Peine streicht Corona-Prämie für Eltern-Taxis schon wieder

Peine.  Das Peiner Kreishaus stellt das Projekt nach heftiger Kritik schon wieder ein: Testphase wird vorzeitig beendet. Aber Northeim macht weiter.

Das Schild ·Elterntaxi· steht vor der Grundschule Grimsehlweg in Hannover. Der Landkreis Peine wollte Eltern Kilometergeld zahlen, wenn sie ihre Kinder zur Schule fahren. Doch schon diesen Freitag wurde diese „Corona-Prämie“ schon wieder gestrichen.

Das Schild ·Elterntaxi· steht vor der Grundschule Grimsehlweg in Hannover. Der Landkreis Peine wollte Eltern Kilometergeld zahlen, wenn sie ihre Kinder zur Schule fahren. Doch schon diesen Freitag wurde diese „Corona-Prämie“ schon wieder gestrichen.

Foto: Peter Steffen / dpa

Der Landkreis Peine wird die Einführung einer Kilometerpauschale für Elterntaxis nicht wie geplant bis Ende September testen. „Eine erste Auswertung und zahlreiche Gespräche unter anderem mit Schulen, Beförderungsunternehmen und der Polizei haben gezeigt, dass die geplante Entschädigung für Eltern, die ihre Kinder statt mit dem Bus mit dem Auto zur Schule bringen, viele andere Probleme mit sich bringt“, heißt es in einer Mitteilung aus dem Kreishaus von Freitagvormittag.

Eltern-Taxis in Peine: Verwaltung ließ wichtige Faktoren unberücksichtigt

Nach weiteren Angaben von Landkreis-Sprecher Fabian Laaß habe die Verwaltung in der Vorbereitung des Tests einige wichtige Faktoren, wie die derzeitige Baustellen- und Umleitungssituation in Peine, unberücksichtigt gelassen. „Das hätte die Testergebnisse verfälscht. Die Auswertung wäre entsprechend fehlerhaft gewesen“, so der Sprecher.

Kreisverwaltung wollte beitragen, Corona-Infektionen zu mindern

Die Kreisverwaltung habe die Kilometerpauschale als ein Mittel gesehen, den vollen Schulbussen kurzfristig zu begegnen und somit das Risiko einer Corona-Infektion zu mindern. „Wir werden nun gemeinsam mit allen Beteiligten überlegen, wie wir dem Problem in anderer Weise begegnen können“, sagt Laaß.

Angesichts der Corona-Pandemie hatte der Kreis Peine in der vergangenen Woche angekündigt, Eltern für das Bringen der Kinder eine Pauschale von 30 Cent pro Kilometer anzubieten. Ziel sollte sein, die Busunternehmen zu entlasten. Volle Schulbusse, so die Ausgangsüberlegung, stellten ein großes Infektionsrisiko dar.

Das Vorgehen hatte aber viel Kritik ausgelöst. „Auch wenn Kreativität in Corona-Zeiten grundsätzlich wünschenswert ist, geht diese Aktion eindeutig in die falsche Richtung“, hieß es etwa vom Autoclub ADAC.

Northeim hält dagegen vorerst an der Elterntaxi-Förderung fest

Die Peiner Verwaltungs-Initiative hat aber auch schon Nachahmer – den Landkreis Northeim zum Beispiel. Und in dem südniedersächsischen Kreis ist eine ähnliche Förderung unterdessen bis zu den Herbstferien verlängert worden. Dort können dort 20 Cent pro Kilometer beantragt werden.

Die Elterntaxi-Prämie in Peine gibt es auf Antrag für eine Woche

In Peine will der Landkreis die Corona-Prämie für Elterntaxis zumindest für den Zeitraum von der Ankündigung bis zur Einstellung auf Antrag auszahlen, also von Freitag voriger Woche bis zu diesem Freitag, 4. September, so Sprecher Laaß auf Nachfrage.

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