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Einkaufen bei Aldi, Rewe, Lidl, Ekeka: Was sich 2022 ändert

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Das ändert sich im neuen Jahr

Das ändert sich im neuen Jahr

Mit dem Jahreswechsel gibt es auch zahlreiche Neuerungen. Unter anderem werden Plastiktüten aus den Supermärkten verbannt. Mit diesen fünf Veränderungen startet das Jahr 2022.

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Berlin.  Neues Jahr, neue Regeln – auch im Supermarkt. 2022 greifen wichtige Änderungen, die Kundinnen und Kunden unbedingt kennen sollten.

  • 2022 kommen einige Änderungen auf Verbraucher zu
  • Das betrifft nicht zuletzt auch Supermärkte und Discounter wie Aldi, Lidl, Rewe und Co.
  • Was Kunden im neuen Jahr erwartet

Mit dem neuen Jahr kommen zahlreiche Regeln, die das Einkaufen in Deutschland verändern werden. Nicht nur die Corona-Krise beeinflusst den Besuch im Supermarkt, auch Gesetze für mehr Tierwohl und Umweltschutz treten 2022 in Kraft. Ein Überblick.

Aldi und Co. bieten keine Plastiktüten mehr an

Ab dem 1. Januar dürfen an den Ladenkassen von Aldi, Lidl und Co. keine Einkaufstüten aus Plastik mehr verkauft oder angeboten werden. Es geht dabei um die sogenannten "leichten Kunststofftragetaschen", also Standardtüten mit einer Wandstärke zwischen 15 und 50 Mikrometern.

Ausgenommen sind dagegen stabile Mehrweg-Tüten und Papier-Taschen. Auch die dünnen Plastikbeutel, die man etwa am Obst- und Gemüsestand findet, gibt es weiterhin. Einige Filialen haben die Plastiktüten bereits größtenteils aus dem Kassenbereich entfernt. Das Plastiktüten-Verbot war im November 2020 vom Deutschen Bundestag beschlossen worden.

Für die Umweltorganisation WWF hat das Verbot allerdings nur symbolische Bedeutung. Lediglich ein Prozent des deutschen Kunststoffverbrauchs entfalle auf Plastiktüten. Auch die Linken und die Grünen ist das Vorhaben nicht ambitioniert genug. AfD und FDP sahen in der Maßnahme hingegen einen ungerechtfertigten Eingriff in den Markt ohne nachweisbare Vorteile für die Umwelt.

Lebensmittel vor Ablaufdatum im Verkauf

Ab Mai 2022 dürfen Lebensmittelhändler leicht verderbliche Lebensmittel oder Produkte mit bevorstehendem Ablaufdatum günstiger verkaufen. Dazu reicht es, die Produkte mit einem einfachen Aufkleber zu versehen. Das erleichtert den Abverkauf.

Bisher mussten die Produkte mit dem alten und neuen Preis gekennzeichnet werden. Für Händler war das umständlich, die Ware landete deshalb häufig gleich auf dem Müll. Das soll sich nun ändern. Wenige Stunden vor Ladenschluss könnte man also schon bald gute Rabatte finden, vor allem an der Obst- und Gemüsetheke, im Kühlregal und bei Fleisch und Fisch.

Supermärkte streichen Billig-Fleisch aus dem Sortiment

Ab 2022 wollen Aldi, Lidl und weitere Supermarktketten auf Billig-Fleisch verzichten. Die größten Discounter und Supermärkte in Deutschland haben angekündigt, kein Billig-Fleisch mehr verkaufen zu wollen. Primär geht es um die Haltungsform 1. Dabei haben die Tiere in Stallhaltung wenig Platz und leben unter widrigen Bedingungen. Experten rechnen damit, dass die Fleischpreise im Jahr 2022 schrittweise anziehen.

Die Preise für landwirtschaftliche Produkte sind bereits im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Die Erzeuger in Deutschland konnten im September 2021 um 13,3 Prozent höhere Preise durchsetzen als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Damals waren die Preise coronabedingt zurückgegangen. Für pflanzliche Produkte insgesamt betrug die Steigerung in der Jahresfrist 21,9 Prozent. Tierische Erzeugnisse wie Fleisch oder Milch und Butter waren 7,9 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.

Milch- und Käse-Packungen bekommen neuen Aufdruck

Ab Januar beginnen große Lebensmittelhändler in Deutschland damit, auch auf ihren Milch- und Molkereiprodukten die Haltungsform der Tiere auszuweisen. So kündigte die Rewe-Gruppe an, die bislang nur bei Fleisch und Fleischwaren bekannte vierstufige Haltungskennzeichnung im neuen Jahr schrittweise sowohl in den Rewe-Supermärkten als auch in der konzerneigenen Discountkette Penny einzuführen.

Das Gleiche haben auch Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka, der Discounter Netto und der zur Schwarz-Gruppe gehörende Großflächen-Discounter Kaufland vor.

Dank der Haltungsform-Kennzeichnung können Verbraucher beim Einkauf auf den ersten Blick erkennen, wie hoch das Tierwohl-Niveau bei der Haltung der Milchkühe ist. Die in der "Initiative Tierwohl" engagierten Unternehmen hatten sich bereits im vergangenen Sommer darauf verständigt, dass ab 2022 auch Milch und Milchprodukte wie Käse und Joghurt mit dem Haltungsformkennzeichen versehen werden können.

Neue Pfandregeln bei Aldi, Lidl, Edeka und Co.

Die Pfandpflicht für Getränke in Plastikflaschen wird ab 1. Januar 2022 ausgeweitet. Frucht- und Gemüsesäfte, die es beispielsweise in der Kühltheke gibt, waren bisher vom Einweg-Pfand ausgenommen. Das ändert sich nun.

Im neuen Jahr müssen Kunden zusätzlich 25 Cent pro Flasche an der Kasse bezahlen. Das Geld gibt es zurück, wenn sie die leere Flasche später zurückbringen. Ohne Ausnahmen werden auch Getränkedosen pfandpflichtig.

Aldi, Lidl und Co. müssen Elektroschrott zurücknehmen

Eine wichtige Neuerung ist außerdem, dass viele Supermärkte und Discounter Elektroschrott zurücknehmen müssen. Dabei kommt es auf das angebotene Sortiment und die Ladengröße an.

Eine kaputte Elektrozahnbürste können Verbraucher beispielsweise überall zurückgeben, genau wie eine kleine Tischlampe oder eine kaputter Taschenrechner. Den Elektroschrott müssen die Märkte auch dann annehmen, wenn Verbraucher diese Geräte anderswo gekauft haben. Größere Geräte wie alte Fernseher können dagegen meist nur abgegeben werden, wenn ein neues Gerät gekauft wird.

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Supermarkt: Lieferengpässe wegen Corona?

Seit Ausbruch der Corona-Krise kämpfen zahlreiche Branchen mit Lieferengpässen. Noch immer klagen Händler über fehlende Produkte in ihren Lagern und es ist unklar, ob der Nachschub überhaupt eintrifft.

Zurzeit lässt sich nicht vorhersagen, wie stark sich die Omikron-Virusvariante in den nächsten Monaten verbreiten wird. Müssten wieder Häfen schließen, wie bei Delta, hätte das fatale Folgen.

Die meisten Betriebe rechnen aber damit, dass sich die Situation in der Logistikbranche im zweiten Quartal 2022 entschärfen könnte. Sollte sich das bewahrheiten, könnte der Konsum insgesamt wieder anziehen. Auch die Preise könnten dann minimal sinken.

Händler wie Aldi, Penny oder Rewe betrifft der Engpass lediglich im Non-Food-Bereich. Also bei Aktionsware, die wöchentlich in den Filialen zu erhalten ist. Verbraucher sollten sich jedenfalls auch 2022 darauf einstellen, auf einzelne Produkte länger warten zu müssen. Bauprojekte oder Renovierungen sowie den Kauf von neuen Möbel sollten sie lange im Voraus planen.

Corona: Supermärkte beteiligen sich am Impfen

Das Coronavirus wird auch 2022 eine wichtige Rolle im Alltag der Menschen und auch beim Einkaufen spielen. Maskenpflicht und Mindestabstände bleiben angesichts der Omikron-Virusvariante bis mindestens Mitte März 2022 bestehen. Unklar ist, ob weitere Beschränkungen folgen werden. Eine Schließung des Handels ist größtenteils ausgeschlossen. Die Lebensmittelversorgung in Deutschland bleibt also auch 2022 gesichert.

Die Corona-Impfung soll helfen, einen Weg zurück zur Normalität zu ermöglichen. Im kommenden Jahr wird erwartet, dass sich auch immer mehr Einzelhändler an der Impfkampagne beteiligen. Drogerie-Riese dm beispielsweise hat bereits eine Impfaktion in Karlsruhe gestartet, weitere Standorte sollen folgen. Diesem Beispiel können auch andere Drogerien, Discounter und Supermärkte folgen, die Impfaktionen auf Parkplätzen starten wollen.

(amw)

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