Winterzeit

Wann wird die Zeitumstellung abgeschafft - das ist der Stand

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Zweimal im Jahr wird in der EU die Zeit umgestellt. Doch das Ritual könnte bald abgeschafft werden.

Zweimal im Jahr wird in der EU die Zeit umgestellt. Doch das Ritual könnte bald abgeschafft werden.

Foto: Christoph Hardtvia www.imago-images.de / imago images / Future Image

Berlin  Die Zeitumstellung soll abgeschafft werden, darüber diskutiert die EU seit Jahren. Noch fehlt eine Einigung. So verläuft die Debatte.

  • Die Europäische Union will die Zeitumstellung abschaffen
  • Die EU-Kommission hatte dies bereits 2019 beschlossen, das Parlament stimmte zu
  • Doch das Vorhaben trifft auf erhebliche Probleme. Warum ist das so?

Eigentlich sollte das sommerliche Hin und das winterliche Her bei der Zeit längst abgeschafft sein. Bereits 2019 hatte das Europäische Parlament einen entsprechenden Vorschlag des Kommission beschlossen und damit die letzte Stunde für die Zeitumstellung eingeleitet. Eigentlich. Denn seitdem liegt das Projekt scheinbar auf Eis. Doch wo liegen die Probleme? Und ist das Aus für die Zeitumstellung überhaupt noch realistisch?

Dass es beim Ende der Zeitumstellung nicht vorangeht, liegt an der Uneinigkeit zwischen den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Denn diese müssen dem Vorhaben noch zustimmen. In der Theorie ist das zwar kein Problem, weil der Großteil der Länder die Abschaffung befürwortet. Doch in der Praxis ist die Umsetzung schwierig.

Mehr zum Thema: Zeitumstellung – Wann wird die Uhr auf Winterzeit umgestellt?

Ende der Zeitumstellung könnte zu Flickenteppich führen

Denn jedes Land kann laut den EU-Plänen zufolge selbst entscheiden, ob dort in Zukunft ausschließlich die Winter- oder die Sommerzeit gelten soll. Die Gründe sind logisch: In Ländern, die innerhalb ihrer Zeitzone weit westlich liegen, würde bei einer dauerhaften Umstellung auf Sommerzeit die Sonne im Winter erst sehr spät aufgehen – in Madrid zum Beispiel gegen 9.30 Uhr. Lesen Sie hier: Passt sich mein Handy automatisch an die Zeitumstellung an?

In Ländern im Osten würden die Tage bei gleichbleibender Winterzeit dagegen früher enden. Länder wie Griechenland befürchten dadurch Probleme beim Tourismus. Würde nun jedes Land seine eigene Zeit einführen, könnte ein Flickenteppich entstehen – mit Problemen bei Zugverbindungen, gemeinsamen TV-Programmen und vielem mehr. So könnte etwa eine Zeitumstellung bei einer Reise von Deutschland nach Österreich nötig sein – wenn sich die Länder für unterschiedliche Zeiten entscheiden.

Die EU setzt deshalb darauf, dass wenigstens innerhalb einzelner Regionen die selbe Zeit herrschen soll. Das wäre kein großes Problem, schließlich gibt es innerhalb der Union bereits jetzt vier Zeitzonen. Lesen Sie dazu: Diese Länder haben die Zeitumstellung bereits abgeschafft.

  • Eastern European Time (EET): Bulgarien, Estland, Finnland, Griechenland, Lettland, Litauen, Rumänien, Zypern
  • Central European Time (CET): Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Kroatien, Malte, Niederlande, Österreich, Polen, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien (außer Kanaren), Tschechien, Ungarn
  • Western European Timme (WET): Irland, Portugal (außer Azoren), Kanarische Inseln (Spanien)
  • Azores Standard Time (AZOST): Azoren (Portugal)

Doch auch dieses Ziel scheint aktuell nicht in greifbarer Nähe. Denn auch innerhalb der Regionen herrscht teilweise Uneinigkeit, welche Zeit in Zukunft gelten soll.

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Zeitumstellung: Interesse an einer Abschaffung vor allem in Deutschland

Ob und wann die Zeitumstellung tatsächlich abgeschafft wird, ist derzeit nicht absehbar. Denn eine Einigung der EU-Staaten scheint kaum zu erreichen. Zudem spielt das Thema in vielen Staaten keine so große Rolle wie in Deutschland.

Das wird vor allem mit Blick auf die Online-Befragung zur Zeitumstellung deutlich, die die EU 2018 durchgeführt hatte. Ein Großteil hatte sich damals für die Abschaffung ausgesprochen. Insgesamt hatten rund 4,5 Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Umfrage Teilgenommen. Allerdings stellen sie nur knapp ein Prozent der EU-Bevölkerung dar – und stammten zu rund zwei Dritteln aus Deutschland.

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Der Druck, zu einer Einigung zu kommen, scheint außerhalb Deutschlands also nicht allzu groß zu sein. Und so werden die Uhren wohl auch in den kommenden Jahren vor- und wieder zurückgestellt werden. (nfz)

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