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Corona: Schweiz muss Millionen Moderna-Impfdosen entsorgen

| Lesedauer: 10 Minuten
WHO-Chef: Ende der Corona-Pandemie in Sicht

WHO-Chef: Ende der Corona-Pandemie in Sicht

Ein Ende der Corona-Pandemie ist nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Sicht. "Wir befinden uns in einer deutlich besseren Lage als je zuvor", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

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Das Haltbarkeitsdatum ist abgelaufen: Jetzt entsorgt die Schweiz zehn Millionen Dosen des Impfstoffs von Moderna. Mehr Infos im Blog.

  • Long Covid: Betroffene Ärztin fordert Aufklärung vom Bund
  • Die Schweiz muss nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums zehn Millionen Impfdosen entsorgen
  • Wissenschaftler untersuchen das Oktoberfest-Abwasser auf Corona
  • Dänemark hebt wegen Corona verhängtes Nerzzucht-Verbot wieder auf
  • Gesundheitsminister Karl Lauterbach mahnt die fehlenden Corona-Tests auf dem Oktoberfest an
  • In Frankreich ziehen die Corona-Zahlen kräftig an

Berlin. Ist das der Beginn der Herbst-Welle? Mit den kühleren Temperaturen ziehen die Corona-Zahlen wieder an. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet am Samstag 46.964 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 36.613) und 90 Todesfälle (Vorwoche: 88) binnen eines Tages. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 308,9. Am Vortag war der Wert mit 294,7 angegeben worden (Vorwoche: 257,5; Vormonat: 275,3). Allerdings gehen Experten seit geraumer Zeit davon aus, dass diese Angaben das Infektionsgeschehen nur unvollständig widerspiegeln. Sonntags veröffentlicht das RKI keine neuen Werte.

Unterdessen gilt ab dem 1. Oktober das neue Infektionsschutzgesetz. Das bringt auch Änderungen beim Impfstatus mit sich. Bestimmte Gruppen, die bisher als vollständig geimpft galten, benötigen dann weitere Nachweise. Mehr dazu lesen Sie hier: Corona: Wer ab dem 1. Oktober seinen Impfstatus verliert

Corona-News von Sonntag, 25. September: Ärztin und Betroffene: Noch viel Eigeninitiative bei Long Covid nötig

18.46 Uhr: Im Umgang mit dem neuen Krankheitsbild Long Covid gibt es aus Betroffenensicht trotz Fortschritten noch viel Aufklärungsbedarf. "Ich glaube schon, dass mittlerweile die Sensibilität dem Thema gegenüber zugenommen hat", sagte die Wetzlarer Ärztin Claudia Ellert der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe zunehmend Menschen, die sich mit dem Thema befassen. "Das ist aber noch viel Eigeninitiative. Was fehlt, sind Strukturen aus Fachgesellschaften oder Verbänden heraus", so Ellert.

Ellert ist selbst Betroffene und engagiert sich unter anderem für die Initiative Long Covid Deutschland. Im November 2020 machte sie eine Corona-Infektion durch. Danach stellten sich Symptome von Long Covid ein. Die Medizinerin wurde selbst aktiv, als sie feststellte, dass Angebote für Patienten fehlten. Unter anderem rief sie im mittelhessischen Wetzlar ein ambulantes Rehabilitationsangebot ins Leben. Vor kurzem erschien ihr Buch "Long Covid – Wege zu neuer Stärke. Symptome, Behandlungswege, Hilfe zur Selbsthilfe".

Der Ratgeber sei aus der Situation entstanden, "dass in Deutschland von offizieller Seite keine Aufklärung zum Krankheitsbild stattfindet", so Ellert. Mit dem Ratgeber solle eine Lücke geschlossen werden für alle, die mit Long Covid zu tun haben: "Weil es für Außenstehende wie Patienten ganz schwierig ist, die Beschwerden und Einschränkungen zu verstehen. Es hat einfach noch niemand mit dem Krankheitsbild viel Erfahrung gesammelt." Ellert wünscht sich zudem eine Aufklärungskampagne vom Bund.

Corona-Folgen: Risiko für neurologische Erkrankungen erhöht
Corona-Folgen: Risiko für neurologische Erkrankungen erhöht

Corona-Pandemie verschärfte laut Studie Bewegungsmangel bei Schülern

8.11 Uhr: Die Corona-Pandemie hat nach einer Studie im Auftrag der Krankenkasse DAK den Bewegungsmangel bei Kindern in Deutschland verschärft. So sei der Anteil der ausreichend aktiven Kinder bei sozial Benachteiligten besonders stark von 27 auf 22 Prozent gesunken, teilte die DAK mit. Das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel hatte fast 18.000 Schulkinder der Klassenstufen 5 bis 10 in 13 Bundesländern im Schuljahr 2021/2022 befragt.

Insgesamt seien 68 Prozent aller befragten Jungen und Mädchen bewegungsarm. 38 Prozent hätten von weniger Sport in den vergangenen beiden Schuljahren gesprochen. Bei Kindern aus sozial niedriger Schicht seien es 44 Prozent, bei den benachteiligten Mädchen sogar 46 Prozent, teilte die DAK mit. Schulkinder verbringen demnach im Schnitt mehr als zwölf Stunden täglich im Sitzen. Nur 46 Prozent der Befragten wüssten, dass Sitzen krank machen kann.

Schweiz vernichtet zehn Millionen Dosen Moderna-Impfstoff

7.30 Uhr: Nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums muss die Schweiz 10,3 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna entsorgen. Laut der Nachrichtenagentur Keystone-ATS teilte das Schweizer Gesundheitsministerium am Samstag mit, es gebe keine Alternative zur Vernichtung der Impfdosen. Demnach handelt es sich um 2,5 Millionen Dosen aus einem Logistikzentrum der Schweizer Armee und 7,8 Millionen Impfdosen aus einem Depot in Belgien.

Das Ministerium bestätigte einen Bericht der Schweizer Nachrichten-Website "Beobachter", wonach die Dosen einen Wert von 280 Millionen Schweizer Franken (293 Millionen Euro) haben.

Die Schweiz hatte zu Beginn der Beschaffungsphase Impfdosen von verschiedenen Herstellern geordert, um Lieferprobleme und eine Abhängigkeit von einzelnen Vakzinen zu vermeiden, die sich als unwirksam erweisen könnten. Nachdem sich Impfstoffe auf Basis der mRNA-Technologie von Moderna und Biontech als effektiv erwiesen, hatte die Schweiz einen hohen Überschuss an Impfdosen.

Corona-News von Samstag, 24. September: Tausende feiern nach Corona-Pause bei Musikfestival Lollapalooza

21.07 Uhr: Das Musikfestival Lollapalooza hat nach einer Corona-Zwangspause Tausende Besucher in das Olympiastadion und den Olympiapark Berlin gelockt. Die Gäste feierten am Samstag zu Künstlern wie der Band Milky Chance, Rapperin Layla oder Sängerin Zoe Wees. Am Abend wurden noch große Acts wie US-Sänger Machine Gun Kelly oder die Bands AnnenMayKantereit und Kraftklub und erwartet. Das Festival war wegen der Pandemie zuletzt zwei Mal ausgefallen.

Oktoberfest-Abwasser wird auf Corona getestet: noch keine Wiesn-Welle

7.41 Uhr: Münchner Wissenschaftler untersuchen das Abwasser des Oktoberfests laufend auf Bestandteile des Coronavirus. Es gebe dort derzeit eine ähnliche Virenkonzentration wie im Stadtgebiet, sagte Andreas Wieser von der Abteilung für Infektions-und Tropenmedizin am LMU Klinikum München der Deutschen Presse-Agentur. Für die Dauer des Festes würden täglich Proben vor und hinter der Wiesn dem Abwasser entnommen.

"Wir sehen schon, dass da ordentlich etwas los ist", sagte der Leiter des Sars-CoV-2-Labors weiter. Ob sich schon eine Wiesn-Welle anbahne, sei aber am Abwasser noch nicht abzulesen. "Wir könne dazu noch keine Aussage treffen", sagte Wieser. "Wir haben eine Inkubationszeit von fünf Tagen. Es ist nicht zu erwarten, dass man da jetzt schon große Sprünge sieht."

Corona-News von Freitag, 23. September: Dänemark hebt wegen Corona verhängtes Verbot von Nerzzucht wieder auf

13.37 Uhr: Dänemark hebt das während der Corona-Pandemie verhängte Verbot von Nerzfarmen wieder auf. Das Verbot "läuft zum Ende des Jahres aus", erklärte das Landwirtschaftsministerium in Kopenhagen am Freitag. Die Gesundheitsbehörden hätten dies für angemessen befunden. Züchter müssten allerdings strenge Auflagen zur Infektionsprävention respektieren.

Die dänische Regierung hatte im November 2020 die Tötung aller rund 15 Millionen Zuchtnerze im Land angeordnet und die Zucht verboten. Damit sollte die Verbreitung einer mutierten und auf den Menschen übertragbaren Form von Sars-CoV-2 verhindert werden, von der befürchtet wurde, dass sie die Wirksamkeit künftiger Impfstoffe beeinträchtigen könnte. Die Regierung geriet wegen der Aktion heftig in die Kritik. Denn wie sich später herausstellte, fehlte für die Maßnahme die rechtliche Grundlage.

Corona-Fallzahlen in Frankreich ziehen kräftig an

12.51 Uhr: In Frankreich zieht die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen wieder kräftig an. In der vergangenen Woche stieg der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner um 57 Prozent und lag am Montag bei 308,2, wie die Gesundheitsbehörden in Paris am Freitag mitteilten. Betroffen seien alle Altersgruppen, insbesondere aber junge Menschen im Alter zwischen 10 und 19 Jahren.

Die Lage in den Krankenhäusern war weiter stabil. Die Behörden appellierten an Menschen ab 60 Jahren, sich eine zweite Auffrischimpfung zu holen. Beschlüsse oder eine Diskussion zum Wiedereinführen von Corona-Maßnahmen gibt es in Frankreich noch nicht. Eine Maskenpflicht gilt lediglich noch für Besucher von Krankenhäusern und Altenheimen.

WHO: Einfluss Deutschlands in der Pandemie "unübertroffen"

12.02 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den wissenschaftlichen Einfluss Deutschlands bei der internationalen Bekämpfung der Corona-Pandemie hervorgehoben. Dieser sei "unübertroffen", sagte der oberste Krisenmanager der WHO, Mike Ryan, anlässlich der Jahresversammlung der Wissenschaftsakademie Leopoldina am Freitag in Halle. "Ein Plan garantiert keinen Erfolg, aber ohne Plan geht man nirgendwohin", sagte Ryan.

Länder, die eine ungefähre Richtung hatten - auch wenn sie nicht immer zu 100 Prozent richtig war - seien bisher besser durch die Pandemie gekommen, sagte Ryan. Wichtig sei eine wissens- und datenbasierte Entscheidungsfindung, die aufgrund der Erfahrungen mit der Pandemie immer besser werde. Die Wissenschaft habe riesige Fortschritte in der Pandemie gemacht, es bedürfe aber einer besseren Kommunikation und vor allem der Akzeptanz in der Gesellschaft.

Lauterbach kritisiert fehlende Corona-Testangebote beim Oktoberfest

11.43 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat die Oktoberfest-Veranstalter wegen des fehlenden Corona-Testangebots auf der Wiesn kritisiert. "Ich finde: Wenn man fast 15 Euro für eine Maß Bier verlangt, dann kann man den Besuchern auch einen kostenlosen Test anbieten", sagte Lauterbach am Freitag der Mediengruppe Bayern. Ein solches kostenloses Testangebot wäre "eine Solidaritätsgeste gewesen", die über Deutschland hinaus wahrgenommen worden wäre.

Lauterbach sagte, er sei zum Oktoberfest eingeladen worden - habe aber abgelehnt: "Wenn jedem am Eingang ein Test angeboten worden wäre, hätte ich mir das vielleicht noch überlegt." Zur Frage, ob die Bundesländer ausreichend Corona-Vorbereitungen für Herbst und Winter getroffen hätten, sagte er: "Sie haben zumindest die Möglichkeit zu reagieren." Man sei diesmal "besser vorbereitet auf den Winter", betonte der Minister.

Hier startet ein neuer Corona-Blog. Ältere Corona-News von Donnerstag, 22. September, finden Sie hier.

(fmg/dpa/afp/epd)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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