Pandemie

Ärger um Corona-Warn-App: Werden Geboosterte benachteiligt?

| Lesedauer: 3 Minuten
Corona-Warn-App ignoriert Geboosterte

Corona-Warn-App ignoriert Geboosterte

Die neue Version der Corona-Warn-App ignoriert alle Menschen, die geboostert sind. Das kann zu Problemen bei Kontrollen führen.

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Berlin.  Viele Geboosterte sind wegen eines Fehlers der Corona-Warn-App verärgert. Sie können die erhofften Erleichterungen oft nicht nutzen.

  • Dank einer Aktualisierung hat die Corona-Warn-App einige neue Funktionen erhalten
  • Die vereinfachte Anzeige des Impfstatus soll dessen Kontrolle etwa in Restaurants erleichtern
  • Doch bei Geboosterten gibt es Probleme, die jetzt für Ärger sorgen

Die Corona-Warn-App (CWA) hat durch eine Aktualisierung deutlich mehr Möglichkeiten erhalten. Erstmals kann in der App der Impfstatus mit aktuellen Testergebnissen kombiniert werden. Der persönliche Status – 2G, 2G+, 3G oder 3G+ – wird deutlich sichtbar auf der oberen rechten Ecke der CWA angezeigt. Dadurch sollen auch Kontrollen in Restaurants, im Theater oder in Geschäften erleichtert werden.

Doch die Aktualisierung hat ein ärgerliches Defizit: Geboosterten, die dreimal geimpft sind und damit den Status 2G+ erfüllen, wird in dem Status-Nachweis nur der Status für 2G angezeigt.

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Corona-Warn-App zeigt Status für Geboosterte falsch an

Die aktualisierte Corona-Warn-App ignoriert damit den Status von Geboosterten. Erst beim Öffnen des QR-Codes ist beim Herunterscrollen im Impfzertifikat die „Impfung 3 von 3“ angezeigt. Damit kann dann „im Kleingedruckten“ der Nachweis für 2G+ erbracht werden.

Das sorgt nicht nur bei Millionen geboosterten Nutzern, sondern auch bei Beschäftigten an Kontrollen für Verärgerung. Denn sie hatten sich durch die Aktualisierung eine vereinfachte Zugangskontrolle erhofft.

Das Team der Corona-Warn-App hat das Manko jedoch erkannt und verspricht Nachbesserung. Die Regelung der Gesundheitsminister, wonach auch Geboosterte den Status 2G+ erfüllen, werde in der Corona-Warn-App derzeit noch nicht berücksichtigt, heißt es im CWA-Blog des Projektteams aus Robert-Koch-Institut, Deutscher Telekom und SAP.

Corona-Warn-App: Projektteam verspricht Nachbesserung

„Das heißt, bei vorhandenem Impf- oder Genesenenzertifikat und Zertifikat der Auffrischimpfung zeigt sie noch nicht den 2G+-Status an.“ Das Projektteam arbeite aber „bereits daran, dass die CWA in Zukunft Zertifikate von Auffrischimpfungen entsprechend einbezieht“.

Die neuen Versionen für Android-Smartphones und iPhone sind verfügbar und müssen von den Nutzern zum Aktualisieren heruntergeladen werden. Um sie zu nutzen, müssen gültige Impf-, Genesenen- und Testzertifikate hochgeladen werden. Die App wird laut RKI von rund 40,7 Millionen Nutzern verwendet.

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Auf der neuen Corona-Warn-App gibt es diese 4 Impf-Anzeigen

  • 3G steht für vollständig geimpft, genesen oder negativ getestet. Nach der 3G-Regel müssen folgende Zertifikate hochgeladen sein: Impf- oder Genesenenzertifikat, Schnelltestzertifikat (maximal 48 Stunden alt) oder PCR-Testzertifikat (maximal 72 Stunden alt).
  • 3G+ bedeutet, dass der Zutritt nur für vollständig Geimpfte oder Genesene oder Personen mit einem negativen PCR-Test gestattet ist. Es müssen ein Impf-, Genesenen-, oder PCR-Testzertifikat (maximal 72 Stunden alt) vorliegen. Mit dem 3G+-Status erfüllt man automatisch auch die Regeln von 3G-Veranstaltungen.
  • 2G steht für vollständig geimpft oder genesen. Nutzerinnen und Nutzer müssen mindestens ein Impf- oder Genesenenzertifikat nachweisen, aber kein Testzertifikat.
  • 2G+ steht für vollständig geimpft oder genesen plus negativen Test. Vorzulegen sind ein Impf- oder Genesenenzertifikat und zusätzlich ein PCR-, oder Schnelltestzertifikat (maximal 72 beziehungsweise 48 Stunden alt)

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