A2-Vollsperrung

A2-Vollsperrung: Ausnahmezustand in Teilen des Kreises Peine

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Dicht an dicht schiebt sich der Verkehr wegen der A2-Vollsperrung auf der Celler Straße in Peine voran. 

Dicht an dicht schiebt sich der Verkehr wegen der A2-Vollsperrung auf der Celler Straße in Peine voran. 

Foto: Harald Meyer

Peine.  Bis Montag dauert die Fahrbahnerneuerung. Trotz der Staus loben ADAC und Autobahnpolizei solche Turbo-Baustellen – aus diesen Gründen.

Ausnahmezustand in Schwicheldt: Die Bundesstraße 65 – die Ortsdurchfahrt der 1330-Einwohner großen Ortschaft im Kreis Peine – ist die für die Autobahn 2 (A2) wegen der aktuellen Vollsperrung. Und bis nach Schwicheldt staut sich der Autobahnverkehr kilometerlang zurück, weil die B 65 in dem Bereich auf die verkehrsreiche und auch noch vorfahrtsberechtigte Bundesstraße 494 trifft – es ist genau der Punkt, den die Peiner Polizei bei A2-Sperrungen immer wieder als problematisch ausmacht.

Noch bis Montag, 4. Juli, um 18 Uhr ist die A2 wegen der Fahrbahnerneuerung zwischen Hämelerwald und Peine nicht befahrbar, und zwar vom Kreuz Hannover-Ost bis zur Anschlussstelle Peine in Fahrtrichtung von Hannover/Dortmund nach Braunschweig/Berlin. Für den Regionalverkehr aus Hannover in Richtung Braunschweig/Berlin gibt es diese Umleitungsstrecke: von der A2 am Kreuz Hannover Ost auf die Autobahn 7 (A7) zur Anschlussstelle Anderten, und von dort weiter auf der Bundesstraße 65 über Sehnde, Rethmar (Region Hannover), Mehrum und eben Schwicheldt (beides Kreis Peine) in die Stadt Peine, wo es wieder auf die A2 in Richtung Braunschweig geht. „Die Strecke ist voll gestopft“, beschreibt der Peiner Polizeisprecher Malte Jansen. Außer der besagten Kreuzung B 65/B 494 ist die Celler Straße in Peine stark belastet, denn über diese Straße mit vielen Ampeln geht es für den Umleitungsverkehr auf die Autobahn 2. Aber auch auf anderen Straßen im Landkreis Peine ist spürbar mehr Betrieb. Immerhin: Unfälle hat es aber bis dato auf der Umleitungsstrecke im Kreis Peine nicht gegeben.

„A2 ist rissig, wellig und löst sich schon auf“

Zuständig für die Fahrbahnerneuerung ist die bundeseigene Autobahn GmbH (Niederlassung Nordwest), in deren Außenstelle Hannover ist Mathias Schmidt der Projektleiter für dieses 3,5-Milionen-Euro-Vorhaben. Der Binder sei bereits 30 Jahre alt und müsse ausgetauscht werden, aber auch die Fahrbahndecke in diesem drei Kilometer langen Abschnitt sei „rissig, wellig und löse sich schon auf“. Bei dieser Turbo-Baustelle (96-Stunden-Baustelle) arbeiteten die Straßenbauarbeiter „rund um die Uhr“. Der Projektleiter ist sich absolut sicher: Spätestens um 18 Uhr sei die A2 am Montag wieder befahrbar, Verzögerungen bei den Bauarbeiten werde es nicht geben.

Gleich mehrfach Lob verteilt Christine Rettig, ADAC-Sprecherin in Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. Turbo-Baustellen wie diese mit einer vergleichsweise kurzen Vollsperrung seien den Baustellen vorzuziehen, die sich über einen sehr viel längeren Zeitraum mit reduzierter Fahrbahnzahl hinzögen – und zwar auch finanziell/volkswirtschaftlich, auch wenn sich die Baufirmen die Nacht- und Wochenendenarbeiten bezahlen lassen. Auch der Zeitpunkt für die Fahrbahnerneuerung – vor den Sommerferien in Niedersachsen – sei okay, wobei die A2 ohnehin keine Ferien-Autobahn sei: „Das sind eher die Nord-Süd-Richtungen“, schildert Christine Rettig – also die A7. Gleichwohl: „Auf der A2 ist immer Verkehr.“ Eindringlich warnt die ADAC-Sprecherin allerdings davor, sich als Autofahrer nicht an die ausgeschilderten Umleitungen zu halten und – im Vertrauen auf das eigene Navigationsgerät – andere Strecken als vermeintliche Abkürzungen zu nutzen. „Diese Routen führen oft über kleine Straßen, die für den Verkehr gar nicht ausgelegt und daher schnell verstopft sind“, weiß Christine Rettig.

Auch für Jans Haufe von der Autobahnpolizei Hannover sind Turbo-Baustellen den anderen Baustellen vorzuziehen. „Größtenteils“, sagt der Polizeibeamte, hielten die sich Autofahrer an die vorgesehenen Umleitungsstrecken – das gelte auch für den überregionalen Schwerverkehr, der in diesem Fall sehr weiträumig um die Vollsperrung herumgeführt wird. Allerdings: Auf der Umleitungsstrecke im Kreis Peine tauchen auch LKWs mit Nummernschildern aus sehr entfernten Städten auf.

Verschiedene Umleitungsstrecken

Für den Regionalverkehr aus Hannover in Richtung Braunschweig/Berlin gibt es diese Umleitungsstrecke: von der A2 am Kreuz Hannover Ost auf die Autobahn 7 (A7) zur Anschlussstelle Anderten, und von dort weiter auf der Bundesstraße 65 über Sehnde, Rethmar (Region Hannover), Mehrum und Schwicheldt (beides Kreis Peine) nach Peine, wo es wieder auf die A2 in Richtung Braunschweig geht. Der überregionale Verkehr soll vom Kreuz Hannover-Ost auf die A7 nach Süden bis zum Dreieck Salzgitter fahren, von dort auf die A 39 bis zum Dreieck Braunschweig Süd-West und über die A391 zurück zur A2 in Richtung Berlin. Nach sehr viel weiträumiger ist die Umleitung für den Schwerlastverkehr: aus Dortmund auf die A44 in Richtung Kassel bis zum Dreieck Kassel-Südwest, von dort auf die A7 zum Dreieck Salzgitter und auf die A39 bis zum Dreieck Braunschweig Süd-West und über die A391 zur A2 in Fahrtrichtung Berlin.

Von Berlin/Braunschweig in Richtung Hannover/Dortmund ist die A2 weiterhin befahrbar.

Trotz dieser Aufteilung des Verkehrs warnt der ADAC vor Staus auf Umleitungsstrecken, denn dort ist erfahrungsgemäß – wie auch diesmal im Kreis Peine – sehr viel Verkehr. Daher rät der Verein: sich vor der Abfahrt genau über die aktuelle Verkehrssituation informieren oder am besten erst gar nicht erst mit dem Auto fahren.

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