Der Lahwald Adenstedt bekommt neue Bäume

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Der Lahwald wird bepflanzt.

Der Lahwald wird bepflanzt.

Foto: Lahwaldinteressentenschaft Adenstedt

Adenstedt.  Der Wald ist krank. Um ihn wieder gesund zu machen forstet die Lahwaldinteressentenschaft Adenstedt nun auf.

Die Lahwaldinteressentenschaft Adenstedt hat neue Bäume pflanzen lassen. Das berichtet sie in einer Pressemitteilung. Laut Waldzustandserhebung 2020, welche Ende Februar von der Bundeswaldministerin Julia Klöckner vorgelegt wurde, sind die Wälder in Deutschland durch die drei aufeinanderfolgenden Dürrejahre stark geschädigt. Noch nie seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1984 waren an so vielen Baumkronen Schäden festzustellen: 80 Prozent der Eichen und 89 Prozent der Buchen haben lichte Kronen. Der Zustand der Baumkronen ist wie ein Fieberthermometer, er zeigt an, wie es den Bäumen geht. Hier kann man ein eindeutiges Fazit ziehen: Der Wald ist krank.

Ein ähnliches, wenn auch nicht ganz so besorgniserregendes Bild zeichnet sich auch im Lahwald in Adenstedt ab. Das liegt laut Mitteilung an Böden, die hier etwas besser sind als zum Beispiel in der Heide auf den leichten Sandböden. Die Lahwaldinteressentenschaft ist ein Zusammenschluss von 54 Mitgliedern mit insgesamt 96 Anteilen, die den Lahwald gemeinsam bewirtschaften. Um dem Kranken entgegen zu wirken, hat die Bundesregierung im Rahmen eines Konjunkturpaketes eine sogenannte Bundeswaldprämie beschlossen. Hier erhält jeder private und kommunale Waldbesitzer, der seine Flächen einem nachhaltigen Zertifizierungssystem unterzieht, eine Prämie. Bei unserem Zertifizierungssystem PEFC sind es 100 Euro je Hektar Waldfläche.

Nur ein Tropfen auf den heißen Stein

Diese Prämie hat auch die Lahwaldinteressentenschaft Adenstedt beantragt, wie ihr Vorsitzender Claus-Dieter Cramm erklärt, der zusammen mit seinen Vorstandskollegen Hans-Wilhelm Rauls und Steffen Schoke sowie der Schrift- und Rechnungsführerin Frauke Bürger die Geschäfte der Forstinteressentenschaft führt. „Grundsätzlich freuen wir uns über diese Unterstützung, sie ist aber durch die vielen Umwelteinflüsse und neue Baumkrankheiten, die in den letzten Jahren aufgetreten sind, nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, so Cramm.

Bereits vor gut zehn Jahren haben die Mitglieder der Lahwaldinteressentenschaft festgestellt, dass eine neue Baumkrankheit, das Eschentriebsterben, auch im Lahwald angekommen war. Dabei verlichten erst die Kronen und dann stirbt der ganze Baum langsam ab. Bis heute gibt es hierfür laut der Interessengemeinschaft noch kein Gegenmittel. Aufgrund dieser Krankheit und auch damit das Holz der befallenen Eschen noch verwertet werden kann, hat sich der Vorstand in Zusammenarbeit mit dem betreuenden Forstamt 2019 entschlossen, im Wald auf einer Fläche von knapp 1 Hektar die Eschen gänzlich zu entnehmen.

Heimische Bäume sollen angepflanzt werden

Nach den Dürrejahren wurde dann auch auf der gleichen Fläche an den dort stehenden Buchen Trockenschäden festgestellt, so das auch sie entnommen wurden, um auch dieses Holz noch beispielsweise als Möbelholz zu nutzen. Dadurch entstand eine Lichtung im Wald, die es so schnell wie möglich zu schließen gilt, so heißt es in der Mitteilung weiter. In Absprache mit dem bis Ende 2020 amtierenden Betreuungsförster Lutz Petersen von der Revierförsterei Hämelerwald, die unter anderem auch die Lahwaldinteressentenschaft Adenstedt betreut, wurde der Plan zur Aufforstung der Kalamitätsfläche gefasst.

Hier sollen standortgerechte und heimische Bäume wie Stieleiche, Traubeneiche und Vogelkirsche angepflanzt werden, die sich gut an den Klimawandel anpassen. Diese Aufgabe wurde jetzt angegangen. Nach der Pensionierung des Betreuungsförsters hatte sein Nachfolger Hannes Möhlecke gleich viel zu erledigen, denn solche Aufforstungen standen nicht nur in Adenstedt an. Zur Bodenvorbereitung der Pflanzfläche wurde der Boden ganzflächig gemulcht, um den kleinen Pflanzen einen Wachstumsvorsprung vor der sich natürlich entwickelnden Begleitflora zu bieten. Danach wurde um die Pflanzfläche ein sogenannter Wildschutzzaun gezogen, der die neu angepflanzten Pflanzen vor einem Verbiss durch das Rehwild schützt. Frische Triebe an jungen Pflanzen sind für das Rehwild ein Leckerbissen, deshalb ist solch eine Schutzmaßnahme zwingend erforderlich. Zu guter Letzt erfolgte dann die Pflanzung durch eine Fachfirma, welche die insgesamt knapp 6.000 Pflanzen mit 6 Pflanzern in gut einem Tag in die Erde gebracht hat.

Hoffnung auf Blütenpracht

Die Waldbesucher werden um Nachsicht gebeten, wenn durch diese Maßnahmen eventuell Fußwege gesperrt oder auch durch den Zaun abgeschnitten worden sind. „Bleibt zu hoffen, das der liebe Gott es nun auch mal regnen lässt, damit die jungen Pflanzen gut anwachsen und gedeihen und sich die Waldbesucher in den kommenden Jahren an der Blütenpracht der Kirschen und Eichen erfreuen können“, so Cramm. Nicht unerwähnt möchte der Vorsitzende hierbei lassen, dass die gesamte Anpflanzung nur Dank des Engagements der Firma Bauhaus möglich war. Bauhaus ist im vergangenen Jahr 60 Jahre alt geworden und unterstützt aus diesem Anlass die Pflanzung von einer Millionen Bäumen im gesamten Bundesgebiet. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) ist Partner dieses Projekts und zeichnet zukunftsweisende Aufforstungsmaßnahmen aus. Für die Unterstützung möchte sich die Lahwaldinteressentenschaft bedanken, heißt es abschließend.

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