Schnelltest-Tool

Wie gut ist mein Corona-Test? Dieses Online-Tool weiß es

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Das bedeutet der CT-Wert bei PCR-Tests

Das bedeutet der CT-Wert bei PCR-Tests

Der CT-Wert gibt bei PCR-Test an, wie ansteckend ein Infizierter ist. Allerdings gibt es bei der Messung des Wertes Anfälligkeiten für Fehldiagnosen.

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Berlin  Ist der Corona-Schnelltest, den man im Discounter kaufen kann, zuverlässig? Eine neue Website hilft unkompliziert bei der Einschätzung.

  • Im Handel sind unzählige Corona-Schnelltests erhältlich, die eine Infektion erkennen sollen
  • Doch manche von ihnen sind nicht zuverlässig, zeigt eine Untersuchung des Paul-Ehrlich-Instituts
  • Um die Qualität eines Selbsttests zu überprüfen, gibt es nun "schnelltesttest.de"

Mittlerweile ist es ganz normal geworden, bei dm oder Rossmann neben Klopapier und Zahnpasta auch Corona-Schnelltests in den Einkaufswagen zu legen. Doch nicht immer erkennen die Tests eine Infektion mit dem Coronavirus. Damit Kundinnen und Kunden wissen, welche Tests zuverlässig sind, hat das Paul-Ehrlich-Institut eine Liste mit vielen Testherstellern und ihrer Zuverlässigkeit veröffentlicht.

Wer die Liste allerdings mobil abrufen will, merkt schnell: Praktisch ist sie nicht. Behoben wird dieses Problem von der neuen Website "schnelltesttest.de". Hier können Nutzerinnen und Nutzer den Barcode eines Corona-Schnelltests scannen oder dessen Nummer manuell eingeben. Anschließend bekommt man das Ergebnis direkt im mobilen Browser angezeigt.

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"schnelltesttest.de": Website zeigt Zuverlässigkeit von Corona-Schnelltests an

Neben dem Ergebnis zeigt die Website auch, mit welcher Wahrscheinlichkeit der gesuchte Test Infizierte mit sehr hoher und mit durchschnittlicher Viruslast erkennt. Die Daten, die "schnelltesttest.de" nutzt, stammen aus der Liste des Paul-Ehrlich-Instituts.

  • Die Sicherheit von Schnelltests können Sie auch in unserem Corona-Monitor vergleichen

Allerdings hat das System ein Problem: Die Vielzahl an Barcodes, unter denen Corona-Schnelltests vertrieben werden. "Jeder Test kann viele verschiedene Barcodes haben", heißt es auf der Webseite des Kollektivs "zerforschung", das hinter "schnelltesttest" steckt. So unterscheide sich der Code bei einer Einzelpackung von dem einer Zehnerpackung. Auch bei unterschiedlichen Einzelhändlern haben die gleichen Produkte mitunter verschiedene Codes.

Wie zuverlässig sind Schnelltests? Kollektiv bittet um Mithilfe

Um all diese Codes in ihre Anwendung zu integrieren, brauchen die Entwickler die Hilfe der Allgemeinheit. Wer einen Schnelltest prüfen möchte, den die App noch nicht kennt, kann sich an das Kollektiv wenden und ihm den Namen, ein Foto des Tests und ein Foto des Barcodes weiterleiten. Das Team von "schnelltesttest.de" überprüft dann alles und nimmt den Test in sein Online-Angebot auf.

Das Kollektiv "zerforschung" erklärt seine Motivation zur Entwicklung des Projekts ganz praktisch. "Wir haben neulich Schnelltests gekauft und erst später festgestellt, dass deren Erkennungsraten extrem niedrig sind", schreibt das Kollektiv auf Twitter. "Darüber haben wir uns so geärgert, dass wir eine praktische Einkaufshilfe gebaut haben."

Landesregierung Baden-Württembergs empfiehlt "schnelltesttest.de"

Das Projekt scheint gut anzukommen. Neben Tausenden Retweets haben die Entwicklerinnen und Entwickler ihrem Twitter-Account zufolge mehr als 3000 Einsendungen von Schnelltests erhalten, die zunächst nicht bei "schnelltesttest.de" verfügbar waren.

Sogar die Landesregierung Baden-Württembergs empfiehlt das Tool, wenn man sich nicht sicher über die Qualität des Schnelltests ist. "Wir freuen uns natürlich darüber und finden es cool, dass die Seite auch von offizieller Stelle geteilt und damit empfohlen wird", sagte ein Mit-Entwickler des Projekts auf Nachfrage dieser Redaktion.

"Gleichzeitig finden wir es schade, dass so ein Angebot nicht direkt von staatlicher Stelle gemacht wurde. Es reicht einfach nicht, auf irgendeiner Internetseite ein nicht barrierefreies PDF hochzuladen. Wir wünschen uns, dass die Informationen in Zukunft maschinell auslesbar sind." Aktuell bleibe es Freiwilligen überlassen, die Daten händisch "rauszufischen". Das sei aber nicht Aufgabe der Zivilgesellschaft.

Fragen zum Artikel? Mailen Sie uns: redaktion.online-bzv@funkemedien.de

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