Ex-Freundin belastet Peiner im Drogenprozess stark

Hildesheim.  Vor dem Landgericht Hildesheim müssen sich zwei Peiner einem Verfahren wegen Drogenhandels stellen. Am Mittwoch sprach eine wichtige Zeugin.

Bei dem Prozess zeigte die Polizei eine starke Präsenz vor und im Gerichtsgebäude.

Bei dem Prozess zeigte die Polizei eine starke Präsenz vor und im Gerichtsgebäude.

Foto: BETTINA REESE

Starke Präsenz zeigten die Sicherheitskräfte bei Auftakt eines Verfahrens wegen Drogenhandels vor dem Landgericht Hildesheim. Bereits vor dem Gebäude standen deutlich sichtbar Polizeikräfte in vier VW-Bullis. Eine zusätzliche Sicherheitsschleuse war vor dem Gerichtssaal aufgebaut.

35-Jähriger verkaufte weiter

Angeklagt sind zwei polizeibekannte Peiner (34 und 35 Jahre), die aus dem Libanon stammen. Laut Anklage sollen die Männer zwischen Dezember 2018 und März 2019 mehrfach mit nicht geringen Mengen Marihuana und auch Kokain gehandelt haben. Dabei soll der 35-Jährige von dem 34-Jährigen Drogen zum Weiterverkauf bekommen haben.

Auf die Spur der Männer ist die Polizei durch die Aussage einer 27-jährigen Peinerin gekommen. Sie war als Zeugin geladen, erschien in Begleitung einer Opferschutz-Mitarbeiterin und zwei Kripobeamten im Gerichtssaal.

„Eigenes Grab geschaufelt“

Die Frau kennt den 35-jährigen Angeklagten seit einigen Jahren. Früher hatte sie von ihm Marihuana für den Eigenkonsum gekauft. Seit Silvester 2014 waren sie ein Paar, wenige Monate später heirateten sie nach islamischem Recht. In ihrer Beziehung soll es häufig zu häuslicher Gewalt gekommen sein, gab die Frau vor Gericht an. Nach einem gewalttätigen Ausbruch ihres Partners, habe sie sich zur Aussage zu den Drogengeschäften entschlossen. „Er dachte, ich könnte mich niemals wehren“, sagte die Frau als Zeugin.

Der Angeklagte habe sie daraufhin bedroht. „Er sagte, ich hätte mir mein eigenes Grab geschaufelt“, so die Zeugin weiter. Aus Angst vor ihm wollte sie dann keine weiteren Angaben bei der Polizei machen, versteckte sich bei Freundinnen. „Die Araber würden mich suchen, berichtete meine Vermieterin“, sagte die Frau vor Gericht.

Erst als ihr der Staatsanwalt Schutz zusicherte, machte sie weitere Angaben. „Ich wollte so wie bisher nicht weiterleben“, erklärte die 27-Jährige. Bei ihrer Aussage zitterte sie am ganzen Körper. Zu ihrem Schutz wurde vor Gericht auch ihre Adresse nicht genannt – zu laden ist die Frau über das Landeskriminalamt.

Ein Kilo Marihuana, manchmal Koks

Ihren Angaben zufolge bekam der 35-Jährige jeden Freitag von dem 34-Jährigen in der Peiner Südstadt Drogen, die er weiterverkaufen sollte. Es habe sich immer um ein Kilogramm Marihuana gehandelt, manchmal auch Kokain.

Einen Teil des Marihuanas habe ihr Mann für den Eigenkonsum des Paars zurückbehalten. Aus den Drogengeschäften habe der 35-Jährige dann auch Schulden bei dem 34-Jährigen gehabt. Ihr ehemaliger Partner habe nicht nur Drogen konsumiert, sondern auch Alkohol getrunken und Geld in Spielhallen verspielt. Die Heirat nach islamischem Recht gilt in Deutschland als Verlobung. Diese habe sie aber bereits gelöst. Der Prozess wird am 22. August 2019 fortgesetzt.

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