Edemissen - Revision nach Urteil gegen falsche Handwerker

Peine.  Die drei Verurteilten widersprechen, und auch die Staatsanwaltschaft legt gegen die Entscheidung der Kammer Revision ein.

Nach der Verurteilung falscher Handwerker durch das Landgericht Hildesheim haben die drei Verurteilten sowie die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt.

Nach der Verurteilung falscher Handwerker durch das Landgericht Hildesheim haben die drei Verurteilten sowie die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt.

Foto: Holger Hollemann / dpa

Der Prozess um falsche Handwerker geht in die letzte Runde. Die drei Verurteilten (42, 39 und 23 Jahre) sowie die Staatsanwaltschaft Hildesheim haben Revision gegen das Urteil des Landgerichts Hildesheim aus der letzten Woche eingelegt. Jetzt muss der Bundesgerichtshof (BGH) über eventuelle Verfahrensfehler urteilen.

Wie nach der Urteilsverkündung vorige Woche berichtet, wurde der 42-Jährige vom Landgericht Hildesheim wegen gewerbsmäßigen Diebstahls zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Wegen seiner Drogensucht muss er aber nicht in Haft, sondern wird in einer Entziehungsanstalt untergebracht.

Seine 39 Jahre alte Ehefrau bekam sechs Monate auf Bewährung. Sein 23-jähriger Neffe wurde zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Einem weiteren Neffen (28 Jahre) des 42-Jährigen konnte laut Urteil keine Beteiligung an den sechs angeklagten Taten wegen schweren Bandendiebstahls nachgewiesen werden. Er wurde deshalb freigesprochen.

Nach einem Diebstahl in Edemissen fasste die Polizei zu

Die drei Verurteilten waren am 8. November 2018 nach einem Diebstahl bei einem Ehepaar in Edemissen von der Polizei festgenommen worden.

Nicht nur die drei Verurteilten haben nun durch ihre Anwälte dem Urteil widersprochen und Revision eingelegt, sondern die Staatsanwaltschaft Hildesheim hat wegen der gesamten Entscheidung der Kammer Revision beantragt. In ihrem Plädoyer hatte die Staatsanwältin für den 42-Jährigen drei Jahre Haft gefordert, hielt seine Angaben über seinen Drogenkonsum für unglaubwürdig und lehnte deshalb die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt ab. Sie forderte ferner für den 23-jährigen Neffen zwei Jahre und zwei Haft für besonders schweren Diebstahl.

Die 39-jährige Angeklagte sollte nach dem Willen der Staatsanwältin neben einer neunmonatigen Bewährungsstrafe auch 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Für den 28-jährigen Neffen forderte die Staatsanwältin ein Jahr und drei Monate Freiheitsstrafe.

Revisionsverfahren kann mehrere Monate dauern

Jetzt muss der Bundesgerichtshof in einem rein schriftlichen Verfahren das Urteil auf Rechtsfehler überprüfen. Es werden keine Zeugen gehört, keine neuen Beweise zugelassen. Werden Rechtsfehler gefunden, wird das Urteil aufgehoben und an eine andere Kammer des Landgerichts verwiesen. Werden keine Fehler gefunden wird das Urteil rechtskräftig. Ein solches Revisionsverfahren dauert üblicherweise mehrere Monate.

Edemissen – Drei Jahre Haft für falschen Handwerker

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