus registriert wurden. Damit das so bleibt, soll weiter regelmäßig getestet werden.

Gesundheitsminister Spahn und RKI-Chef Wieler informieren über Corona-Lage

11.00 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spricht auf einer Pressekonferenz zusammen mit RKI-Präsident Lothar Wieler über die aktuelle Corona-Lage. Auch anwesend ist mit Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU), die zur Forschungsförderung rund um die Corona-Pandemie Auskunft geben und Fragen beantworten wird. Hier können Sie die Pressekonferenz im Livestream verfolgen.

Gesundheitsminister Spahn und RKI-Chef Wieler zur Corona-Lage

Karliczek: Kinder könnten in Schulen oder von Hausärzten geimpft werden

10.05 Uhr: Die für Kinder über zwölf Jahren geplanten Corona-Impfungen könnten nach den Worten von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sowohl in Schulen als auch bei Hausärzten erfolgen. Lesen Sie dazu: Wann kommt die Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche?

"Je nachdem, ob man eine große oder eine kleine Schule hat, gibt es ganz unterschiedliche Rahmenbedingungen", sagte Karliczek am Mittwoch dem Sender RTL/ntv. Entsprechend unterschiedliche Angebote könnten gemacht werden.

Für viele Eltern sei es aber wichtig, dabei zu sein, wenn ihre Kinder geimpft werden, sagte die Ministerin weiter. "Von daher ist es dann vielleicht sogar einfacher, das beim Hausarzt zu machen."

WHO: Indische Corona-Variante in mehr als 40 Ländern erfasst

09.37 Uhr: Die zunächst in Indien entdeckte Corona-Variante B.1.617 ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen in mehr als 40 Ländern nachgewiesen worden. Mehr als 4500 analysierte Gensequenzen aus 44 Ländern seien B.1.617 zugeordnet worden, zudem lägen Meldungen über Nachweise aus fünf weiteren Ländern vor, teilte die Behörde in Genf am Dienstag mit. Am Montag hatte die UN-Behörde die Variante als "besorgniserregend" eingestuft. Zuvor hatte die WHO nur zunächst in Großbritannien, Südafrika und Brasilien erfasste Varianten so bezeichnet.

Potenziell bedrohliche Varianten von Sars-CoV-2 werden von der WHO in zwei Kategorien einteilt: Varianten unter Beobachtung ("variants of interest") sowie besorgniserregende Varianten ("variants of concern"). Letztere sind nachweislich ansteckender, schwerer bekämpfbar und/oder führen zu schwereren Krankheitsverläufen.

Scholz will Ansage zu Sommerurlaub "bis Ende Mai" machen

8.33 Uhr: Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz will den Menschen noch im laufenden Monat klar sagen, ob sie im Sommer in den Urlaub fahren können. "Bis Ende Mai sollten wir (die Bundesregierung) den Bürgerinnen und Bürgern eine klare Ansage machen, ob sie in den Schul-Sommerferien wieder in den Urlaub fahren können, damit sie die Ferien noch planen können", sagte Scholz der "Rheinischen Post" (Mittwoch).

"Aus meiner Sicht spricht vieles dafür, dass dank dem wachsenden Impftempo und der sinkenden Infektionszahlen zumindest Ferien im Inland und einigen anderen Ländern wieder möglich werden." Vieles deute darauf hin, dass die Corona-Krise im Sommer weitgehend überstanden sei.

Baden-Württemberg hebt Impfpriorisierung bei allen Vakzinen auf

8.24 Uhr: Baden-Württemberg hebt als erstes Bundesland die Priorisierung bei der Vergabe von Impfstoffen auf. Ab dem 17. Mai können Hausärztinnen und Hausärzte frei darüber entscheiden, wen sie wann impfen bestätigte das Sozialministerium des Landes den "Stuttgarter Nachrichten". Die Priorisierung werde demnach "komplett für alle Impfstoffe aufgehoben.

Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg schrieb dazu: "Ab 17. Mai: dürfen Niedergelassene selbst priorisieren." Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte könnten von Montag an alle Personen über 16 beziehungsweise 18 Jahren impfen, sofern Impfstoff verfügbar sei. Die Impfzentren würden zeitgleich die gesamte in der Coronaimpfverordnung aufgeführte Prioritätengruppe 3 geöffnet.

Hamburgs Polizei wundert sich über Verhalten der Bürgerinnen und Bürger

7.57 Uhr: In Hamburg sind in der Nacht die Straßen trotz Aufhebung der Ausgangssperre leer geblieben. "Die Leute haben anscheinend noch gar nicht mitbekommen, dass sie wieder raus dürfen", sagte ein Polizeisprecher am Morgen der Deutschen Presse-Agentur.

Erstes Bundesland unter 50er-Inzidenz

6.44 Uhr: Als erstes Bundesland liegt Schleswig-Holstein seit Mittwoch unter einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50. Touristen dürfen nun wieder übernachten. Bei der Einreise müssen sie einen frischen Corona-Test vorlegen und diesen alle drei Tage erneuern.

Lockerungen in Norddeutschland

6.37 Uhr: Seit Mitternacht gilt in Hamburg die nächtliche Ausgangsbeschränkung nicht mehr. Die Inzidenz in der Hansestadt lag zuletzt stabil unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, dadurch wurde der Schritt möglich.

In Schleswig-Holstein werden ab Montag die Corona-Regeln gelockert, vor allem im Tourismus und der Gastronomie, bei Kontakten im Freien und in der Freizeit. Das sieht eine neue Verordnung der Landesregierung vor, mit der die in der vorigen Woche angekündigten Öffnungsschritte in Kraft treten.

Hausärzteverband warnt vor Spannungen durch aggressive Impfdrängler

3.17 Uhr: Ärztevertreter warnen vor wachsenden Spannungen durch aggressive Impfdrängler: "Der Druck auf die Impfzentren und die Arztpraxen wächst. Die Impfdrängler werden fordernder", sagte die Vize-Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Anke Richter-Scheer, unserer Redaktion. "Wir erleben jeden Tag Diskussionen mit Leuten, die jetzt unbedingt schnell geimpft werden wollen, obwohl sie noch nicht an der Reihe sind. Die Stimmung wird aggressiv."

Eine Ursache sei, dass die Priorisierung immer weiter ausgeweitet werde, sodass es für viele immer weniger nachvollziehbar sei, warum der eine schneller an der Reihe sein solle als der andere. "Hinzu kommt, dass viele jetzt ihre Zweitimpfung vorziehen wollen, um so schnell wie möglich von den Rechten für Geimpfte zu profitieren oder sorglos in den Urlaub fahren zu können", so Richter-Scheer.

Corona-News von Dienstag, 11. Mai: Nächste Masken-Affäre in der CSU

22.43 Uhr: Der nächste Maskendeal kommt ans Licht: Andrea Tandler, die Tochter eines Ex-CSU-Generalsekretärs, soll Lieferungen an Ministerien vermittelt und Millionen kassiert haben. Lesen Sie dazu: Nächste Masken-Affäre - "Clankriminalität in der CSU"?

Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern ab 14. Juni für alle möglich

22.02 Uhr: Die Gastronomie in Mecklenburg-Vorpommern darf von Pfingstsonntag an wieder öffnen - außen und innen. Das sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstagabend nach einer Sitzung des Kabinetts. Der Tourismus in dem Bundesland wird am 7. Juni für Einwohner des Landes und am 14. Juni für Gäste aus den anderen Bundesländern geöffnet. Ab sofort könne gebucht werden, sagte Schwesig.

Der Druck auf die Landesregierung für rasche Öffnungen in der Corona-Krise war an den vergangenen Tagen zunehmend gewachsen. Die drei Industrie- und Handelskammern in Mecklenburg-Vorpommern hatten unmittelbar vor der Kabinettssitzung mitgeteilt, das Land laufe Gefahr, die Öffnung der Wirtschaft zu verschlafen, während Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bayern oder andere Bundesländer schon längst klare Öffnungsperspektiven vorgestellt hätten.

Viele Länder bitten die USA um Impfstoff

21.33 Uhr: Dutzende Länder haben die USA nach den Worten von Präsident Joe Biden um Hilfe bei der Beschaffung von Corona-Impfstoff gebeten. Etwa "40 Prozent" der Staats- und Regierungschefs riefen deswegen an, sagte Biden am Dienstag in einer Videokonferenz mit Gouverneuren mehrerer US-Bundesstaaten.

"Sie fragen, ob wir helfen können – und wir werden es versuchen", versprach Biden. Die USA könnten künftig wesentlich mehr Impfstoff produzieren und diesen anderen Ländern zur Verfügung stellen, gab sich Biden zuversichtlich.

Drosten richtet sich im Podcast an Impfskeptiker

20.58 Uhr: Im aktuellen NDR-Podcast "Coronavirus-Update" mit dem Virologen und Leiter der Virologie der Berliner Charité, Christian Drosten, spiegelt sich die langsam besser werdende Krisen-Lage wider. Unter dem Titel "Impfmission possible" verbreitete Folge 88 der beliebten Sendung am Dienstag überwiegend gute Nachrichten aus der Welt der Wissenschaft – hatte für impfskeptische Menschen allerdings auch eine wichtige Überlegung dabei.

Lesen Sie dazu: "Jeder wird immun" - Was Drosten Impfskeptikern verdeutlicht

Frankreichs Nationalversammlung stimmt gegen Corona-Gesundheitspass

20.24 Uhr: Frankreichs Nationalversammlung hat überraschend gegen die Einführung eines Corona-Gesundheitspasses gestimmt. Am Abend votierten 108 Abgeordnete gegen den entsprechenden Artikel des Gesetzentwurfs für einen schrittweisen Ausstieg aus dem Gesundheitsnotstand, 103 stimmten dafür. Das Nein ist den Abgeordneten der Fraktionen Mouvement Démocrate (MoDem) zu verdanken, die in der Versammlung eigentlich die Partei von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, La République en Marche (LREM), unterstützt.

"Wir hatten rote Linien vorgegeben", sagte der MoDem-Abgeordnete Philippe Latombe. Es habe aber keinen Dialog und kein Zuhören gegeben. Deshalb habe die Fraktion einstimmig gegen den Artikel gestimmt. In dem ersten Artikel des Gesetzesentwurfs, gegen den nun votiert wurde, waren auch weitere Details zu den Befugnissen des Premiers für nächtliche Ausgangssperren geregelt. Die Regierung kann nun noch eine zweite Beratung beantragen.

EMA will zügig über Impfstoff für Kinder entscheiden

19.29 Uhr: Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) will noch im Mai über die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Hersteller BioNtech und Pfizer für Kinder ab zwölf Jahren entscheiden. Das teilte die EMA in Amsterdam auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Das Verfahren könne angesichts von Fortschritten bei der Bewertung beschleunigt werden und Ende des Monats abgeschlossen sein.

EMA-Chefin Emer Cooke hatte im "Handelsblatt" gesagt, dass die Behörde Daten zur Wirkung des Impfstoffs für 12- bis 15-Jährige erhalte. "Wir haben am 30. April mit der Prüfung begonnen." Sie nannte Juni als Ziel für die Zulassung. "Wir versuchen, ob wir dies bis Ende Mai beschleunigen können."

Brasilien setzt Astrazeneca-Impfungen für Schwangere teilweise aus

19.03 Uhr: Nach einem Todesfall sind die Corona-Impfungen mit dem Astrazeneca-Vakzin für Schwangere in weiten Teilen Brasiliens ausgesetzt worden. Mehr als die Häfte der Bundesstaaten folgte einer entsprechenden Empfehlung der Zulassungsbehörde Anvisa.

Wie die Zeitung "Folha De S. Paulo" berichtete, untersucht das Gesundheitsministerium den Tod einer schwangeren Frau in Rio de Janeiro, die zuvor den Impfstoff von Astrazeneca erhalten hatte.

Spahn - EU soll auf mehrere Vakzin-Hersteller setzen

18.34 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn fordert von der EU-Kommission, dass sie für die kommenden Jahre Corona-Impfstoffe gleich von mehreren Herstellern bestellt. Es sei seine "feste Überzeugung", dass es unabdingbar sei, einen "Portfolio-Ansatz" bei der Impfstoff-Bestellung zu wählen, schreibt Spahn in einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Schreiben an mehrere EU-Kommissare sowie an Gesundheitsminister anderer EU-Staaten.

Dies beinhalte, dass die Kommission sowohl auf mehrere Produzenten als auch auf verschiedene Technologien setzen müsse. "Deshalb sollten zwei mRNA-Impfstoffe und mindestens zwei zusätzliche andere Technologien (in dem Portfolio) enthalten sein", heißt es in dem Brief von Spahn. Er hoffe sehr, dass die EU-Kommission diesen Ansatz unterstütze.

RKI - Ein Drittel der Deutschen mindestens einmal geimpft

18.02 Uhr: Etwa jeder Dritte in Deutschland ist mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Wie aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht, haben 33,3 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten.

So verabreichten alle Stellen laut RKI bislang insgesamt etwa 35,7 Millionen Impfungen. Davon seien etwa 27,7 Millionen bei Erstimpfungen und weitere etwa acht Millionen bei Zweitimpfungen verabreicht worden. Demnach stieg die Quote der vollständig Geimpften auf 9,6 Prozent.

Je nach Bundesland variiert die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften hat das Saarland mit 37,5 Prozent. Brandenburg und Sachsen liegen mit 29,2 und 29,1 Prozent leicht hinter den anderen Bundesländern zurück.

Reisen trotz Corona: Das ist der digitale Impfnachweis

17.52 Uhr: Noch vor dem Sommer soll ein digitaler Impfpass eingeführt werden. Das könnte das Reisen erheblich erleichtern.

Seit dem 9. Mai gelten bundesweit Lockerungen der Pandemie-Regeln für vollständig gegen Covid-19 Geimpfte und Corona-Genesene. Sie können nun wieder uneingeschränkt andere Menschen treffen und müssen auch nächtliche Ausgangsbeschränkungen nicht mehr beachten. Bald soll für diese Gruppen auch das Reisen wieder deutlich erleichtert werden - zumindest innerhalb Europas. Lesen Sie hier alle wichtigen Infos zum digitalen Impfnachweis in Europa.

Gesundheitsämter kämpfen auch an Feiertagen gegen Corona

17.33 Uhr: Am Donnerstag ist Christi Himmelfahrt. Nach Feiertagen sind Corona-Zahlen oft niedriger. Liegt das an den Gesundheitsämtern?

Satiriker Jan Böhmermann twitterte im April: "Unsere Gesundheitsämter arbeiten von Montag bis Freitag an einer Lösung." Einige Nutzerinnen und Nutzer sahen sich darin bestätigt, was sie sowieso schon immer gewusst haben wollten: In deutschen Ämtern regiert eine Beamten-Mentalität. Freitagmittag wird mit preußischer Pünktlichkeit der Stift fallen gelassen. Doch das lässt sich nicht bestätigen, wie eine Umfrage zeigt.

Brandenburg öffnet Gaststätten im Freien je nach Corona-Zahlen

16.21 Uhr: Kurz vor Pfingsten können Gaststätten in Brandenburg bei einer stabilen regionalen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 im Freien wieder öffnen. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) kündigte am Dienstag auch an, dass ab 21. Mai dann auch touristische Übernachtungen in Ferienwohnungen und auf Campingplätzen sowie Kulturveranstaltungen unter Auflagen erlaubt sind.

Öffnungsplan für Rheinland-Pfalz beschlossen

15.03 Uhr: Die Landesregierung in Rheinland-Pfalz hat einen dreistufigen Öffnungsplan beschlossen. Von morgen an kann der Einzelhandel in Kommunen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 generell wieder unter Auflagen öffnen, wie Ministerpräsidentin Malu Dreyer ankündigte. Dies betreffe derzeit 16 Kommunen. Auch Hotels und Ferienwohnungen sollen in Kombination mit Testauflagen wieder öffnen dürfen.

Ab dem 21. Mai sind dann auch Kulturveranstaltungen wieder möglich. Ab dem 2. Juni soll dann etwa auch die Innengastronomie in Kommunen mit einer Inzidenz unter 50 aufmachen können. Die Außengastronomie ist in dem Bundesland bereits erlaubt.

Ausgangsbeschränkung in Hamburg aufgehoben

14.36 Uhr: Von morgen an entfällt in Hamburg die nächtliche Ausgangsbeschränkung. Ab 0 Uhr in der kommenden Nacht darf die Wohnung wieder verlassen werden. Das hat der Hamburger Senat beschlossen. Die Ausgangsbeschränkung galt seit Karfreitag zwischen 21 und 5 Uhr. Voraussetzung für ihre Aufhebung waren fünf Werktage mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100.

Lockerungsschritte für Außengastronomie in Berlin angekündigt

14.16 Uhr: In Berlin sollen Cafés und Restaurants zu Pfingsten die Außenbereiche wieder öffnen dürfen. Voraussetzung ist, dass die Sieben-Tage-Inzidenz dann stabil unter 100 liegt. Darauf hat sich der Senat bei seiner Sitzung verständigt, wie Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller mitteilte. Gäste müssen einen negativen Corona-Test vorweisen. Ihnen gleichgestellt sind Menschen mit vollständigem Impfschutz und Genesene. Müller wies darauf hin, dass die Öffnungsschritte zu Pfingsten mit Brandenburg abgestimmt werden sollen.

Laut Bundesrecht gilt auch in Berlin, dass die Schwelle von 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen an fünf Werktagen in Folge unterschritten werden muss, bevor Lockerungen möglich sind. Gestern lag der Wert noch oberhalb der 100er-Marke, heute bei 93,7.

Riech- und Schmeckstörung kann lange anhalten

13.54 Uhr: Der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns aufgrund einer Corona-Infektion kann nach Angaben eines Experten monatelang anhalten. Bei 80 bis 95 Prozent der betroffenen Corona-Infizierten sei der Riech- und Geschmackssinn innerhalb von ein oder zwei Monaten wieder normal oder fast wieder normal, sagte der Mediziner Thomas Hummel der Nachrichtenagentur dpa. Bei 5 bis 20 Prozent aber dauere es länger. "Das geht dann über Monate oder Jahre", sagte Hummel, der Leiter des Interdisziplinären Zentrums für Riechen und Schmecken am Universitätsklinikum Dresden ist. "Bei manchen aus dieser Gruppe kommt er auch gar nicht wieder."

Plötzlich auftretende Riech- und Schmeckstörungen gelten nach mehr als einem Jahr Corona-Pandemie mittlerweile als eines der bekanntesten Symptome einer Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus. Viele Infizierte klagen darüber. Insgesamt könne man sagen, dass etwa 50 Prozent der Menschen mit einer Corona-Infektion eine Riech- oder- Schmeckstörung entwickelten, erklärte Hummel. Wahrscheinlich seien es sogar noch etwas mehr.

Griechenland impft Inselbewohner durch

13.19 Uhr: Als Teil der landesweiten Impfkampagne "Operation Freiheit will Griechenland Medienberichten zufolge die Inselbewohner bis Ende Juni durchimpfen. Das Angebot gilt für alle Altersgruppen, wie griechische Medien am Dienstag berichteten. Um Touristen willkommen zu heißen, hatte die Regierung bisher bereits den Bewohnern von rund 70 kleineren Eilanden ein Impf-Angebot gemacht. Nun sollen auch die größeren Inseln folgen. Von den mehreren Tausend griechischen Inseln im Mittelmeer sind rund 200 bewohnt – die größte ist Kreta mit rund 600.000 Einwohnern.

Kleiner Grenzverkehr zwischen Bayern und Österreich ab morgen

13.14 Uhr: Der kleine Grenzverkehr zwischen Bayern und Österreich ist von morgen an wieder möglich. Damit könnten sich etwa Freunde und Verwandte grenzübergreifend wieder treffen, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder anlässlich eines Besuches des österreichisches Bundeskanzlers Sebastian Kurz in München. Auch das Einkaufen im jeweiligen Nachbarland sei wieder möglich, sagte Söder.

Sowohl Bayern als auch Österreich werden in Kürze auch wieder touristische Angebote machen. In Österreich werde der Tourismus am 19. Mai öffnen. Bayern hatte das für den 21. Mai angekündigt. Österreich wies am Dienstag eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 auf, Bayern lag bei 116.

Menschenrechtsorganisationen sehen Schieflage bei Maßnahmen

13.01: Mehrere Menschenrechtsorganisationen kritisieren eine soziale Schieflage bei den staatlichen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie. Diese beträfen einige Gruppen deutlich stärker als andere, erklärten Amnesty International, Brot für die Welt, das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) und die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) in einer gemeinsamen Pressekonferenz. So seien der Kulturbereich und das Privatleben der Menschen durch die Corona-Maßnahmen massiv eingeschränkt, während Wirtschaft und Arbeitswelt weitgehend unbehelligt blieben, kritisierte Ulf Buermeyer, Vorsitzender und Legal Director der Gesellschaft für Freiheitsrechte.

WHO befürchtet mehr Fettleibigkeit bei Kindern

12.45 Uhr: Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO befürchtet, dass die Coronavirus-Pandemie auch zu mehr Fettleibigkeit unter Kindern führen wird. Das in Kopenhagen ansässige Regionalbüro geht davon aus, dass die Schließung von Schulen und Lockdowns negative Folgen für Ernährung und Bewegung von Kindern haben könnten, etwa durch den fehlenden Zugang zu Schulmahlzeiten und mangelnde körperliche Aktivität. Vorbeugemaßnahmen müssten deshalb während der Pandemie eine Priorität erhalten, forderte das Büro.

Wie aus einem am Dienstag veröffentlichten WHO-Bericht hervorging, lebt in manchen Ländern der Region Europa jedes dritte Kind im Alter von sechs bis neun Jahren mit Übergewicht oder Fettleibigkeit. Am größten ist dieses Problem in den Mittelmeerstaaten, wo sich die Situation demnach aber langsam bessert: Unter anderem Griechenland, Italien, Portugal und Spanien zeigten einen abnehmenden Trend. Der Bericht basiert auf den jüngsten verfügbaren Daten aus 36 Ländern aus den Schuljahren 2015/16 und 2016/17. Deutschland war nicht darunter.

Steinmeier ruft auf, Impfungen nicht zu sozialem Problem werden zu lassen

12.06 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dazu aufgerufen, das Impfen gegen das Coronavirus nicht zur sozialen Frage werden zu lassen. "Wir müssen immer wieder auch sehen, dass es eine soziale Dimension der Krise gibt, und müssen Vorsorge dafür treffen, dass in der Pandemie die Gräben in der Gesellschaft nicht noch tiefer werden", sagte er nach dem Besuch einer Hausarztpraxis im Berliner Stadtteil Moabit. In Stadtteilen wie diesem, die kulturell, religiös und sozial sehr gemischt seien, gebe es oft große soziale Probleme.

Die Infektionsraten dort seien teils deutlich höher, sagte Steinmeier. Besonders in solchen Stadtteilen sei "die Beratung und die Behandlung durch Hausärzte wirklich Gold wert". Sie könnten im Gespräch mit ihren Patientinnen und Patienten Vertrauen dafür schaffen, die angebotenen Impfungen auch in Anspruch zu nehmen, betonte der Bundespräsident.

Umsatzverlust im Handel von 40 Milliarden Euro

11.53 Uhr: Der von den Corona-Maßnahmen und Geschäftsschließungen betroffene Einzelhandel in Deutschland hat nach Branchenangaben in den ersten fünf Monaten dieses Jahres bereits bis zu 40 Milliarden Euro weniger Umsatz gemacht als zur Vor-Corona-Zeit. "Für den Lockdown-Handel war 2021 bis jetzt ein katastrophales Jahr", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands (HDE), Stefan Genth. Mehr als die Hälfte der Bekleidungshändler sehe sich ohne weitere staatliche Hilfen im Jahresverlauf in Existenzgefahr.

Rund ein Drittel der deutschen Bevölkerung geimpft

11.40 Uhr: In Deutschland ist rund ein Drittel der Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft. Dieser Anteil wird am Dienstag wahrscheinlich erreicht, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Deutschlandfunk ankündigte. Bei den Menschen über 60 seien es bereits zwei Drittel. Damit blieben noch etwa fünf bis sechs Millionen Menschen in dieser Altersgruppe, die in den kommenden Wochen geimpft werden könnten.

Lehrkräfte wegen Maßnahmen beschimpft und beleidigt

11.21 Uhr: Viele Lehrerinnen und Lehrer berichten wegen der Umsetzung von Corona-Maßnahmen an Schulen von Beschimpfungen, Beleidigungen und Bedrohungen. Das zeigt eine Forsa-Umfrage unter 1500 Lehrkräften im Auftrag der Bildungsgewerkschaft VBE auf.

Dabei berichteten 22 Prozent der Befragten sogar von direkten Angriffen, weil sie versuchten, die Schüler zum Einhalten der Corona-Maßnahmen zu bewegen. 25 Prozent der Lehrkräfte wurden eigenen Angaben nach per E-Mai oder in Chats beschimpft oder bedroht.

Dabei sind es den Aussagen der Umfrage-Teilnehmer zufolge nicht vorrangig die Schüler selbst, die ausfällig würden. Zum allergrößten Teil gingen die Angriffe demnach von Eltern aus, zum Teil kämen sie aber auch von Erwachsenen, die gar keine Kinder an der Schule hätten oder von Organisationen, die sich gegen die Corona-Maßnahmen aussprechen. Am häufigsten betroffen sind der Umfrage zufolge Grundschulen, am wenigsten Gymnasien.

Mehr Menschen nutzen Tafeln

10.52 Uhr: Viele der rund 950 Tafeln in Deutschland verzeichnen in der Pandemie eine steigende Nachfrage. Nach Angaben der Hilfsorganisation Tafel Deutschland wurde das Angebot an fast 40 Standorten zuletzt von bis zu 20 Prozent mehr Menschen in Anspruch genommen als noch im September. Vor allem von Kurzarbeit Betroffene, Bezieher von Hartz IV und Rentner kamen demnach häufiger.

Spahn hofft auf Impfstoff für Jugendliche bis zum Ende der Sommerferien

9.59 Uhr: Noch ist in der EU kein Impfstoff für Kinder und Jugendliche zugelassen, doch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet damit, dass es bald auch einen Wirkstoff für Jüngere gibt. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) habe heute nochmals bestätigt, dass Ende Mai oder Anfang Juni eine Zulassung erfolgen könnte.

Sollte die EMA bald grünes Licht geben, dann hofft Spahn, dass bis zum Ende der Sommerferien alle zwölf bis 18-Jährigen ein Angebot und mindestens eine Impfung bekommen könnten, idealerweise schon beide, so der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Dann könne auch der Schulbetrieb nach den Sommerferien wieder normaler beginnen. Mit den Ländern sei vereinbart, dass die Impfungen für Jugendliche dann etwa durch Reihenimpfungen in Schulen oder durch Einladung in die Impfzentren erfolgen.

Impfmonitor: Interaktiv: Wie Deutschland beim Impfen vorankommt

Millionen über 60-Jährige noch ohne Impfung

8.58 Uhr: Bundesweit sind nach wie vor Millionen Menschen über 60 Jahre ungeimpft. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte im Deutschlandfunk, er rechne damit, dass in den kommenden zwei, drei Wochen noch fünf bis sechs Millionen Bürger in diesem Alter ihre Impfung gegen das Coronavirus bekommen müssen.

Zweidrittel dieser Altersgruppe seien geimpft, man müsse aber damit rechnen, dass sich nicht alle Personen impfen lassen wollten, sagte Spahn weiter. Insgesamt sei inzwischen etwa ein drittel aller Deutschen erstgeimpft. "Wenn wir das zusammen bis Ende Juni durchhalten, dann kann das ein guter Sommer werden", so Spahn.

Der CDU-Politiker zeigte sich optimistisch, dass die dritte Welle mittlerweile gebrochen sei. Trotzdem riet er den Bürgern zu "Zuversicht mit Vorsicht". Die sinkenden Infektionszahlen dürften keinen Übermut zur Folge haben.

Nach Kochsalz-Spritze: 22 Menschen müssen zum Nachimpfen

8.27 Uhr: 22 Menschen sollen im Kreis Friesland einen weiteren Impftermin bekommen, nachdem eine Krankenschwester ihnen nur eine Kochsalzlösung gespritzt hatte. Dies habe die Auswertung entsprechender Antikörper-Tests im Landesgesundheitsamt ergeben, berichtete der Norddeutsche Rundfunk am Dienstag.

Die Untersuchung war nötig geworden, weil die Mitarbeiterin eines Impfzentrums bei Schortens eingeräumt hatte, sechs Spritzen statt mit dem Biontech-Impfstoff mit Kochsalzlösung gefüllt zu haben. Ihr soll zuvor beim Anmischen ein Fläschchen mit dem Vakzin heruntergefallen sein, was sie anschließend vertuschen wollte. Nun musste deshalb der tatsächlich vorhandene Impfschutz von mehr als 100 Menschen mit Hilfe von Blutproben nachträglich überprüft werden.

Karliczek rechnet mit Corona-Tests in Grundschulen auch nach den Ferien

7.08 Uhr: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) rechnet damit, dass auch nach den Sommerferien in den Grundschulen noch Corona-Tests nötig sein werden. "Das neue Schuljahr wird wohl relativ normal starten, wenn sich das Infektionsgeschehen weiter so positiv entwickelt und die Impfbereitschaft weiterhin so gut bleibt. Ich rechne aber damit, dass auch im nächsten Schuljahr überall in den Schulen weiter auf die Einhaltung der grundlegenden Hygieneregelungen
geachtet werden muss", sagte sie der "Rheinischen Post" (Dienstag). "Auch wird weiter getestet werden müssen. Das gilt vor allem für die Grundschulen."

Urlaub mit Kindern - was ist jetzt möglich?

6.38 Uhr: Einen Impfstoff gibt es für Kinder noch nicht. Gleichzeitig schränken viele Länder und Regionen die Einreise für Nichtgeimpfte ein - Kinder und Jugendliche eingeschlossen. Dennoch gibt es ein paar Optionen, wo Familien in den kommenden Wochen und Monaten einen Tapetenwechsel bekommen. Alles über Urlaub mit Kindern lesen Sie hier.

EU könnte Biontech-Vakzin noch im Mai für Kinder freigeben

6.30 Uhr: In Europa könnte ein Corona-Impfstoff für Kinder und Jugendliche womöglich noch im Mai zugelassen werden. Die Chefin der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA), Emer Cooke, sagte dem "Handelsblatt", derzeit werde der Biontech/Pfizer-Impfstoff für Zwölf- bis 15-Jährige geprüft.

"Im Moment ist Juni das Ziel, das wir für die Zulassung angeben. Wir versuchen, ob wir dies bis Ende Mai beschleunigen können." Die USA erteilten dem Impfstoff am Montag (Ortszeit) bereits die Zulassung für Kinder. Hausärzte in Deutschland forderten rasch einen Impfstoff für Kinder auch hierzulande.

Impfzentren klagen über zunehmende Aggressivität von Impfwilligen

5.45 Uhr: Viele Impfzentren klagen nach einem Medienbericht über Aggressivität von Impfwilligen und zunehmende Versuche, sich eine vorzeitige Impfung zu erschleichen. Das SWR-Fernsehmagazin "Report Mainz" berichtete von mehreren tausend Fällen.

Allein das Hamburger Impfzentrum meldete demnach zuletzt 2000 Vordrängler in einer Woche. Um vorzeitig an einen Impftermin zu kommen, würden etwa falsche Alters- oder Berufsangaben gemacht, berichtete "Report". In München würden bis zu 350 Vordrängler in der Woche erwischt, in Saarbrücken bis zu 140. Die Redaktion hatte bei den Impfzentren der Landeshauptstädte nachgefragt, allerdings erfassen nicht alle die Zahlen zu Impfvordränglern.

"Report"-Recherchen zeigen demnach, dass die Impfbetrüger sich oft als höher priorisierte Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen oder Schwangeren ausgeben. Denn eine pflegebedürftige Person etwa kann zwei Kontaktpersonen benennen, die vorrangig geimpft werden. In einem der SWR-Redaktion bekannten Fall schafften es aber statt zwei acht junge und gesunde Leute, sich als Kontaktpersonen impfen zu lassen.

Corona-Impfungen und der Tag danach
Corona-Impfungen und der Tag danach

USA lassen Biontech für Kinder ab zwölf Jahren zu

5.20 Uhr: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den Corona-Impfstoff des deutschen Herstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer auch für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren zugelassen. Die bereits bestehende Notfallzulassung zur Verabreichung ab 16 Jahren sei entsprechend angepasst und erweitert worden, teilte die FDA am Montag mit. Anfang April hatten Biontech und Pfizer einen entsprechenden Antrag bei der Behörde eingereicht.

FDA-Chefin Janet Woodcock sprach von einem wichtigen Schritt im Kampf gegen die Pandemie. "Die heutige Aktion ermöglicht es, eine jüngere Bevölkerung vor Covid-19 zu schützen, was uns der Rückkehr zu einem Gefühl der Normalität und der Beendigung der Pandemie näher bringt." Eltern und Erziehungsberechtigte könnten sicher sein, dass die Behörde alle verfügbaren Daten streng und gründlich geprüft habe.

Corona-News von Montag, 10. Mai: Indien - 40 mutmaßliche Corona-Tote treiben im Ganges

22.40 Uhr: In Indien wurden 40 mutmaßliche Corona-Tote an die Ufer des Flusses Ganges gespült. Die Leichen wurden im nordindischen Bezirk Buxar entdeckt, in einer der ärmsten Regionen des Landes. Sie sollen begraben oder eingeäschert werden. Einheimische vermuten, dass die Toten wegen überfüllter Krematorien in den Fluss geworfen worden – oder weil sich die Hinterbliebenen kein Holz für die in Indien übliche Feuerbestattung leisten konnten.

In Indien sterben derzeit täglich rund 4000 Menschen durch das Coronavirus. Die Gesamtzahl der Todesopfer beläuft sich auf fast 250 000. Experten vermuten, dass die Zahlen wesentlich höher sind.

Mehr als ein Drittel in den USA komplett geimpft

22.04 Uhr: In den USA sind der Seuchenbehörde CDC zufolge inzwischen 115,5 Millionen Menschen komplett geimpft und damit mehr als ein Drittel der Bevölkerung. Es seien insgesamt 261,6 Millionen Dosen verimpft worden, hieß es weiter. In den USA leben etwa 328 Millionen Menschen.

Biontech und Co. verdienen Milliarden am Vakzin

21.32 Uhr: Die Impfkampagne lässt bei den Herstellern der Vakzine die Kassen klingeln: Biontech, Pfizer und Moderna vermelden Milliardengewinne. Aktuelle Zahlen zeigen, was die Hersteller an den Impfstoffen verdienen.

Von Januar bis Ende März kam das deutsche Vorzeigeunternehmen Biontech beispielsweise auf einen Umsatz von 2,05 Milliarden Euro. Das war 70-mal mehr als Anfang 2020. Bemerkenswert ist auch die Zahl unterm Strich: Biontech erzielte einen Gewinn von 1,1 Milliarden Euro.

AfD-Klage gegen Ausgangssperre vor Gericht erfolgreich

20.45 Uhr: Das Hamburger Verwaltungsgericht hat einer Klage der AfD gegen die in der Hansestadt geltende nächtliche Ausgangssperre im Eilverfahren stattgegeben. Demnach brauchen die vier Kläger keine Sanktionen zu befürchten, wenn sie sich mit einem höchstens zwölf Stunden alten negativen Corona-Testergebnis nach draußen begeben, wie ein Gerichtssprecher erklärte. Die Begründung für die Entscheidung lag zunächst noch nicht vor.

Der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Martin Helfrich, betonte, dass die Entscheidung nur für die vier Kläger gelte. Er kündigte an, dass die Stadt Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einlegen werde. Das Urteil gilt bis dahin gleichwohl, wie der Gerichtssprecher erklärte. Am Vormittag hatte Sozial- und Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard bereits angekündigt, dass der Senat die seit Anfang April geltende Ausgangsbeschränkung ab Mittwoch aufheben werde.

US-Unternehmen arbeitet an Doppelimpfstoff gegen Grippe und Corona

20.09 Uhr: Das US-Biotech-Unternehmen Novavax arbeitet an einem Doppelimpfstoff gegen das Coronavirus und die Grippe. Tierversuche hätten "positive Ergebnisse" erbracht, erklärte das Unternehmen aus Maryland am Montag. Demnach entwickelten Hamster und Frettchen, die das Vakzin mit den beiden Impfstoffkandidaten NVX-CoV2373 und Nanoflu verabreicht bekamen, Antikörper gegen das Coronavirus und gegen Grippeviren.

Bis zu 10.000 Zuschauer in englischen Stadien

19.34 Uhr: In englischen Stadien dürfen bei größeren Sportveranstaltungen vom 17. Mai an wieder mehrere tausend Zuschauer teilnehmen. Premierminister Boris Johnson bestätigte in London die geplanten Öffnungsschritte, die neben gelockerten Kontaktbeschränkungen Neustarts in vielen Bereichen umfassen. Die Infektionslage in Großbritannien hat sich in den vergangenen Monaten deutlich entspannt, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei rund 21.

Johnsons Weg aus dem Lockdown sieht für diese Lockerungsphase in den größten Outdoor-Sportstätten, in denen Abstandhalten möglich ist, bis zu 10.000 Zuschauer vor. Die letzten beiden Spieltage der Premier League können somit nach langer Zeit wieder vor einem großen Publikum stattfinden. Medienberichten zufolge könnten sogar pro Spiel bis zu 500 auswärtige Fans erlaubt sein.

EU gegen Astrazeneca erneut vor Gericht

19.03 Uhr: Die EU-Kommission will erneut juristisch gegen AstraZeneca wegen verspäteter Impfstoff-Lieferungen vorgehen. Der Fall soll am Dienstag vor Gericht gebracht werden, wie ein Sprecher der Behörde mitteilt. Die Europäische Union könnte damit möglicherweise finanzielle Strafen verhängen, sagt eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

Im April sei es darum gegangen, die Impfstoff-Lieferungen des schwedisch-britischen Pharmakonzerns zu beschleunigen. Diesmal würden die eigentlichen Argumente geprüft. Laut einem EU-Vertreter hat AstraZeneca bis zum 7. Mai knapp 50 Millionen Impfstoffdosen geliefert. Diese Zahl sollte ursprünglich bereits im Januar erreicht werden.

WHO stuft indische Corona-Variante als "besorgniserregend" ein

18.22 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die in Indien entdeckte Coronavirus-Variante B.1.617 als "besorgniserregend" eingestuft. Es gebe Hinweise, dass B.1.617 ansteckender sowie zu einem gewissen Grad resistent gegen Impfstoffe sei, sagte WHO-Corona-Expertin Maria Van Kerkhove am Montag in Genf. "Deshalb stufen wir sie als eine besorgniserregende Variante ein."

Zuvor hatten bereits vorläufige Studienergebnisse darauf hingedeutet, dass sich B.1.617 schneller ausbreitet als andere in Indien zirkulierende Corona-Varianten. Für die WHO galt die Mutante jedoch bislang nur als "von Interesse".

Tschechiens Einzelhandel öffnet nach sechs Monaten

18.04 Uhr: Nach einer sechs Monate langen Schließung hat in Tschechien der gesamte Einzelhandel wieder geöffnet. Ein großer Andrang blieb am Montag zunächst aus. Es gelten strenge Hygieneregeln, eine FFP2-Maskenpflicht und eine Begrenzung der Kundenzahl auf eine Person je 15 Quadratmeter Verkaufsfläche. Wegen der Corona-Pandemie waren alle Geschäfte des nicht-alltäglichen Bedarfs seit Ende Oktober geschlossen - abgesehen von einer kurzen Unterbrechung vor Weihnachten.

Die Wirtschaftszeitung "Hospodarske noviny" berichtete unter Berufung auf Branchenvertreter, dass rund jedes zehnte Geschäfte wegen des langen Lockdowns aufgeben musste. Inzwischen hat sich die Corona-Lage deutlich gebessert. Innerhalb von sieben Tagen steckten sich nach aktuellen Zahlen 101 Menschen je 100.000 Einwohner an.

Dresden verbietet "Querdenker"-Demonstrationen am Samstag

17.26 Uhr: Die Stadt Dresden hat die für kommenden Samstag geplanten Demonstrationen der Initiative "Querdenken 351" untersagt. "Das Verbot ergeht zum Schutz vor Infektionsgefahren, da aufgrund früherer Erfahrungen davon auszugehen ist, dass die Teilnehmenden gegen die Maskenpflicht verstoßen und sich nicht an die Abstandsregelungen halten", teilte die Stadtverwaltung am Montag mit. Die jüngsten Ereignisse in anderen sächsischen Städten im Zusammenhang mit Corona-Demonstrationen würden das bestätigen.

Nach Angaben der Stadt war eine "Querdenken"-Kundgebung mit mindestens 3000 Teilnehmern am Königsufer gegenüber der Altstadt angemeldet worden. Als Alternative wären zudem Versammlungen auf drei großen Plätzen in der Innenstadt mit jeweils 1000 Teilnehmern beantragt worden. Das von der Stadt verhängte Verbot gilt für alle diese Veranstaltungen.

Innenminister Seehofer positiv auf Corona getestet

17.03 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Der Minister sei positiv auf das Virus getestet worden und befinde sich aktuell in häuslicher Isolation, teilte sein Sprecher Steve Alter am Montag mit. Er habe derzeit keine Krankheitssymptome.

Seehofer hatte vor dreieinhalb Wochen seine Erstimpfung mit Biontech erhalten, nachdem er eine Impfung mit Astrazeneca abgelehnt hatte.

Altmaier: 100 Milliarden Euro an Corona-Hilfen geflossen

16.46 Uhr: Die staatlichen Wirtschaftshilfen in der Corona-Krise haben nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) inzwischen die 100-Milliarden-Euro-Marke erreicht. "Seit März 2020 sind bis heute rund 100 Milliarden Euro an Corona-Wirtschaftshilfen geflossen", erklärte Altmaier. Nach Angaben seines Ministeriums wurden bis einschließlich Montag Hilfen in Höhe von insgesamt 99,97 Milliarden Euro bewilligt und außerdem rund 30 Milliarden Euro an Kurzarbeitergeld.

Zu den Corona-Wirtschaftshilfen zählen unter anderem KfW-Kredite und direkte Zuschüsse wie die Soforthilfen im Frühjahr 2020 oder die November-, Dezember- und Überbrückungshilfen. Auch der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF), der sich an große Unternehmen wie beispielsweise die Lufthansa richtet, sowie Bürgschaften und Garantien gehören dazu.

Auf die KfW-Kredite entfällt laut Ministerium von den knapp 100 Milliarden Euro mit 50,5 Milliarden der größte Anteil; an Zuschüssen etwa für die Überbrückungshilfen wurden bislang insgesamt rund 36 Milliarden Euro ausgezahlt.

Nach sechs Monaten Lockdown - Griechenland öffnet Schulen

16.16 Uhr: Nach sechs Monaten Corona-Lockdown können in Griechenland nun alle Schüler wieder in die Schule. Nach den bereits Mitte April geöffneten Gymnasien zogen am Montag nun auch alle Kindergärten, Grund- und Mittelschulen nach. Der Präsenzunterricht war mit Ausnahme weniger Tage seit dem 7. November an sämtlichen Schulen des Landes ausgesetzt, die Gymnasien hatten am 12. April bereits wieder geöffnet.

Zum Neustart in den Schulalltag müssen Schüler und Lehrer sowie Verwaltungsangestellte zwei Mal pro Woche einen negativen Selbsttest vorlegen. Dieser ist gratis in Apotheken zu bekommen.

Stiko gibt weiterhin keine Empfehlung für Impfung während Schwangerschaft

15.47 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) gibt auch weiterhin keine generelle Empfehlung für eine Corona-Impfung in der Schwangerschaft. "Bisher liegen keine Erkenntnisse aus kontrollierten Studien zum Einsatz der Covid-19-Impfstoffe in der Schwangerschaft vor", erklärte die Stiko am Montag in Berlin.

Schwangeren mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung kann nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher ärztlicher Aufklärung eine Impfung angeboten werden. Die Impfung mit einem sogenannten mRNA-Impfstoff sollte erst ab dem zweiten Trimester, also dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, erfolgen.

Pakistan eröffnet Impfzentrum für 100.000 Menschen pro Tag

14.57 Uhr: In der pakistanischen Hafenstadt Karachi ist ein riesiges Corona-Impfzentrum eröffnet worden. Es habe die Kapazität, 100 000 Menschen täglich zu impfen, sagte der Informationsminister der Regionalregierung von Sindh am Montag zu Journalisten. Die Einrichtung im Expo-Zentrum der Stadt soll 24 Stunden geöffnet sein. Mehr als 3000 Gesundheitsmitarbeiter sollen hier in drei Schichten arbeiten.

Bisher war die Impfkampagne in dem südasiatischen Land schleppend verlaufen. Von rund 220 Millionen Einwohnern sind bisher lediglich rund 3,5 Millionen Menschen geimpft worden. Die Impfstoffe kommen vor allem aus China, viele Menschen haben diesen gegenüber Vorbehalte. Zuletzt bekam Islamabad auch 1,2 Millionen Astrazeneca-Impfdosen über das internationale Impfprogramm Covax. Weitere 17 Millionen Impfdosen sollen bis Ende Juni importiert werden.

Umfrage: Mehrheit hält Lockerungen für Geimpfte für gerechtfertigt

14.44 Uhr: Die Mehrheit der Menschen in Deutschland hält die seit Sonntag geltenden Corona-Lockerungen für Genesene und Geimpfte für gerechtfertigt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des "General-Anzeigers" (Montag). Knapp zwei Drittel der Befragten (64,1 Prozent) befürworteten demnach die Erleichterungen. Sie beantworteten die Frage, ob die Aufhebung der Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen für Genesene und vollständig Geimpfte gerechtfertigt sei, mit "Ja, auf jeden Fall" (47,5 Prozent) oder "Eher ja" (16,6 Prozent). Knapp ein Drittel (27,9 Prozent) gaben hingegen an, die Lockerungen nicht für gerechtfertigt zu halten. Der Rest zeigte sich den Angaben zufolge unentschieden.

Biontech/Pfizer können 2022 mehr als drei Milliarden Impfdosen produzieren

14.25 Uhr: Die Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer wollen die Produktionskapazitäten für ihren Corona-Impfstoff weiter ausbauen und Ende 2021 eine jährliche Kapazität von drei Milliarden Impfdosen erreichen. Es sei davon auszugehen, dass dann 2022 mehr als drei Milliarden Dosen hergestellt werden könnten, teilte Biontech am Montag in Mainz mit.

Bis Donnerstag vergangener Woche hatten das Mainzer Unternehmen und der US-Hersteller Pfizer weltweit rund 450 Millionen Dosen ihres Corona-Impfstoffs in 91 Länder und Regionen ausgeliefert. Bislang wurden für 2021 Vereinbarungen für die Lieferung von rund 1,8 Milliarden Impfstoffdosen geschlossen sowie bereits erste Liefervereinbarungen für 2022 und darüber hinaus unterzeichnet.

Biontech zufolge gibt es bisher auch keinen Hinweis darauf, dass der Covid-19-Impfstoff an die bisher identifizierten Virusvarianten angepasst werden muss. Das Unternehmen bereitet sich nach eigenen Angaben aber darauf vor, seinen Impfstoff notfalls zu modifizieren. So werde in Studien unter anderem eine dritte Impfdosis für eine anhaltende Immunität gegen Covid-19 und für den Schutz vor neu aufkommenden Virusvarianten geprüft.

Niedersachsen beschließt Stufenplan für Lockerungen

14.18 Uhr: Die niedersächsische Landesregierung hat einen Stufenplan für die Lockerung der Corona-Beschränkungen beschlossen. Demnach sollen für Handel, Tourismus und das gesellschaftliche Leben die Beschränkungen in Etappen gelockert werden, wenn sich die Infektionslage weiter positiv entwickelt, wie Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Montag in Hannover mitteilte. "Das Ziel ist, dass wir die Infektionsketten gut im Griff und einen guten Sommer haben mit Öffnungen." Am Montag lag die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesschnitt bei 84,6; von den 45 Kreisen und Großstädten hatten 13 weiterhin eine Inzidenz von über 100, womit sie als Hotspot gelten.

Der Plan sieht drei Stufen vor: ein starkes Infektionsgeschehen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100, ein hohes Infektionsgeschehen mit einer Inzidenz zwischen 35 und 50 sowie ein erhöhtes Infektionsgeschehen zwischen 10 und 35. Unabhängig von der aktuellen Corona-Lage in den Landkreisen und Städten greifen nächste Lockerungsschritte, die im "Stufenplan 2.0" aufgeführt sind, erst mit der kommenden Corona-Verordnung des Landes spätestens ab Ende Mai. "Wir müssen vorsichtig vorgehen, damit uns die Inzidenz nicht wieder durch die Decke geht", sagte Behrens. Deswegen sollen viele Öffnungsschritte von einer strikten Teststrategie begleitet werden.

Dracula-Burg belohnt Corona-Impfung mit Besuch im Folterkeller

14.05 Uhr: Rumänen, die ihre Angst vor Corona-Impfungen überwunden haben, werden in der berühmten Dracula-Burg Bran mit mittelalterlichem Horror belohnt: Sie dürfen gratis den Folterkeller der Burg besuchen, kündigt das Burgmuseum auf seiner Homepage an. Ohne Anmeldung kann jeder Interessent mit Wohnsitz in Rumänien im zur Burg gehörigen alten Zollhaus gratis von einem mobilen Team geimpft werden. Dafür bekommen die Impfwilligen ein "Diplom", das deren Mut attestiert. Die malerische Burg soll den irischen Autor Bram Stoker (1847-1912) zu seinem Schauerroman über den Vampir "Dracula" inspiriert haben.

China will wegen Corona-Pandemie "Trennungslinie" auf Mount Everest ziehen

13.50 Uhr: China will die Corona-Pandemie auch auf dem höchsten Berg der Welt bekämpfen: Bergführer würden eine "Trennungslinie" auf dem Mount Everest einrichten, um eine Ansteckung chinesischer Bergsteiger bei aus Nepal kommenden Alpinisten zu vermeiden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die praktische Umsetzung dieses Vorhabens auf dem schmalen Gipfel, der nur Platz für wenige Bergsteiger bietet, blieb zunächst unklar.

Der Vorsitzende des nepalesischen Bergsteigerverbandes zeigte sich skeptisch. "Es ist fast unmöglich, eine Trennung zwischen den Bergsteigern beider Seiten zu schaffen", sagte Santa Bir Lama am Montag der Nachrichtenagentur AFP.

Der 8848 Meter hohe Mount Everest kann von der nepalesischen Südseite oder von der chinesischen Nordseite aus erklommen werden. China, in dem das Coronavirus Ende 2019 erstmals auftrat, hat die Epidemie inzwischen weitgehend eingedämmt. In Nepal grassiert das Virus hingegen, in den vergangenen Tagen sind die Infektionszahlen sprunghaft gestiegen.

Unbekannter stiehlt vorgfertigte Spritzen in Corona-Impfzentrum

13.43 Uhr: Ein Unbekannter soll vorgefertigte Spritzen zur Corona-Schutzimpfung aus einem Impfzentrum in Soest gestohlen haben. Der Mann sei zunächst mit einer Mitarbeiterin in einer Kabine gewesen und habe sich dann - statt die vorgesehene Beobachtungszeit abzuwarten - schnell aus dem Gebäude entfernt, wie die Polizei im Kreis Soest am Montag berichtete. Als der Diebstahl von sechs Spitzen mit dem Impfstoff von Moderna und den dazugehörige Aufklebern auffiel, hatte sich der Mann bereits im Laufschritt über den Parkplatz abgesetzt.

Indien: Berlinale will an Sommerfest festhalten

13.15 Uhr: Die Berlinale hält an ihren Plänen fest, im Sommer trotz Pandemie ein Filmfestival zu organisieren. Die Ausgabe im Juni soll wie angekündigt draußen stattfinden. Das teilten die Organisatoren am Montag in Berlin mit. Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals der Welt.

Wegen der Pandemie hatte die Festivalleitung diesmal umplanen müssen. Die Berlinale wurde auf zwei Termine geteilt: Im März hatte ein digitaler Branchentreff stattgefunden, im zweiten Schritt sollen vom 9. bis 20. Juni nun Filme fürs Publikum gezeigt werden.

Geplant sind Veranstaltungen an 16 Orten, darunter der Berliner Museumsinsel. Das Sommerfestival soll dort auch eröffnet werden. Für den 13. Juni ist die Preisverleihung geplant, die Preisträger waren bereits bekanntgegeben worden.

Indien: Mehr als 366.000 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden

13.08 Uhr: Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfizierten ist im derzeit besonders von der Pandemie heimgesuchten Indien erstmals seit mehreren Tagen wieder unter die Marke von 400.000 gefallen. Für Sonntag meldete das Gesundheitsministerium am Montag 366.161 neue Fälle - allerdings wurde nach Angaben von Experten am Wochenende auch weniger getestet. Auch die Zahl der Todesfälle blieb im selben Zeitraum von 24 Stunden mit 3754 unter den mehr als 4000, die an den beiden Vortagen gemeldet worden waren.

Die Gesamtzahl der Toten nach einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 stieg am Montag auf 246.116, wie aus Daten der Johns Hopkins Universität mit Sitz in den USA hervorgeht. Seit Beginn der Pandemie haben sich demnach bisher gut 22,6 Millionen Menschen in Indien mit dem Virus angesteckt. In absoluten Zahlen ist der Subkontinent mit seinen mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern hinter den USA am stärksten von Corona betroffen. Die Dunkelziffer dürfte allerdings deutlich höher liegen: In Teilen des riesigen Landes ist es schwer, getestet zu werden. Und besonders in ländlichen Regionen sterben viele Opfer zu Hause und tauchen nicht immer in der Statistik auf.

Italienerin erhält versehentlich sechsfache Corona-Impfstoffdosis

12.51 Uhr: Eine junge Italienerin hat durch einen Fehler versehentlich die sechsfache Dosis Corona-Impfstoff injiziert bekommen. Wie die italienische Nachrichtenagentur AGI am Montag meldete, spritzte eine Krankenschwester der 23-jährigen Medizinstudentin am Vortag in einem Krankenhaus in der Toskana ein komplettes Fläschchen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer, das normalerweise für sechs Einzeldosen reicht.

Nachdem der Irrtum bemerkt wurde, sei die junge Frau vorsichtshalber unter Beobachtung gestellt worden, hieß es weiter. Bei Studien zu dem Impfstoff sei bislang maximal mit einer vierfachen Dosis experimentiert worden, so dass keine Erkenntnisse über mögliche Nebenwirkungen einer Sechsfach-Dosis vorlägen.

ÖPNV-Studie zur Corona-Sicherheit in Bussen und Bahnen

12.23 Uhr: Mit einer selbst in Auftrag gegebenen Studie zum Infektionsgeschehen im Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) wirbt die Branche um Fahrgäste während und nach der Corona-Krise. Demnach sei die Infektionsgefahr in Bussen und Bahnen nicht höher als im Individualverkehr, teilte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) am Montag mit. Um die Auftragsarbeit, federführend mitfinanziert von Baden-Württemberg und zehn weiteren Bundesländern, hatte der VDV die Charité Research Organisation gebeten.

Für die Untersuchung hatte das Institut 681 Teilnehmer ohne bisherige Corona-Infektion ausgewählt. Diese wurden im Februar und März dieses Jahres zufällig und in annähernd gleicher Zahl aufgeteilt auf den Individualverkehr und den ÖPNV im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV).

Nach der rund fünfwöchigen Testphase wurden die Probanden in beiden Gruppen auf Antikörper getestet - ein Zeichen für eine durchgemachte Corona-Infektion. Bei jeweils gleich vielen Teilnehmern in jeder Gruppe konnten diese Antikörper nachgewiesen werden. Daraus schließen die Autoren, dass das Infektionsrisiko im Alltag mit der Nutzung des ÖPNV nicht steigt.

Testlauf für elektronischen Corona-Impfpass beginnt in Thüringen

11.45 Uhr: Thüringen startet einen Testlauf zum elektronischen Nachweis für Corona-Impfungen. Ein elektronisches Impfzertifikat soll von Mittwoch an über das Terminvergabeportal "www.impfen-thueringen.de" abrufbar sein, wie die Kassenärztliche Vereinigung (KV) am Montag mitteilte.

Dies betreffe all jene Menschen, die sich in den regionalen Impfstellen und den großen Impfzentren des Landes gegen Covid-19 immunisieren lassen, sagte der Leiter des KV-Pandemiestabs, Jörg Mertz. Das Zertifikat könne per QR-Code auf dem Smartphone ausgelesen werden, es lasse sich aber auch ausdrucken. Thüringen testet den elektronischen Impfnachweis in einem Pilotprojekt, an dem auch Brandenburg beteiligt ist.

Senatorin kündigt Aufhebung der Corona-Notbremse in Hamburg an

11.19 Uhr: Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) hat die Aufhebung der Corona-Notbremse in der Hansestadt ab Mittwoch angekündigt. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde lag die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen am Montag den fünften Werktag in Folge unter 100.

"Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, dass wir in so einem stabilen Abwärtstrend sind", sagte Leonhard bei der Vorstellung eines neuen Impfzentrums in der Asklepios-Klinik Harburg.

Gemäß dem Infektionsschutzgesetz würden die besonders scharfen Corona-Regeln am Mittwoch um Mitternacht außer Kraft treten. Damit können sich die Menschen in Hamburg nachts wieder auf der Straße frei bewegen. Treffen sind nicht mehr auf einen Haushalt plus eine Person beschränkt. Auch im Einzelhandel sind Erleichterungen vorgesehen. Den genauen Inzidenzwert nannte ein Behördensprecher noch nicht. Am Sonntag war er auf 83,8 gefallen.

Lolli-Testungen an Grund- und Förderschulen in NRW begonnen

10.47 Uhr: In den Grund- und Förderschulen Nordrhein-Westfalens haben am Montag flächendeckende Corona-Tests mit der Lolli-Methode begonnen. Die Tests werden Lolli-Tests genannt, weil die Schülerinnen und Schüler dabei 30 Sekunden lang auf einem Teststäbchen wie auf einem Lolli herumlutschen. Die Testung geschieht zunächst gruppenweise. Die Proben werden in landesweit zwölf Laboren nach dem PCR-Verfahren ausgewertet. Erst wenn eine Gruppe positiv getestet wurde, werden Einzeltests der Gruppenmitglieder vorgenommen. Die Testergebnisse sollen bis spätestens 06.00 Uhr am Folgetag vorliegen.

Mit dem Test sollen alle mehr als 730.000 Schülerinnen und Schüler der knapp 3800 Grund- und Förderschulen zwei Mal pro Woche in ihrer jeweiligen Lerngruppe auf das Coronavirus getestet werden. Die Anwendung der Tests gilt als leichter für Schüler. Außerdem sind sie empfindlicher als die bisherigen Schnelltests. "Die Lolli-Tests werden uns dabei helfen, Infektionen frühzeitiger als mit Selbsttests zu entdecken und Infektionsketten von vornherein in Schulen zu unterbrechen", hatte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) gesagt.

"Grundsätzlich ist diese Testung viel einfacher als die andere", sagte die Klassenlehrerin Kamuran Turan (34) von der Maria-Kunigunda-Grundschule der Deutschen Presse-Agentur in Essen am Montagmorgen. Die Schnelltests hätten Kinder teilweise nicht hinbekommen. "Hier können sie nicht viel falsch machen."

Spahn: Jeder dritte Deutsche gegen Corona geimpft

10.18 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich am Montag nach der Gesundheitsministerkonferenz zur Impfkampagne gegen das Coronavirus geäußert. Es seien insgesamt mittlerweile über 35 Millionen Impfdosen in Deutschland veabreicht worden, so Spahn. Es werde erwartet, dass heute im Lauf des Tages der Wert erreicht werde, dass jeder dritte Deutsche mindestens einmal geimpft ist.

"Es bleibt wichtig, dass wir Tempo haben und halten in der Impfkampagne", sagte der Gesundheitsminister auf der Pressekonferenz in Berlin. Dafür sei auch der Impfstoff von Johnson & Johnson wichtig. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt das Vakzin jedoch wegen Nebenwirkungen nur für Menschen ab 60 Jahren. Es gibt das seltene Risiko von Hirnvenenthrombosen.

Doch bis der Impfstoff in Deutschland verfügbar ist, wird ein Großteil der über 60-Jährigen schon geimpft sein. Deshalb haben die Gesundheitsminister entschieden, die Priorisierung ähnlich wie bei dem Wirkstoff von Astrazeneca aufzuheben. Entgegen der Stiko-Empfehlung können sich also auch Jüngere mit dem Vakzin impfen lassen.

Impfstoff von Johnson & Johnson künftig vor allem für Menschen ab 60

9.39 Uhr: Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson soll in Deutschland in der Regel bei Menschen ab 60 eingesetzt werden. Nach ärztlicher Aufklärung können sich auch Jüngere dafür entscheiden, beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern weiter, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag erfuhr. Die Priorisierung für diesen Impfstoff wird in Arztpraxen und bei Betriebsärzten aufgehoben.

Söder hält Lockdown über Juni hinaus für möglich

8.51 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält eine Fortsetzung des Lockdowns mit der Bundes-Notbremse über Juni hinaus für möglich. Söder sagte am Sonntagabend im "Bild"-Politik-Talk, die Notbremse gelte gesetzlich bis zum 30. Juni. "Dann wird man sehen, wie die Gesamtlage ist." Er fügte hinzu: "Bloß, weil ein Gesetz endet, ist Corona nicht vorbei." Auch wenn die dritte Welle unter Kontrolle zu sein scheine, dürfe sich niemand täuschen lassen: "Wir sind noch nicht ganz überm Berg."

Hoffnung auf bessere Zeiten machte Söder den Schülerinnen und Schülern in Deutschland. Das nächste Schuljahr werde ein ganz anderes Schuljahr werden. Dafür müsse es "massenhaft schon vor Schulbeginn Schulimpf-Aktionen mit geschlossenen Gruppen-Impfungen" mit dem jetzt zugelassenen Impfstoff ab 12 Jahren geben.

Amtsärzte warnen vor Druck auf Impfsystem ab dem Sommer

8.16 Uhr: Wegen der vielen nötigen Auffrischungsimpfungen befürchten die Amtsärzte, dass das Impfsystem in Deutschland im Sommer mächtig unter Druck geraten könnte. Die Chefin des Bundesverbands der Amtsärzte, Ute Teichert, sagte der "Rheinischen Post" (Montagausgabe), ab Ende Juni oder Anfang Juli müsse in Deutschland nachgeimpft werden - zusätzlich zu den laufenden Erst- und Zweitimpfungen. "Von Seiten der Politik höre ich diesbezüglich aber keinerlei Vorschläge, wie das organisiert werden sollte. Es scheint vielmehr, als liefe sie planlos in eine solche Situation hinein."

Teichert verwies darauf, dass Studien davon ausgehen, dass Nachimpfungen nach sechs Monaten fällig werden. Andere Länder wie England seien schon dabei, sich darauf vorzubereiten. Die Situation in Deutschland sei auch deshalb so besorgniserregend, weil es parallel die Kinderimpfungen als eine weitere Herausforderung geben werde.

Krankenstand trotz Pandemie auf Rekordtief

7.48 Uhr: Mitten in der Corona-Pandemie ist der Krankenstand unter den Beschäftigten auf ein Rekordtief gesunken. So war er bei der Techniker Krankenkasse (TK) im ersten Quartal so niedrig wie seit 13 Jahren nicht mehr, wie aus Daten der Kasse hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegen. In den ersten drei Monaten des Jahres betrug der Krankenstand 3,8 Prozent. Im ersten Quartal des Jahres 2020 lag er noch bei 5,1 Prozent, 2019 bei 4,8 und 2018 bei 5,2 Prozent der Arbeitszeit.

TK-Chef Jens Baas sagte: "Die Fehltage sind bei fast allen Diagnosen zurückgegangen, besonders bei den Erkältungskrankheiten." Die Grippewelle sei ausgeblieben. Sonst sorge sie in der Regel alle zwei Jahre im Februar für einen erhöhten Krankenstand. "Es zeigt sich, dass die Abstands- und Hygieneregeln sowie die eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten auch die Verbreitung anderer Infektionserreger verhindern", sagte Baas.

Die Diagnose Covid-19 spielt bei den Krankschreibungen der Erwerbstätigen im Vergleich zu den anderen Diagnosen den Daten zufolge eine untergeordnete Rolle. Insgesamt verzeichnete die TK im ersten Quartal 1,08 Millionen Krankschreibungen, davon 9381 aufgrund von Covid-19.

So wird in Deutschland gegen Corona geimpft

7.15 Uhr: Der Impfmonitor unserer Redaktion zeigt, wie ganz Deutschland und die Bundesländer beim Impfen vorankommen. Mittlerweile haben 26.836.612 Menschen mindestens die erste Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Das sind 32,3 Prozent der Bevölkerung. 9,1 Prozent haben sogar schon den vollen Impfschutz.

Drosten: Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland

6.47 Uhr: Angesichts der sinkenden Corona-Zahlen hat Top-Virologe Christian Drosten den Bundesbürgern für den Sommer Mut gemacht: "Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland", sagte Drosten am Sonntagabend im ZDF-"heute journal".

Drosten zeigte sich ungewöhnlich zuversichtlich angesichts der Entwicklungen. "Ich denke, dass wir zum Juni hin erstmalig Effekte sehen, die der Impfung zuzuschreiben sind." Die aktuelle Entspannung sei indes "wahrscheinlich" noch auf verantwortungsbewusstes Verhalten der Bevölkerung zurückzuführen.

Gleichzeitig warnte der Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité vor zu früher Euphorie. Deutschland sei noch nicht so weit wie andere Länder, sagte Drosten. "Wir müssen länger warten, weil wir noch nicht so weit sind mit unserem Impffortschritt." Sobald eine Impfquote wie in Großbritannien erreicht werde, könne gerade im Außenbereich wieder vieles zugelassen werden.

Intensivmediziner: Dritte Corona-Welle gebrochen

6.20 Uhr: Führende Intensivmediziner sehen eine positive Entwicklung in der Corona-Pandemie. "Wir befinden uns auf einer abschüssigen Zielgeraden. Die dritte Welle ist gebrochen", sagte der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, der "Rheinischen Post".

Die Situation auf den Intensivstationen werde sich bezogen auf die Covid-Patienten mit voraussichtlich 1000 Patienten Ende Juni entspannt haben. Ursachen dafür seien zum einen die Corona-Maßnahmen und zum anderen die voranschreitende Impfkampagne.

Freiheitsrechte für Geimpfte – Landsberg warnt vor Neiddebatte

4.46 Uhr: Nach der Lockerung von Corona-Maßnahmen für Geimpfte hat der Städte- und Gemeindebund vor einer Neiddebatte gewarnt. Die Politik solle Abstand davon nehmen, "ein angebliches Solidaritätsproblem herbeizureden, das es in der Realität vor Ort nicht gibt", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg unserer Redaktion. Auch die jungen Menschen würden demnächst ein Impfangebot erhalten. "Wir sollten in Deutschland jetzt keine Neiddebatte befeuern, sondern uns über endlich etwas mehr Normalität freuen."

Landsberg wies auch Befürchtungen zurück, die unterschiedlichen Vorschriften ließen sich schwer überprüfen. "Auch unter den neuen Regelungen ist die Kontrollierbarkeit gewährleistet und funktioniert", sagte der Hauptgeschäftsführer. "Bei den Ausgangsbeschränkungen gibt es ohnehin schon jetzt viele Ausnahmen, wie etwa den Weg zur Arbeit, sonstige berufliche Gründe oder die unaufschiebbare Versorgung eines Angehörigen."

Der Impfausweis in Kombination mit dem Personalausweis sei ebenfalls problemlos zu überprüfen. "Dennoch ist es wichtig, jetzt so schnell wie möglich auch den digitalen Impfausweis verfügbar zu machen", forderte Landsberg.

Ethikratsvorsitzende fordert bessere Impf-Angebote in sozialen Brennpunkten

3.02 Uhr: Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, fordert von der Politik mehr Anstrengung, um Bewohnern ärmerer Stadtviertel eine Corona-Impfung zu ermöglichen. Sinnvoll seien mehr aufsuchende Impfungen, mobile Dienste sowie Impfungen in Gemeindezentren, um mehr Menschen zu erreichen, sagte Buyx dieser Redaktion. Buyx betonte, man müsse "die sozio-demografischen Unterschiede beim Impfen unbedingt berücksichtigen".

Es handle sich um ein Problem, das mit Faktoren wie Sprache, Bildung, Vertrauen sowie mit kulturellen Unterschieden zu tun habe. "Für jemanden, der schlechte Erfahrungen mit staatlichen Einrichtungen gemacht hat oder schlecht Deutsch spricht, sind die Hürden höher", erläuterte Buyx.

Auch die Dichte an Hausärzten in bestimmten Vierteln sowie der Zugang zu Betriebsärzten spielten eine Rolle. Zugleich sprach sich Buyx gegen eine gesetzliche Corona-Impfpflicht aus. "Der Ethikrat betont, dass es eine moralische Pflicht ist, sich impfen zu lassen. Aber eine rechtliche Pflicht schließen wir aus", stellte die Vorsitzende des Gremiums klar.

Corona-News von Sonntag, 9. Mai: Corona-Lockdown in Tunesien in Kraft

  • Schauspieler Volker Bruch hat sich zur Videoaktion #allesdichtmachen geäußert. "Unser Ziel war, die Kritik an den Maßnahmen aus dieser als extremistisch gebrandmarkten Ecke zu holen", sagte Bruch in einem Interview, das er mit den Schauspielerinnen Miriam Stein, Nina Gummich und Karoline Teska der "Welt am Sonntag" gab.
  • Die Engländer dürfen nach Monaten der Corona-Kontaktbeschränkungen wieder auf Tuchfühlung gehen. Die Regierung will "vertraute Kontakte" wie Umarmungen und Küsse bei Begrüßungen und Abschieden wieder erlauben, wie Staatsminister Michael Gove ankündigte.
  • Bundeswirtschaftminister Peter Altmaier rechnet angesichts stark sinkender Neuinfektionen mit baldigen Lockerungen der Corona-Auflagen. "Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Tagen und Wochen in vielen Landkreisen Öffnungen sehen werden - auch bei der Außengastronomie", sagte der CDU-Politiker in der ARD."Wir werden Menschen sehen, die draußen sitzen und Eis essen oder Pizza essen."
  • Die bei Deutschen beliebten Ferieninseln der Kanaren dürfen ihre nächtliche Ausgangssperre nach dem Ende des Corona-Notstandes in Spanien nicht aufrechterhalten. Dies hat das Oberste Landesgericht entschieden, wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtete.
  • Wegen fehlerhafter E-Mails, die Impflinge zu früh an ihren zweiten Impftermin erinnerten, bildeten sich am Samstag vor dem Impfzentrum in Hamburg lange Schlangen. Weggeschickt wurde aber keiner, der oder die eine Impfberechtigtung hatte.
  • Die Zahl der Covid-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung in Deutschland geht zurück. "Worüber wir sehr froh sind", sagte Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), in einem Video-Statement.
  • Die EU wird Impfstoff-Lieferverträge mit Astrazeneca nicht über Juni hinaus verlängern. Das gab Binnenmarktkommissar Thierry Breton bekannt.
  • Die Corona-Lage in Indien spitzt sich trotz internationaler Hilfe weiter zu. Wie das Gesundheitsministerium am Sonntag in Neu Delhi mitteilte, wurden zum zweiten Mal hintereinander mehr als 4000 Tote binnen 24 Stunden gezählt. Zudem gab es wieder mehr als 400.000 Neuinfektionen.
  • Italien will zur Ankurbelung des Tourismus noch im Mai Einreisen ohne die bisherige Kurz-Quarantäne erlauben. Schon ab Mitte Mai sollten Reisende aus Europa, die voll geimpft sind, leichter ins Land kommen, kündigte Italiens Außenminister Luigi Di Maio am Samstag auf Facebook an.
  • Im Englischen Garten in München ist eine Auseinandersetzung zwischen Feiernden und der Polizei nach Darstellung der Ordnungshüter eskaliert. Junge Leute hätten etwa 50 Flaschen in Richtung der Polizisten geworfen und so 19 Beamte verletzt, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.
  • Der Mittelstandsverband hat CDU und CSU für ihre Haltung zur Insolvenzantragspflicht scharf kritisiert. "Bleibt die Union bei ihrer Verweigerungshaltung, wird sie zum Totengräber von tausenden mittelständischen Unternehmen", sagte Markus Jerger, Bundesgeschäftsführer im Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), unserer Redaktion. Lesen Sie dazu: Mittelstands-Chef Jerger: "Die Union wird zum Totengräber"
  • Unternehmen, die ihren Mitarbeiter in der Regel Gewinn- oder Erfolgsbeteiligungen auszahlen, mussten im Corona-Jahr 2020 seltener Beschäftigte entlassen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft aus Köln (IW), das dieser Redkation vorliegt. Lesen Sie dazu auch: Corona: Diese Arbeitsverträge erhöhen die Jobsicherheit
  • Die jüngste Aufhebung von Corona-Auflagen für Geimpfte und Genesene belastet nach Einschätzung des Deutschen Ethikrats vor allem die jüngere Generation und wird in der Gesellschaft zu Konflikten führen.
  • Grünen-Chef Robert Habeck hat den Bund dazu aufgerufen, ein milliardenschweres Bildungsprogramm für benachteiligte Schülerinnen und Schüler auf den Weg zu bringen. "Bildungspolitik ist auch Sozialpolitik, das ist in der Pandemie überdeutlich geworden", sagte er dieser Redaktion.

Corona-News von Samstag, 8. Mai: Ethikratvorsitzende Alena Buyx warnt vor Generationenkonflikt

  • Wenn Geimpfte wieder mehr dürfen, was ist dann mit den anderen, vor allem der jüngeren Generation? Alena Buyx, Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, gibt Antworten auf die großen Fragen des Lebens und soll damit Gesellschaft und Politik Orientierung geben. Lesen Sie das Gespräch: Ethikratsvorsitzende: Junge Generation "doppelt im Nachteil"
  • Die britische Tourismusbranche hat die Regierung mit Nachdruck zu einer weitreichenderen Öffnung von Ferienzielen aufgefordert
  • Für vollständig gegen Corona Geimpfte und Menschen, die eine Infektion nachweislich schon durchgemacht haben, sind ab diesem Sonntag bundesweit wesentliche Einschränkungen aufgehoben
  • Nach einem Gipfeltreffen der EU-Regierungschefs im portugiesischen Porto erklärte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, es stehe in der Union jetzt genügend Impfstoff zur Verfügung, um bis Ende Juli 70 Prozent der erwachsenen EU-Bürger zu impfen. Lesen Sie hier: EU-Gipfel: Mega-Deal mit Biontech, Abfuhr für Biden
  • Die Corona-Maßnahmen müssen nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn langfristig aufgehoben werden, auch wenn eine bestimmte Anzahl von Menschen ungeimpft bleibt
  • Das Grüne Impfzertifikat zum vereinfachten Reisen in Europa kann nach Erwartung von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen pünktlich im Juni starten
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat am Rande des EU-Gipfels in Porto Optimismus hinsichtlich der Urlaubspläne in den Sommerferien verbreitet. Wenn man sehe, wie niedrig die Inzidenzen in einigen europäischen Ländern seien, "dann bin ich sehr hoffnungsfroh, dass wir auch insgesamt uns das leisten können, was auch im vergangenen Sommer möglich war", sagte Merkel
  • Papst Franziskus hat sich in der Debatte um die Freigabe von Patenten für Corona-Impfstoffe auf für die vorrübergehende Aussetzung der Rechte am geistigen Eigentum ausgesprochen
  • Die Sonderimpfaktion in der Kölner Ditib-Zentralmoschee wurde von der Bevölkerung gut angenommen
  • Die Bundesschülerkonferenz dringt auf eine rasche Rückkehr zum Präsenzunterricht. In einer Zeit mit steigenden Impfquoten "muss der Öffnungsblick vor allem auf Schulen gerichtet sein", sagte Generalsekretär Dario Schramm dieser Redaktion
  • EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat über Twitter den Kauf von bis zu 1,8 Milliarden weiterer Biontech-Impfdosen angekündigt
  • Geht es nach dem Willen des Städte- und Gemeindebundes, soll eine Ministerpräsidentenkonferenz die geplanten Lockerungen der Corona-Maßnahmen einheitlich regeln
  • Mit 4187 Corona-Toten und mehr als 400.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden meldet Indien einen neuen weltweiten Höchststand während der Pandemie. Die zweite Welle hat das Land voll im Griff
  • Der Präsident des Deutschen Städtetags, Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), fordert in der Corona-Pandemie neben Geimpften und Genesenen auch negativ Getesteten mehr Freiheiten zuzugestehen
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeigt sich mit Blick auf einen Sommerurlaub in Europa optimistisch. "Innerhalb der EU wird das Reisen voraussichtlich nicht von der Impfung abhängig sein. Auch mit den Testungen wird man sich europaweit gut bewegen können", sagte Spahn der "Rheinischen Post" (Samstag)
  • Grünen-Chef Robert Habeck hat beschleunigte Corona-Impfungen in sozial benachteiligten Stadtteilen gefordert. "Mobile Impfteams müssen in die sozialen Brennpunkte fahren und ein Angebot machen - digital beworben, wenn der Datenschutz das zulässt", sagte er dieser Redaktion. Das ganze Interview lesen Sie hier
  • Das Streaming von Online-Inhalten wie Videos und Podcasts boomt in der Corona-Pandemie. Unter den Internetnutzerinnen und -nutzern in Deutschland streamt heute jeder Zweite mehr als noch vor einem Jahr
  • Der US-Vorstoß für eine Aussetzung von Patenten auf Corona-Impfstoffe trifft im Kreis der EU-Staaten auf Vorbehalte. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe sich entschieden gegen die Freigabe der Patente gewandt

Corona-News von Freitag, 7. Mai: Bombendrohung gegen Impfzentren – Polizei gibt Entwarnung

  • EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat vor zu hohen Erwartungen an eine Aussetzung der Patente von Corona-Impfstoffen gewarnt. Die Corona-Beschränkungen in Griechenland werden weiter gelockert. Ab Samstag ist das Baden an Privatstränden wieder erlaubt und auch Museen dürfen in einer Woche wieder öffnen, wie die Gesundheitsbehörden am Freitag mitteilten. Am 21. Mai folgt die Öffnung von Open-Air-Kinos, und eine Woche darauf sind dann auch Theaterbesuche wieder erlaubt.
  • Griechenland bereitet sich mit der schrittweisen Aufhebung der Corona-Auflagen auf die bevorstehende Urlaubssaison vor. Nach sechsmonatiger Schließung dürfen seit Montag Cafés und Restaurants ihre Gäste wieder im Freien bedienen. Nicht lebensnotwendige Geschäfte und Schulen sind bereits seit Anfang April wieder geöffnet. Lesen Sie dazu: Urlaub buchen trotz Corona – mit diesen Tipps klappt es
  • Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca soll in Großbritannien nur noch bei über 40-Jährigen eingesetzt werden. Die Zahl der gemeldeten schweren Thrombose-Fälle im zeitlichen Zusammenhang mit einer Astrazeneca-Impfung ist weiter gestiegen: Bis zum 30. April seien 67 Fälle einer Thrombose mit Thrombozytopenie (TTS) gemeldet worden, wie unsere Redaktion aus dem neuen Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) erfuhr. Vierzehn Patienten – fünf Männer und neun Frauen - seien verstorben.
  • Geimpfte und Genesene bekommen ihre Rechte wieder zurück: Doch einige Bevölkerungsgruppen in Deutschland haben noch gar nicht Möglichkeit, sich impfen zu lassen. So ist bisher kein Vakzin für Kinder zugelassen und Schwangere werden nur in Ausnahmefällen geimpft. Lesen Sie hier, welche Regeln für diese Gruppe gelten
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat für den chinesischen Corona-Impfstoff von Sinopharm eine Notfallzulassung erteilt, wie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf sagte. So können UN-Organisationen das Mittel kaufen und verteilen. Lesen Sie mehr zum Thema: Sinopharm und Co.: Was können die chinesischen Impfstoffe?
  • Hamburgs rot-grüner Senat will die seit fünf Wochen zwischen 21.00 und 5.00 Uhr geltenden Ausgangsbeschränkungen aufheben. Die zunächst in Indien entdeckte Corona-Variante B.1.617.2 gilt in England nun als "besorgniserregend". Lesen Sie dazu: Indische Variante – Was Forschern Sorgen macht
  • Der US-Pharmakonzern Pfizer und sein Mainzer Partner Biontech beantragen in den USA eine vollständige Zulassung ihres Corona-Impfstoffes. Wie beide Unternehmen am Freitag mitteilten, begannen sie mit dem Einreichen der notwendigen Unterlagen bei der US-Arzneimittelbehörde FDA.
  • Lässt sich in Spanien beobachten, was auch Deutschland drohen könnte, wenn mehr und mehr Bundesländer die Bundes-Notbremse lockern? Das Ende des sechsmonatigen Corona-Notstands sorgt in vielen spanischen Regionen für Verwirrung. Vielerorts gab es Streit darüber, welche alten oder neuen Einschränkungen von Sonntag an noch gelten. Ärger droht auch auf den Balearen mit der Urlauberinsel Mallorca. Dort kündigten Gastwirte eine Art Aufstand gegen Pläne der Regionalregierung an. Die Zeitung "El País" sprach von "Chaos".
  • Die Stadt New York will laut Bürgermeister Bill de Blasio schon bald Impfungen für Touristen ermöglichen. Dafür sollen mobile Impfteams an beliebten Touristenattraktionen wie dem Times Square das Vakzin von Johnson & Johnson an Besucher verabreichen.
  • In deutschen Universitäten finden im laufenden Sommersemester kaum Corona-Tests oder Präsenzveranstaltungen statt.
  • Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sieht große Probleme in der Kontrolle der Lockerungen für Genesene und Geimpfte.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat weitere Lockerungen für Geimpfte und Genesene angekündigt. Nach der Entscheidung des Bundesrats zu den Lockerungen arbeite man parallel an einer Rechtsverordnung für die Einreise von Geimpften und Genesenen nach Deutschland. Auch hier soll gelten wer das Virus nicht oder kaum noch übertragen kann, der soll von Test- und Quarantänepflicht befreit werden. "Ausnahmen gibt es für Einreisen aus Virusvarianten gebieten" sagte Spahn auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit RKI-Präsident Lothar Wieler.
  • Einen Tag nach dem Bundestag hat auch der Bundesrat für Lockerungen für vollständig Geimpfte und Genesene gestimmt.
  • In Münster ist laut Mitteilung der Stadt ein Kind an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Das vier Jahre altes Mädchen starb bereits am vergangenen Samstag in einer Münsteraner Klinik.
  • Vor der nahenden Urlaubssaison will Italien die Bevölkerung seiner kleinen Mittelmeerinseln coronafrei bekommen. Ab Freitag sollen Massenimpfungen gegen Covid-19 auf Capraia, südwestlich der toskanischen Stadt Livorno, und den Äolischen Inseln, nordwestlich der sizilianischen Stadt Messina, beginnen, wie aus dem Plan des außerordentlichen Kommissars für den Corona-Notfall hervorgeht. Insgesamt will die Regierung Menschen auf etwa dreißig dieser kleineren Inseln impfen.
  • Der Musiker Jan Delay (45) hat seine Fans aufgerufen, Corona-Regeln einzuhalten, damit es bald wieder Leben auf den Bühnen und in den Clubs geben kann. Am Donnerstagabend stand er erstmals seit eineinhalb Jahren wieder auf der Bühne. In dem per Live-Stream übertragenen Konzert sang er auch sein Lied "St. Pauli", in dem es heißt: "Auf St. Pauli brennt noch Licht, da ist noch lange noch nicht Schicht."
  • Lockerungen für Geimpfte und Genesene, und zwar ab sofort - so wollen es Bundesregierung und Bundestag. Heute soll auch der Bundesrat zustimmen. Der Deutsche Landkreistag hat davor gewarnt, die kommunalen Impfzentren infrage zu stellen. "Die Impfzentren spielen neben den niedergelassenen Ärzten eine zentrale Rolle. Sie dürfen nicht ausgebremst werden", sagte Landkreistagspräsident Reinhard Sager dieser Redaktion.

Corona-News von Donnerstag, 6. Mai: 400.000 Geräte im "Warteraum" – Impf-Ansturm in SH

  • Die Zahl der Corona-Toten weltweit dürfte laut einer Schätzung des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) fast doppelt so hoch liegen wie bislang erfasst. Das Institut geht davon aus, dass fast 6,9 Millionen Menschen an Covid-19 gestorben sind.
  • Noch dürfen Betriebsärzte nicht in Unternehmen gegen Corona impfen. Arbeitnehmer sind deshalb auf Termine bei ihren Hausärzten oder in Impfzentren angewiesen. Oft wird ihnen dabei ein Termin zugewiesen – nicht selten auch werktags. Welche Rechte haben die Beschäftigten?
  • Bund und Länder wollen mögliche Corona-Impfungen für Kinder im Alter über 12 Jahren während der Sommerferien vorbereiten. Stand heute sei eine EU-Zulassung des bisher ab 16 Jahre freigegebenen Biontech-Impfstoffs für 12- bis 15-Jährige im Juni wahrscheinlich, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin nach Beratungen mit seinen Länder-Kollegen.
  • Die Menschen in Deutschland können sich in ihrer Arztpraxis künftig ohne Priorisierung mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca impfen lassen.
  • Eine Mehrheit der Deutschen ist gegen sofortige Lockerungen der Corona-Vorschriften für Geimpfte und Genesene. Laut dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-"Deutschlandtrend" finden es 40 Prozent der Deutschen grundsätzlich falsch, wenn Geimpfte oder Genesene von Einschränkungen befreit werden.
  • Deutsche Pharma-Firmen lehnen es ab, Impfstoffpatente vorübergehend freizugeben. Wie sehr helfen Impfungen gegen die Ausbreitung des Coronavirus? Das Robert Koch-Institut bewertet Vakzine außerordentlich positiv. "Die Effektivität der Covid-19-Impfung liegt nach vollständiger Impfserie zwischen 80 und 90 Prozent", schreibt das RKI am Donnerstag auf Twitter.
  • Impfwillige in Deutschland sollen sich nach einem Vorschlag der Bundesregierung künftig ohne die gültige Priorisierung mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca impfen lassen können.
  • Die Ständige Impfkommission (Stiko) befürwortet zunächst weiter eine bevorzugte Impfung besonders gefährdeter Gruppen gegen Covid-19.
  • Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat in Aussicht gestellt, dass an sämtlichen Berliner Teststellen bald ein digitaler Testnachweis angeboten wird. Die digitale Variante sei auch ein zentrales Projekt auf Bundesebene.
  • Die hohe Nachfrage nach dem Corona-Vakzin hat dem US-Impfstoffhersteller Moderna erstmals zu schwarzen Zahlen verholfen.
  • Für vollständig Geimpfte und genesene Menschen sollen zahlreiche Corona-Beschränkungen entfallen. Der Bundestag billigte am Donnerstag eine entsprechende Verordnung der Bundesregierung mit großer Mehrheit.
  • Biontech/Pfizer hat sich bereit erklärt, Corona-Impfstoff für die Teilnehmer der olympischen Sommerspiele in Tokio zu spenden.
  • Reisende aus Israel können künftig wieder leichter in die Europäische Union einreisen.
  • Die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Katarina Barley (SPD), hat die US-Regierung aufgefordert, nach ihrem Vorstoß für eine Aussetzung des Patentschutzes für Corona-Impfstoff auch die amerikanischen Exportverbote für die Vakzine unverzüglich aufzuheben.
  • In der Debatte um eine globale Aufhebung von Patenten für Corona-Impfstoffe hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das Ziel von Produktionssteigerungen unterstützt.
  • In Indien ist ein weltweiter Höchststand bei den Corona-Neuinfektionen erfasst worden. Es wurden mehr als 412.000 Fälle in den vergangenen 24 Stunden gemeldet, wie Zahlen des Gesundheitsministeriums vom Donnerstag zeigten.
  • Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat dazu aufgerufen, das Hauptaugenmerk bei Corona in den kommenden Wochen auf die weitere Reduzierung der Neuinfektionen zu legen - auch mit Blick etwa auf Schwangere ohne Impfmöglichkeit.
  • Die EU hat sich offen für Gespräche über eine vorübergehende Aussetzung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe gezeigt.
  • Impfstoff "made in Germany": Davon gibt es jetzt immer mehr. In den Startlöchern für eine Zulassung steht etwa das Tübinger Unternehmen CureVac. Welche Vakzine sonst noch hierzulande produziert werden und an welchen Standorten dies geschieht, lesen Sie hier.
  • In den einzelnen Bundesländern ist unterschiedlich viel Impfstoff übrig. In NRW etwa liegen noch 48 Prozent des bereits gelieferten Vakzins von Moderna auf Halde. Diese Mengen werden teilweise von den Ländern zurückgehalten, um Zweitimpfungen sicherzustellen.
  • Die Brüsseler EU-Kommission verteidigt, dass für den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer künftig ein höherer Preis gezahlt werden soll.
  • Die netzpolitische Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion, Anke Domscheit-Berg, warnt vor Sicherheitslücken im Verschlüsselungssystem des europäischen digitalen Impfnachweises.
  • Angesichts der geplanten Freiheiten für Geimpfte fordert der Deutsche Städtetag jetzt auch mehr Lockerungen für negativ Getestete.

Corona-News von Mittwoch, 5. Mai: Spahn will für Astrazeneca Priorisierung aufheben

  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will für Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca die Priorisierung sofort aufheben.
  • Für den Kampf zur weltweiten Eindämmung der Pandemie unterstützt die US-Regierung die Aussetzung von Patenten für die Corona-Impfstoffe.
  • Das Bundesverfassungsgericht hat Eilanträge gegen nächtliche Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Corona-Notbremse abgelehnt.
  • In Kanada darf der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer nun auch 12- bis 15-Jährigen verabreicht werden.
  • Schleswig-Holstein öffnet für Geimpfte und Genesene ab 17. Mai den Tourismus.
  • Der Deutsche Ethikrat kritisiert das vom Bundeskabinett beschlossene Aufholprogramm für Kinder und Jugendliche. Die zwei Milliarden würden nicht ausreichen, sagte Alena Buyx, Vorsitzende des Ethikrates, dieser Redaktion.
  • Die Bundesregierung hat die Bürger davor gewarnt, sich gefälschte Impfpässe zu beschaffen, um so vorzeitig in den Genuss von Erleichterungen etwa bei Kontaktbegrenzungen oder bei Urlaubsreisen zu kommen.
  • Das Gesundheitsministerium soll zur Beschaffung von Corona-Impfstoff weitere 3,8 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt bekommen.
  • Die bundesweit verbindlichen Regeln für schärfere Corona-Maßnahmen bei hohem Infektionsgeschehen zeigen aus Sicht der Bundesregierung Wirkung.
  • Die Mehrheit der Menschen in Deutschland hält es einer Umfrage zufolge für angemessen, wenn in der Corona-Pandemie bundesweit mobile Impfbusse in sozialen Brennpunkten zum Einsatz kommen.
  • Die Bundesregierung hat das Aufholpaket für Kinder und Jugendliche zur Unterstützung sozial schwacher Familien in der Corona-Krise auf den Weg gebracht.
  • In vielen Bundesländern dürfen sich Angehörige der Priorisierungsgruppe drei für die Corona-Impfung anmelden - alleine aufgrund ihres Alters sind das bundesweit mehr als zehn Millionen Menschen.
  • Deutschland hat mit 150.000 verabreichten Dosen einen Tagesrekord bei den wichtigen Zweitimpfungen aufgestellt.
  • Auf den Intensivstationen, wo positive Entwicklungen erst mit einiger Verspätungen spürbar werden, scheint sich die Lage langsam zu stabilisieren.
  • Datenschützer sehen Fotos von Impfpässen, die etwa aus Freude über Corona-Schutzimpfungen auf sozialen Netzwerken und in Chats geteilt werden, mit Sorge. "Wenn geimpfte Personen ein Foto ihres Impfpasses im Internet veröffentlichen, dann kann das Kriminellen als Vorlage dienen", sagte der Hamburgische Datenschutzbeauftragte, Johannes Caspar.
  • Indien hat an einem Tag mit 3780 Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus im Land so viele erfasst wie nie zuvor.
  • Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) dringt auf weitere Finanzhilfen für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wegen der Corona-Krise für dieses Jahr.
  • Um das Impftempo in Deutschland zu beschleunigen, fordert der Deutsche Hausärzteverband Rechtssicherheit für Ärztinnen und Ärzte, die pro Ampulle sieben statt sechs Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer nutzen wollen. "Es kann nicht sein, dass täglich in Deutschland Impfdosen weggeworfen werden", sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt unserer Redaktion.

Corona-News von Dienstag, 4. Mai: Biden ruft 20- bis 30-Jährige zum Impfen auf

  • US-Präsident Joe Biden hat neue Ziele für das amerikanische Corona-Impfprogramm herausgegeben und wandte sich ausdrücklich an die 20- und 30-Jährigen, von denen viele glaubten, sie benötigten keine Impfung. Nach Regierungsgaben ist die Impfung gegenwärtig bei etwa 105 Millionen der 328 Millionen US-Bürger abgeschlossen.
  • Die Virologin Sandra Ciesek hält Impfungen auch für Covid-19-Genesene für sinnvoll. Für alle anderen sei vor allen die zweite Impf-Dosis entscheidend, sagte sie im NDR-Podcast "Coronavirus-Update".
  • Die Luftwaffe fliegt am Mittwoch eine Anlage zur Herstellung von Sauerstoff in das schwer von der Corona-Pandemie getroffene Indien. Den Krankenhäusern in Indien geht wegen der steigenden Zahl an Corona-Patienten der medizinische Sauerstoff aus.
  • FDP-Chef Christian Lindner fordert als Reaktion auf die Entwicklung bei den Corona-Infektionen weitergehende Lockerungen auch für Menschen mit einem Negativtest.
  • Bis Anfang Juli sollen nach dem Willen der US-Regierung rund 70 Prozent aller rund 260 Millionen Erwachsenen im Land mindestens die erste Corona-Impfung erhalten haben. Dies sei Präsident Joe Bidens neues Ziel, erklärte das Weiße Haus am Dienstag.
  • In Brandenburg können sich Erwachsene unter 60 Jahren in Arztpraxen ab sofort mit dem Impfstoff von Astrazeneca gegen das Coronavirus impfen lassen. Das Brandenburger Impfkabinett habe dies gebilligt, teilte das Innenministerium mit.
  • Ein Viertel aller Einwohner der Europäischen Union ist inzwischen einmal gegen das Coronavirus geimpft - und das Impftempo nehme zu, twitterte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Im Juli würden ausreichend Impfdosen vorhanden sein, um 70 Prozent der Erwachsenen in der EU zu impfen, kündigte von der Leyen an.
  • Italien will nach Angaben von Ministerpräsident Mario Draghi ab Mitte Mai wieder ausländische Touristen ins Land lassen. Mit einem italienischen Gesundheitspass sollen Urlauber aus dem Ausland dann auch zwischen den verschiedenen italienischen Regionen reisen können, sagt Draghi nach einem Treffen der G20-Tourismusminister.
  • Menschen, die vollständig gegen das Coronavirus geimpft oder in den vergangenen sechs Monaten eine Infektion überstanden haben, sind künftig im Bundesland Bremen von allen Testpflichten ausgenommen. Eine entsprechende Regelung beschloss der Senat am Dienstag.
  • Angesichts weiterhin niedriger Corona-Neuinfektionen hält die britische Regierung an ihrem Zeitplan für Lockerungen fest. Damit werden voraussichtlich wie geplant am 17. Mai weitere Restriktionen aufgehoben: Dann dürfen Restaurants und Pubs auch ihre Innenräume öffnen, außerdem sind Auslandsreisen wieder erlaubt.
  • Die Corona-Pandemie bringt die Planung des großen Terrorprozesses gegen die mutmaßlich rechtsextremistische "Gruppe S." in Stuttgart ordentlich durcheinander. Zum zweiten Mal sind Verhandlungstermine des Oberlandesgerichts auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Stammheim abgesagt worden, weil sich Häftlinge angesteckt haben.
  • Im Ringen um den Schutz von Unternehmen vor Insolvenzen wegen der Corona-Krise sieht die SPD kaum noch Chancen auf eine Einigung. CDU und CSU betrieben "scheinheilige Ablenkungsmanöver", wollten die erneute Sonderregelung aber offenkundig nicht.
  • Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hat sich für unbürokratische Lockerungen bei Corona-Regeln für Geimpfte und Genesene ausgesprochen. "Es geht ja bei allen Maßnahmen auch darum, dass man eine Akzeptanz hat für die ganzen Sachen", sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin.
  • Hohe Kosten für PCR-Coronatests sind dem Dachverband der Fluggesellschaften (IATA) in Genf ein Dorn im Auge. IATA-Chef Willie Walsh sprach am Dienstag von Geschäftemacherei. Weil viele Länder PCR-Tests für Flugreisende vorschreiben, werde das Fliegen für viele Menschen unerschwinglich.
  • Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich erfreut über die Entspannung des Corona-Infektionsgeschehens im Land geäußert. Es gebe "Licht am Ende des Tunnels", sagte sie nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen am Dienstag in Online-Beratungen der Unionsfraktion im Bundestag.
  • Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie treffen vor allem Selbstständige finanziell hart. Die Kluft zwischen Menschen mit geringerem Einkommen und Gutverdienern in Deutschland hat sich nach einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) dadurch insgesamt etwas verringert.
  • Berlins Regierender Bürgermeister hat sich für eine bundesweite Absprache über Urlaubsmöglichkeiten in den Sommerferien ausgesprochen. "Wir werden mit Sicherheit wieder zu einer MPK zusammenkommen, denn wir müssen so etwas bundesweit abstimmen", sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am Dienstag in Berlin.
  • Die Ärzte warnen auch als Lehre aus der Corona-Krise vor Kostendruck und einer weiteren Kommerzialisierung im deutschen Gesundheitswesen. "Erst kommt der Patient und dann der Profit. Das muss sich endlich in das kollektive Gedächtnis einbrennen", sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, am Dienstag beim Deutschen Ärztetag.
  • In Berlins sozialen Brennpunkten soll es beim Impfen schneller vorangehen. So sollen im Lauf der nächsten Woche 10.000 Impfdosen an Stadtteilzentren in sozialen Brennpunkten oder Quartieren in schwierigen Wohnsituationen geliefert werden, wie Berlins Regierender Bürgermeister, Michael Müller, am Dienstag nach der Senatssitzung ankündigte.
  • Mecklenburg-Vorpommern erlaubt vollständig geimpften Tagesausflüglern und Zweitwohnungsbesitzern aus anderen Bundesländern wieder die Einreise. Touristische Übernachtungen etwa in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen oder auf Campingplätzen bleiben aber weiterhin untersagt.
  • Sachsen stellt vollständig gegen Corona geimpfte Menschen sowie Genesene ab dem 10. Mai in vielen Punkten mit negativ Getesteten gleich. Das sagte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden nach einer Sitzung des Kabinetts.
  • Die Bundesregierung hat den Weg frei gemacht für rasche Lockerungen der Corona-Regeln für vollständig Geimpfte und Genesene. Das Kabinett habe eine entsprechende Verordnung am Dienstag beschlossen, sagte Justizministerin Christine Lambrecht (SPD).
  • In der Europäischen Union sind inzwischen 150 Millionen Impfungen gegen Covid-19 verabreicht worden. Die Zahl nannte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstag auf Twitter. Das Impftempo ziehe überall in der EU an.
  • Wieder ein Dämpfer für die deutsche Impfkampagne. Laut dem "Spiegel" ist die Produktion des deutschen Impfstoff-Herstellers Curevac durch fehlende Rohstoffe akut in Gefahr, weil die US-Regierung die Ausfuhr entscheidender Materialien per Kriegswirtschaftsdekret unterbindet.
  • Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hat eine Prüfung des Corona-Impfstoffs des chinesischen Herstellers Sinovac eingeleitet. Zur Prüfung einer Zulassung des Vakzins CoronaVac habe ein sogenanntes rollierendes Verfahren begonnen, teilte die EMA am Dienstag in Amsterdam mit.
  • In bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 dürfen ab kommenden Montag (10. Mai) die Außengastronomie, Theater, Konzert- und Opernhäuser sowie Kinos öffnen. Das hat das bayerische Kabinett am Dienstag beschlossen, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) anschließend sagte.
  • Urlaub in Bayern soll zu Beginn der Pfingstferien am 21. Mai in Regionen mit niedrigen Corona-Infektionszahlen wieder möglich sein. In Kreisen und kreisfreien Städten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 sollen Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze wieder öffnen dürfen, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach der Kabinettssitzung am Dienstag in München ankündigte.
  • In Deutschland haben 28,7 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Das geht aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag hervor (Stand: 4. Mai, 12.00 Uhr). Den vollen Impfschutz erhielten bislang gut acht Prozent der Bevölkerung.
  • Mit einem Stufenplan will Niedersachsen in Lockerungen der Corona-Beschränkungen einsteigen. Diese sollen in Städten und Kreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 vom kommenden Wochenende an greifen, kündigte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Dienstag in Hannover an.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat trotz erster Anzeichen für eine allmähliche Entspannung der Corona-Lage weiter zur Vorsicht gemahnt. Es gehe darum, jetzt diese dritte Welle zu brechen, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin beim digitalen Ärztetag.
  • Die große Mehrheit der Deutschen hat einer Umfrage zufolge keine Bedenken wegen einer Corona-Impfung. Wie eine am Dienstag in Hamburg veröffentlichte Befragung der Techniker-Krankenkasse ergab, haben 83 Prozent keine oder eher keine Angst vor der Immunisierung. Je älter die Befragten sind, desto unbesorgter sind sie tendenziell.
  • Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat in der Corona-Pandemie vor einer zu schnellen Öffnung von Gastronomie und Hotels für Geimpfte gewarnt. Zwar sei es "eine notwendige und gute Entscheidung", die Grundrechtseinschränkungen für Geimpfte zurückzunehmen.

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(fmg/dpa/afp)

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