Ein neuer Blitzer bremst Raser in der Stadt Peine aus

Peine.  Peine verstärkt den Kontrolldruck auf Verkehrssünder. Auch ein mobiler Blitzer-Anhänger wird gekauft. „Erlös“ fließt in Schul-Verkehrserziehung.

Das wird für Raser teuer: Der neue Blitzer auf der Ilseder Straße (Bundesstraße 444) in Peine "blitzt" in alle Richtungen. 

Das wird für Raser teuer: Der neue Blitzer auf der Ilseder Straße (Bundesstraße 444) in Peine "blitzt" in alle Richtungen. 

Foto: Thomas Stechert

Das neue „Fotostudio“ für die Raser im Peiner Land wird Anfang Oktober in Betrieb gehen – und mit wohl unvermeidlicher Sicherheit häufig den Blitz „zünden“: Der Landkreis Peine stellt im Stadtgebiet auf der Ilseder Straße (Bundesstraße 444 nach Klein Ilsede) in Höhe der Kreuzung Bundesstraße 65 eine neue Rundum-Blitzersäule auf.

Der Standort für den neuen Blitzer in dieser Tempo-70-Zone ist bewusst gewählt worden. Landkreissprecher Fabian Laaß erläutert auf Nachfrage: „Die Ilseder Straße ist in dem Abschnitt ein Unfallschwerpunkt. Besonders im Abbiegeverkehr ist es in der Vergangenheit aufgrund überhöhter Geschwindigkeit von Kraftfahrern zu Unfällen gekommen.“ Das hat die Unfallkommission, bestehend aus Vertretern der Polizei, der Stadt Peine und des Straßenbaulastträgers, festgestellt.

70er-Zone der Ilseder Straße ist ein Unfallschwerpunkt

Außerdem hätten Kontrollmessungen mit dem Seitenradar den Beleg erbracht, dass sich ein Großteil der Verkehrsteilnehmer nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeit von Tempo 70 halte. Teils werde dort mit 90 Kilometern pro Stunde gerast, teils sogar noch schneller.

Wenn die Einrichtung und Eichung der stationären Anlage abgeschlossen ist und auch die notwendigen Schulungen für die Mitarbeiter erfolgt sind, soll das Gerät in Betrieb genommen werden – wie eingangs erwähnt voraussichtlich Anfang Oktober.

Die Kosten für die Säule gibt Kreissprecher Laaß mit rund 95.000 Euro an. Plus Tiefbau- und Anschlussarbeiten kommt ein Gesamtbetrag von rund 100.000 Euro zusammen.

Weitere stationäre Blitzer betreibt der Landkreis Peine als zuständige Behörde auf der Bundesstraße 1 bei Vechelde-Denstorf sowie auf der Bundesstraße 65 bei Rosenthal, bei Clauen und Klein Blumenhagen. Dazu kommt die tägliche mobile Verkehrsüberwachung durch Landkreismitarbeiter in „Zivilfahrzeugen“ an wechselnden Standorten im gesamten Kreisgebiet. Und dazu kommen die beiden Landkreis-Blitzer auf der Autobahn A 2 (in Fahrtrichtung Hannover bei Röhrse; in Fahrtrichtung Braunschweig in Höhe Zweidorfer Holz).

Der Kreis Peine kauft auch einen Blitzer-Anhänger

Außerdem testet der Landkreis gegenwärtig den Einsatz eines neuartigen Blitzer-Anhängers. Dieses Messgerät kann wie ein normaler Anhänger an den jeweiligen Kontrollpunkt gezogen werden, dort wird das Gerät auf den Boden abgesenkt. Der Landkreis hat diesen Anhänger, wie berichtet, zunächst für drei Monate gemietet. „Es steht aber bereits fest, dass ein solcher Anhänger vom Straßenverkehrsamt angeschafft werden soll“, so Laaß. Kostenpunkt: rund 120.000 Euro.

Landkreis Peine: „Ziel ist die Unfallverhütung“

Bevor nun Kritiker den Kontrolleuren „Abzocke“ unterstellen wollen, verweist Laaß auf die Zuständigkeit des Landkreises für die Verkehrsüberwachung: „Ziel ist die Unfallverhütung, die Minderung von Unfallfolgen sowie die Begrenzung schädlicher Umwelteinflüsse.“ Überhöhte Geschwindigkeit zählt demnach nach wie vor zu den Hauptgründen von Verkehrsunfällen.

Überschuss für die Schul-Verkehrserziehung in Peine

Und Raser, die den normalen Verkehr gefährden, gib es offenbar und leider zur Genüge. Allein 2019 erwischten die Peiner Blitzer um die 100.000 Verkehrssünder. Dafür wurden mehr als 3 Millionen Euro an Straf-Geldern fällig – bei rund 1,4 Millionen Kosten in der Verwaltung. Der Überschuss wird jedes Jahr komplett für die schulische Verkehrserziehung von Kindern und Jugendlichen im Peiner Land eingesetzt.

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