Impfschutz

Biontech: Enttäuschung über Ergebnisse der vierten Impfung

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Lauterbach will drei Dosen für Erfüllung von Impfpflicht

Lauterbach will drei Dosen für Erfüllung von Impfpflicht

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) setzt sich dafür ein, dass zur Erfüllung der geplanten Impfpflicht drei Corona-Impfungen vorgeschrieben werden. Derart Geimpfte seien "gegen alle Corona-Varianten - zumindest vor schwerer Krankheit und Tod - geschützt", sagte er in einem Interview.

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Tel Aviv.  Laut einer neuen Studie schützt eine vierte Impfung mit Biontech nicht vor einer Ansteckung mit Omikron. Die vorläufigen Ergebnisse.

  • Die vierte Corona-Impfung bringt nicht die erwünschten Resultate im Kampf gegen die Omikron-Variante
  • In Israel laufen die vierten Corona-Impfungen mit Biontech
  • Die Ergebnisse seien enttäuschend, schreibt Karl Lauterbach

Selbst eine vierte Schutzimpfung gegen das Coronavirus sei nicht ausreichend wirksam, um eine Ansteckung mit der Omikron-Variante zu verhindern, so das Fazit einer neuen Studie aus Israel. So seien auch bei Vierfach-Geimpften Ansteckungen beobachtet worden, sagte Professorin Gili Regev-Yochay vom Scheba-Krankenhaus bei Tel Aviv am Montag.

Zwar sei laut Regev-Yochay zwei Wochen nach Verabreichung einer vierten Biontech-Dosis ein "schöner Anstieg" der Antikörper zu beobachten gewesen – allerdings sei dieser Anstieg nicht hoch genug, um eine Omikron-Infektion zu verhindern: "Für Omikron ist dieser schöne Wert nicht genug." Und das, obwohl der Antikörperanstieg nach der vierten Impfung höher als bei der ersten Booster-Impfung ausgefallen sei.

Da es sich bisher nur um Zwischenergebnisse der Studie handle, wollte Regev-Yochay die Zahlen im Detail nicht preisgeben.

Corona: Biontech oder Moderna wirksamer?

Im Rahmen der Studie wurde rund 150 Teilnehmenden eine vierte Impfdosis von Biontech-Pfizer verabreicht. Parallel wurden vor einer Woche weitere 120 Teilnehmende nach drei Biontech-Dosen mit einer Dosis des Moderna-Vakzins geimpft. Laut Regev-Yochay sei es der weltweit erste Versuch einer vierten Impfung mit kombinierten Vakzinen. Die Ergebnisse würden sich allerdings ähneln: "Wir sehen keinen erheblichen Unterschied."

Das Fazit der Professorin: "Die Entscheidung, Immungeschwächten in Israel die vierte Dosis zu geben, könnte zwar einen kleinen Vorteil verleihen, aber vermutlich nicht genug, um sie der ganzen Bevölkerung zu geben. Wenn jemand eine persönliche Gefährdung hat, dann sollte man besser jetzt impfen, wenn nicht, dann vielleicht besser abwarten."

Abgesehen von Risikogruppen können sich in Israel auch Über-60-Jährige und medizinisches Personal eine vierte Impfdosis abholen. Aktuell sind dort mehr als 537.000 Menschen bereits zum vierten Mal geimpft.

Lauterbach mahnt: Booster-Impfung nicht vernachlässigen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach informiert auf Twitter ebenfalls über "enttäuschende Ergebnisse". Dennoch betont der SPD-Politiker die Wichtigkeit von Auffrischungsimpfungen: "Trotzdem gilt: Booster verhindert schwere Krankheit." (day/afp/dpa)

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