Ist ein Hundehasser bei Groß Lafferde unterwegs?

Groß Lafferde.  Eine Hundebesitzerin berichtet, dass sie beim Gassigehen an der Straße Zum Lafferder Busch Fleischstücke mit Tacker-Klammern gefunden habe.

Das Foto von einem Eintrag vom 12. April auf der Facebook-Seite "Gross Lafferde ein Dorf mit Tradition" soll die Fleischreste und Tacker-Klammern zeigen, die rund 100 Meter vor Groß Lafferde, in Verlängerung der Straße Zum Lafferder Busch, gelegen haben sollen.

Das Foto von einem Eintrag vom 12. April auf der Facebook-Seite "Gross Lafferde ein Dorf mit Tradition" soll die Fleischreste und Tacker-Klammern zeigen, die rund 100 Meter vor Groß Lafferde, in Verlängerung der Straße Zum Lafferder Busch, gelegen haben sollen.

Foto: Privat

Im Kampf von Hundehassern gegen Hunde und deren Besitzer ist nun Groß Lafferde offensichtlich zum Schauplatz geworden. Auf mehreren Facebook-Seiten gibt es Meldungen, dass „Fleischklopsstücke mit Tackerklammern“ gefunden worden seien.

Unter anderem auf der Facebook-Seite „Gross Lafferde ein Dorf mit Tradition“ berichtete Nutzerin „Lena Schm“ am vergangenen Freitag, dass sie die gespickten Fleischstücke während ihrer Gassirunde mit ihrem Hund gefunden habe. Als Fundort wird die Verlängerung der Straße Zum Lafferder Busch, „an der zweiten Bank am Waldrand“, rund 100 Meter nach dem Abzweig in den Eichhofsweg angegeben.

Auf einem der dazugestellten Fotos sind Fleischstücke, womöglich Reste von Buletten, und mehrere noch zusammenhängende Tacker-Klammern zu sehen. Die werden, noch am Stück, in die Schreibtisch-Hilfen geladen, um damit Papierseiten zusammenzuheften.

Alles eingesammelt, Meldung auf „Giftköderradar“

Die Nutzerin gibt auf der Facebook-Seite außerdem bekannt, dass sie alles eingesammelt habe, wofür sie in den Kommentaren weiterer Nutzer mehrfach gelobt wird. Auch den „Giftköderradar“ – Seiten, auf denen vor solchen Attacken auf Hunde mit möglichst genauen Angaben, unter anderem zum Fundort, gewarnt werden kann – habe sie informiert, so „Lena Schm“.

Polizei nicht zuständig?

Die Nutzerin, die den „vermeintlichen Giftköder“ meldete, schreibt auf Facebook außerdem: „Polizei angeblich nicht zuständig!“ Unsere Zeitung fragte deswegen am Montag beim Polizeikommissariat in Peine nach. Dort hieß es, dass besonders in den Stationen in Vechelde und Ilsede keine Anrufe zum Thema Giftköder eingegangen seien. Das sei aber auch schwer zu prüfen, da nur über den Eintrag auf der Facebook-Seite nicht zu klären sei, wer, wann, wo und wie versucht haben soll, die Polizei telefonisch zu erreichen.

Dass ein Beamter die Polizei für „nicht zuständig“ erklärt habe als Reaktion auf einen solchen Anruf, schließt Polizei-Sprecherin Stephanie Schmidt aus: „Wir würden Kontakt aufnehmen und uns das sicherlich anschauen“, beschreibt sie den üblichen Ablauf. Wenn Giftköder oder anders präparierte Essensreste gefunden werden, würden die und weitere mögliche Beweise ausgewertet. „Gegebenenfalls machen wir einen Zeugenaufruf“, ergänzt die Polizei-Sprecherin. Generell sei es aber schwer, besonders ohne Zeugen, Täter zu ermitteln, die in der Landschaft Köder auslegen, um Hunde zu verletzten oder zu töten.

Angriffe gelten eigentlich den Hundebesitzern

Solche Attacken auf Hunde gibt es immer wieder. Dann werden beispielsweise mit Rattengift verseuchte oder mit gefährlichen, meist spitzen Gegenständen gespickte Fleischreste an den üblichen Wegen, die Hundebesitzer mit ihren Tieren gehen, verstreut. Die Hunde entdecken den vermeintlich leckeren Happen, beißen hinein oder schlucken ihn. Die Angriffe gelten aber eigentlich den Hundebesitzern, die die Haufen ihrer Tiere – besonders draußen im Grünen – immer wieder nicht aufsammeln und entsorgen.

Wie sollte man sich verhalten, wann ist das Veterinäramt zuständig?

In dem Facebook-Eintrag von „Lena Schm“ heißt es außerdem: „Veterinäramt nicht erreichbar!“ Landkreis-Sprecher Fabian Laaß teilte dazu am Montag auf Nachfrage unserer Zeitung mit, dass der Anruf am vergangenen Freitag nach Feierabend in der Abteilung auf dem Anrufbeantworter eingegangen sei. Am Montagmorgen habe man einen Rückruf gemacht. „Wir haben aber niemanden erreichen können“, so Fabian Laaß.

Der Sprecher des Landkreises Peine gab generell einige Informationen zu ausgelegten Ködern und der Verfahrensweise: „Bei Meldungen über den Fund mutmaßlich vergifteter Futterstücke wird den Bürgern empfohlen, den mutmaßlichen Giftköder bei der nächsten Polizeidienststelle abzugeben und eine Strafanzeige gegen Unbekannt zu erstatten. Das alleinige Auslegen von Ködern stellt eine versuchte Sachbeschädigung dar, für dessen Ahndung die Gemeinde zuständig ist. Beides stellt einen Straftatbestand nach § 303 I, III StGB dar.“

Das Veterinäramt sei aus tierschutzrechtlicher Sicht erst dann zuständig, wenn es zu einem Schaden an einem Tier durch das Auslegen von Ködern gekommen sei. Die Futterstücke würden dann von einer Amtstierärztin in Augenschein genommen und für eine mögliche spätere Analyse eingefroren. Für die Dokumentation würden die Kontaktdaten des Finders, der genaue Fundort und der Fundzeitpunkt benötigt. Auf einer Karte würden die Fundorte eingetragen.

Untersuchung der „Giftköder“ nur bei klarem Verdacht

Eine Untersuchung der mutmaßlichen Köder sei erst sinnvoll, so der Landkreis-Sprecher weiter, wenn ein klarer Verdacht auf einen Täter bestehe. „Falls der Finder auf jeden Fall eine Untersuchung des Köders durchführen lassen will, muss er diese auf eigene Kosten in Auftrag geben und das Giftinformationszentrum Nord in Göttingen,
(0551) 19240

, kontaktieren.“

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