Pandemie

Corona-Impfung: Stiko empfiehlt Booster nach drei Monaten

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Von der Leyen: Impfen ist die Antwort auf Omikron

Von der Leyen: Impfen ist die Antwort auf Omikron

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat vor der wachsenden Bedrohung durch die Omikron-Variante des Coronavirus in Europa gewarnt. Die Antwort darauf seien mehr Impfungen, auch für Kinder ab fünf Jahren, Auffrischungsimpfungen und Schutzmaßnahmen, sagte von der Leyen nach dem EU-Gipfel in Brüssel. "The answer can only be to increase vaccination to include children above five years old, boosters and protective measures: that has to be the answer we give to this new variant," she says.

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Berlin  Das Boostern gegen Corona gewinnt weiter an Tempo: Die Stiko hat ihre Empfehlung zum Abstand zwischen Zweit- und Drittimpfung geändert.

Wie groß ist der richtige Abstand zwischen Zweit- und Booster-Impfung? Diese Frage steht seit Monaten zur Diskussion - schließlich ist die Auffrischungsimpfung gegen Corona in den Bundesländern nach unterschiedlichen Zeiträumen möglich. Nun hat die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Empfehlung geändert: Sie empfiehlt den Booster wegen der Omikron-Variante bereits nach mindestens drei statt nach sechs Monaten.

Ab sofort gelte die Empfehlung zum verkürzten Impfabstand für Erwachsene, teilte das Gremium am Dienstag mit. Damit soll der Schutz vor schweren, durch Omikron hervorgerufenen Erkrankungen in der Bevölkerung verbessert werden. Zudem ziele der Booster auf eine verminderte Übertragung der Variante ab. Man müsse damit rechnen, dass Omikron das Infektionsgeschehen in Deutschland "innerhalb kürzester Zeit" bestimmen werde. Die Stiko betont im Zusammenhang mit der Auffrischung:

  • Ältere Menschen und Vorerkrankte sollen wegen ihres höheren Risikos für schwerere Covid-19-Verläufe die Impfung bevorzugt erhalten.
  • Beide mRNA-Impfstoffe, die zum Boostern verwendet werden (Comirnaty von Biontech/Pfizer und Spikevax von Moderna), seien "hinsichtlich ihrer Wirksamkeit völlig gleichwertig".

Bei der Änderung von Dienstag handelt es sich im Unterschied zu manchen früheren Aktualisierungen bereits um eine finale Stiko-Empfehlung.

Stiko: So wichtig ist der Booster gegen Omikron

Weiter erklärte die Impfkommission, dass aktuelle Daten auf einen deutlich verringerten Impfschutz nach der Grundimmunisierung gegenüber Omikron hinweisen. Der Schutz nehme nach drei bis vier Monaten signifikant ab. Nach einer Auffrischimpfung steige die Schutzwirkung vor symptomatischer Infektion mit der neuen Variante jedoch wieder deutlich an. Derzeit sei davon auszugehen, dass auch der Schutz vor schweren Verläufen zunehme. Zur Dauer der Schutzwirkung könne man derzeit mangels ausreichender Daten noch nichts sagen.

Bisher hatte die Stiko empfohlen, dass die Booster-Impfung grundsätzlich im Abstand von sechs Monaten nach der letzten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung erfolgen soll. Eine Verkürzung des Impfabstandes auf fünf Monate konnte "im Einzelfall oder wenn genügend Kapazitäten vorhanden sind erwogen werden". Für Immungeschwächte war bereits ein noch kürzerer Abstand zwischen zweiter und dritter Dosis möglich.

EMA ebenfalls für Auffrischung nach drei Monaten

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte kürzlich mitgeteilt, dass Booster-Impfungen schon nach drei Monaten erfolgen können. Biontech-Gründer Ugur Sahin hatte wegen Omikron ebenfalls die Wichtigkeit einer früheren Auffrischung hervorgehoben. Seit Montag schätzt das Robert Koch-Institut (RKI) das Risiko für zweifach Geimpfte und Genesene wegen der neuen Variante als hoch ein. Für Ungeimpfte bleibt es demnach "sehr hoch". Für Menschen mit Auffrischimpfung sei das Risiko moderat.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben Ansteckungen mit Omikron auch schon bei Menschen dokumentiert, die bereits geboostert waren. Fachleute betonten, dass Auffrischen allein gegen nicht ausreicht, um die Omikron-Welle zu stoppen. "Eine massive Ausweitung der Boosterkampagne kann die Dynamik verlangsamen und damit das Ausmaß mindern, aber nicht verhindern", hieß es in einer Stellungnahme des neuen Corona-Expertenrats der Bundesregierung. Auch Stiko-Chef Thomas Mertens ist Mitglied des Rats.

Mathematischen Modellen zufolge könne eine Überlastung des Gesundheitssystems und die Einschränkung der kritischen Infrastruktur nur "zusammen mit starken Kontaktreduktionen eingedämmt werden", so die Stellungnahme weiter. Das Robert Koch-Institut äußerte sich am Dienstag ähnlich.

(fmg/dpa/afp)

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