Peiner Freischießen

Peiner Freischießen beginnt am Freitag – Das erwartet die Gäste

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Ein Bild aus vergangenen Festjahren: Die Menge auf dem Peiner Marktplatz jubelt. Die Bürger-Jäger tragen ihren Bürgerkönig Nils Wesner auf Händen.

Ein Bild aus vergangenen Festjahren: Die Menge auf dem Peiner Marktplatz jubelt. Die Bürger-Jäger tragen ihren Bürgerkönig Nils Wesner auf Händen.

Foto: Henrik Bode

Peine.  Mit der Eröffnung des Festplatzes starten heute die tollen Peiner Tage: das Peiner Freischießen. Heute Abend gibt es ein großes Feuerwerk.

Los geht´s – und rein ins Vergnügen: Nach zwei Jahren Corona-bedingter Pause feiert Peine wieder Freischießen, das Fest der Feste in der Kreisstadt. Jede Menge zu sehen und zu erleben! Der Festplatz mit seinen vielen Buden, Ständen, Fahrgeschäften und dem Riesenrads wird am Freitagnachmittag eröffnet. Abends, bei Einbruch der Dunkelheit ist ein großes Höhenfeuerwerk zu sehen – aus Solidarität mit der kriegsgebeutelten Ukraine beginnt es in den Farben blau-gelb, den Farben der ukrainischen Flagge.

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Bis Dienstag tummeln sich dann in der Stadt Musikzüge, Schützen und alle, die Freude am Freischießen-Trubel haben – und das sind viele. In Stoßzeiten wird allein auf dem Festplatz, dem Schützenplatz, mit 5000 bis 8000 Besuchern gerechnet.

Feierliche Eröffnung am Sonntag

Am Samstag sind an vielen Stellen in der Stadt Ständchen für die noch amtierenden Könige zu hören, und auch für Honoratioren, am Abend finden die Kommerse der Korporationen statt – und nach diesem Auftakt beginnt das Fest dann am Sonntag offiziell mit dem Aufmarsch der Korporationen auf dem Marktplatz. Bürgermeister Klaus Saemann wird den Korporationen ihre altehrwürdigen Fahnen aushändigen und das Peiner Freischießen eröffnen.

Vom Marktplatz ziehen die Schützen und Musikzüge dann durch die Stadt, umjubelt von vielen Schaulustigen. Der nächste Höhepunkt folgt am Montag: die Proklamation der neuen Könige. Wer wohl diesmal Bürgerkönig wird? Am Dienstag, dem dritten und letzten Tag des großen Festes finden die Königsfrühstücke statt, im Anschluss die bunten Umzüge. Am Abend dann ein letzter Umzug: der Einzug der Könige und das Ende des Peiner Freischießens 2022.

Bürgerkönig konnte sich früher von den städtischen Steuern „freischießen

Wer das Freischießen erstmals erlebt, der fragt sich natürlich, woher der Name rührt. Ganz einfach: Ursprünglich konnte sich der Bürgerkönig von den städtischen Steuern „freischießen“. Er war dafür aber verpflichtet, aus eigenen Mitteln das Königsfrühstück zu bestreiten. Auch heute noch – so berichtet die Stadt – erhält der Bürgerkönig von der Stadt ein Geldgeschenk als symbolischen Steuererlass. Für die Ausrichtung des Königsfrühstücks und die Bestreitung seiner sonstigen Verpflichtungen jedoch, sorgt seine Korporation.

Träger des Peiner Freischießens sind die Korporationen. Zu den Bürgerkorporationen gehören die Schützengilde, das Bürger-Jäger-Corps und das Neue Bürger-Corps; dazu kommen das Corps der Bürgersöhne, der Männerturnverein Vater Jahn, der Peiner Walzwerker-Verein und der TSV Bildung (Schützengilde und Corps der Bürgersöhne gelten als die ältesten Korporationen). Der beste Schütze aus den drei Bürgerkorporationen erringt die Würde des Bürgerkönigs der Stadt Peine. Dies gilt auch heute noch als die höchste Ehre, die ein Peiner erringen kann.

Geschichte reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück

Die Geschichte des Peiner Freischießens kann bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Damals sollte damit die Wehrbereitschaft der Bürger für die Verteidigung der Stadt unter Beweis gestellt werden. Später wurde es zum Volksfest. Vergilbte Dokumente künden von diesem Fest. Aus dem Jahre 1597 liegen „Statuta“ der Stadt Peine vor, die das Freischießen und das Schützengelage behandeln. Aus dem Jahre 1689 stammt eine Abrechnung über die Ausgaben, die der Stadt aus dem Freischießen erwuchsen. 1704 hat der Bürgermeister Vorschriften zur Durchführung des Peiner Freischießens erlassen. Seit 1733 schließlich sind die Namen der Könige erhalten.

Das Freischießen-Programm auf einen Blick

Freitag, 1. Juli: 15 bis 16 Uhr Ständchen der Jugend-Spielmannszüge zur Eröffnung des Festplatzes auf dem Schützenplatz. 16 bis 17 Uhr Konzert für Senioren im Junggesellenzelt auf dem Schützenplatz. Zirka 22.15 Uhr Feuerwerk

Samstag, 2. Juli: 13 bis 17 Uhr Ständchen für Könige und Honoratioren, ab 18 Uhr Kommerse der Korporationen, 19.45 Uhr Aufmarsch aller Musikzüge auf dem historischen Marktplatz

Sonntag, 3. Juli: 11 bis 12 Uhr Platzkonzert der Trachtenkapelle St. Barbara auf dem historischen Marktplatz, 15 Uhr feierliche Eröffnung des Peiner Freischießens auf dem historischen Marktplatz, ab 20 Uhr Tanz in den Zelten

Montag, 4. Juli: 11 Uhr Kattenhägener Ausmarsch, 15 Uhr Festausmarsch durch die Stadt, 18.15 Uhr Proklamation der neuen Könige auf dem historischen Marktplatz, ab 21.45 Uhr Proklamation in den Zelten der Korporationen

Dienstag, 5. Juli: ab 10.30 Uhr Königsfrühstück bei allen Korporationen, 14.30 bis 18 Uhr bunte Umzüge, 22 Uhr Königseinzug mit Fackeln durch die Stadt zum historischen Marktplatz

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