Kleingärtner in Lengede hoffen auf Geld aus dem Konrad-Fonds

Lengede.  Unter anderem ein Dach muss repariert werden. Der Vorsitzende kritisiert die angeblich fehlende Unterstützung der Gemeinde Lengede.

Eckhard Spaeth, Vorsitzender des Lengeder Kleingärtnervereins Bergmannsruh, zeigt am Vereinsheim am Stollenweg in Lengede einen der Schäden im Dach. Unter anderem dafür hofft der Verein auf eine Förderung aus dem Schacht-Konrad-Fonds.

Eckhard Spaeth, Vorsitzender des Lengeder Kleingärtnervereins Bergmannsruh, zeigt am Vereinsheim am Stollenweg in Lengede einen der Schäden im Dach. Unter anderem dafür hofft der Verein auf eine Förderung aus dem Schacht-Konrad-Fonds.

Foto: Arne Grohmann

Bewässerung ist für Kleingärtner ein wichtiger Faktor, aber bitte nicht durchs Dach. Das vom Vereinsheim des Kleingärtnervereins (KGV) Bergmannsruh am Stollenweg in Lengede ist undicht. Der Verein wünscht sich, bisher vergeblich, Unterstützung von der Gemeinde und finanziell durch den Schacht-Konrad-Fonds.

Schmerzensgeld für Atommüll

Der vergibt seit 2011 Geld an Vereine und Projekte rund um das Lager für Atommüll im früheren Schacht Konrad – quasi als Schmerzensgeld für die Bürden und Hinterlassenschaften der Atomindustrie. Einige Vereine lehnen so eine Förderung deswegen grundsätzlich ab, andere nehmen sie in Anspruch. In der Gemeinde Lengede bekamen im vergangenen Jahr der SV Viktoria Woltwiesche (30.000 Euro für den Anbau eines Gymnastikraumes am Sportheim) und der Tanzen Sport Musik Club (TSM) aus Lengede (9788 Euro für neue Küchen-/Bareinrichtung) Geld aus dem Fonds.

Kleingärtner Lengede stellten bereits zweimal einen Antrag

Schon länger hofft auch Eckhard Spaeth, Vorsitzender der Lengeder Kleingärtner, auf eine finanzielle Unterstützung aus diesem Topf. Zwei Anträge stellte sein Verein bisher an den Schacht-Konrad-Fonds, zweimal ging er leer aus. Es geht um beide Vereinsheime der Lengeder Kleingärtner und darum, die Wege, die öffentlich genutzt werden dürfen, einigermaßen barrierefrei hinzubekommen. Rund 13.000 Euro wünscht sich der Verein dafür. Im Oktober und November schrieb der Vorsitzende deswegen Lengedes Gemeinde-Bürgermeisterin Maren Wegener an, die im Kuratorium des Fonds sitzt, das über die Vergabe der Fördergelder entscheidet.

Bürgermeisterin reagiert angeblich nicht

„Ich habe aber keine Antwort bekommen“, ärgert sich der Vereinsvorsitzende. Der ist für rund 138 fast überwiegend aktive Mitglieder zuständig („auch viele Junge“). Der Verein hat zwei „Kolonien“, am Stollenweg und am Meeracker in Lengede, gepachtet bis 2039 von der Landeskirche Hildesheim. Vor knapp zwei Jahren wurden die Lengeder Kleingärtner 60 Jahre alt.

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt Gemeinde-Bürgermeisterin Maren Wegener, dass sie sehr wohl dem Vereinsvorsitzenden schon nach dessen Brief an sie im Oktober „zeitnah und schriftlich“ geantwortet habe. Eine Mailadresse von dem Verein liege der Gemeindeverwaltung nicht vor. Wie auch immer dieses Kommunikationsproblem entstand, die Bürgermeisterin verweist auch darauf, dass sich der Verein erst nach der Sitzung des Fonds-Kuratoriums im vergangenen Jahr an sie gewandt habe.

Probleme des Vereins waren der Verwaltung nicht bekannt

“Dass dieser Verein in einer schwierigen Situation ist, ist mir bis dato nicht bekannt gewesen. Es erfolgte keine Kontaktaufnahme durch den Vorstand mit mir”, sagt Maren Wegener. In ihrer Antwort, die den Verein nach Angaben des Vorsitzenden nie erreichte, habe sie auch auf den Ansprechpartner des Kuratoriums hingewiesen, und dort zusätzlich über die Anfrage der Lengeder Kleingärtner informiert.

Dritter Antrag des Vereins liegt in Salzgitter vor

Unsere Zeitung fragte direkt in Salzgitter beim Schacht-Kondrad-Fonds nach. Dort wird bestätigt, dass die Lengeder Kleingärtner im Dezember einen dritten Antrag einreichten. Die nächste Kuratoriumssitzung finde wohl im Mai statt.

Kein Anspruch auf Förderung

Generell gelte: Es gebe mehr Anträge als Geld zum Verteilen. Und es gebe keinen Anspruch auf eine Förderung. Zu den Ablehnungen gebe es keine Begründungen. Im vergangenen Jahr habe es rund 100 Anträge von Vereinen aus der Stadt Salzgitter und den Gemeinden Vechelde und Lengede gegeben. Die beiden Gemeinden aus dem Kreis Peine sind mit im Boot, weil sie bis zum Schluss, mit der Stadt Salzgitter, gegen das Atommülllager Schacht Konrad (vergeblich) klagten

Vechelde und Lengede sind im Kuratorium vertreten

Das Kuratorium, das über die Vergabe entscheidet, setzt sich aus acht Personen zusammen: ein Vertreter oder eine Vertreterin für die Gemeinden Vechelde und Lengede, vier aus dem Rat der Stadt Salzgitter, ein Vertreter des Bundesumweltministeriums, die Regionalbeauftragte vom Land Niedersachsen und Salzgitters Oberbürgermeister.

Erneuter Antrag der Kleingärtner aus Lengede “etwas mager”

Zum jüngsten, dritten Antrag des Lengeder Kleingärtnervereins hieß es aus Salzgitter, dass dieser “vielleicht etwas mager” ausgefallen ist. Es werde generell empfohlen, sein Anliegen möglichst genau zu beschreiben, speziell wofür das Geld benötigt werde. Auch Fotos sollten beigelegt werden.

Bisher 8 Millionen Euro verteilt

“Insgesamt wurden seit der Gründung des Konradfonds Projekte von Vereinen und anderen gemeinnützigen Institutionen auf dem Gebiet der Stadt Salzgitter und den Gemeinden Lengede und Vechelde mit rund 8 Millionen Euro gefördert“, heißt es auf der Internetseite der Stadt Salzgitter zum Schacht-Konrad-Fonds.

Anträge bis 31. März einreichen

Die Antragsfrist endet zum 31. März eines jeden Jahres. Danach eingehende Anträge werden in die Beratungen für das folgende Förderjahr aufgenommen.

2020 gab es 4,3 Millionen Euro an Förderungen

In den Sommerferien im vergangenen Jahr habe das Kuratorium getagt und über die Förderungen 2020 entschieden: „Es waren 99 Anträge zu beraten, die insgesamt ein Antragsvolumen von 4,3 Millionen Euro hatten.“

Vereine müssen Eigenbeteiligung leisten

Es gibt auf der Internetseite der Stadt Salzgitter auch Informationen zu den Förderrichtlinien. Daraus geht hervor, dass „eine Eigenbeteiligung des Projektträgers in Höhe von 20 Prozent grundsätzlich erwartet“ wird. Der Eigenanteil könne in finanzieller Art oder in sächlicher Art, durch Arbeitsleistung oder durch Drittmittel erbracht werden.

Tipp: vorher mal anrufen und nachfragen

Außerdem gibt es dort einen wichtigen Tipp: „Vor der Antragstellung empfiehlt sich eine kurze schriftliche Anfrage, ob die Projektidee grundsätzlich gefördert werden kann.“

Das muss rein in den Antrag

Vom Antragssteller sei der Antrag auf Projektförderung mit Kosten- und Finanzierungsplan sorgfältig auszufüllen und eine ausführliche Beschreibung des Projekts mit folgenden Angaben beizufügen:

  • Zielsetzung/Zielgruppe des Projekts, Abgrenzung zu ähnlichen Projekten
  • Durchführungsplan
  • erwartete Ergebnisse
  • geplante Öffentlichkeitsarbeit
  • Zeitplan

Weitere benötigte Angaben zu der den Antrag stellenden Einrichtung seien:

  • Satzung
  • Jahresbericht
  • Freistellungsbescheid des Finanzamts

Am Ende ist ein Schild Pflicht

Komme eine Förderung zustande sei mit der Endlager Konrad Stiftungsgesellschaft mbH eine Vereinbarung abzuschließen: „Der Geförderte hat in geeigneter Weise auf die Förderung durch die Endlager Konrad Stiftungsgesellschaft mbH hinzuweisen, z.B. durch Anbringung eines Informationsschildes.“

Kontakt zum Schacht-Konrad-Fonds

Schließlich werden auf der Internetseite noch folgende Kontaktdaten genannt: (05341) 839-3401, E-Mail: referat.schacht-konrad@stadt.salzgitter.de.

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