PN-Dorfabend: Ausbaubeiträge bleiben bestehen – vorerst

Klein Lafferde.  Die Diskussionen beim Dorfabend der Peiner Nachrichten in Klein Lafferde reichen von Raserei bis Radwege.

Rund 50 Bürger diskutieren beim Dorfabend der Peiner Nachrichten in Klein Lafferde.

Rund 50 Bürger diskutieren beim Dorfabend der Peiner Nachrichten in Klein Lafferde.

Foto: Jörg Kleinert

Der Dorfabend der Peiner Nachrichten im Gasthaus „Zur Linde“ begann mit einer Überraschung. Als Moderator und PN-Redakteur Arne Grohmann sich mit Ortsbürgermeisterin Gerlinde Perschall über eine anstehende 1200-Jahr-Feier Klein Lafferdes unterhielt, sprang in der letzten Sitzreihe Ortsheimatpfleger Berend Kleingeist auf. Seine jüngsten Recherchen in Mönchslisten von Kloster Corvey hätten ergeben, so der Pastor im Ruhestand, dass der Ort erst im Jahr 825 erstmals erwähnt worden war. „Wir hätten also noch Zeit bis zur Feier“, sagte Kleingeist.

Brisante Themen

Langes Abtasten der Akteure? Gab es in Klein Lafferde nicht. Es kamen brisante Themen auf den Tisch, es wurde offen diskutiert. Zum Beispiel über die Beiträge, die Anlieger für Straßensanierungen zahlen sollen. „Können wir morgen mit der Schlagzeile aufmachen: Die Gemeinde schafft Beiträge ab?“, fragte Grohmann Gemeindebürgermeisterin Maren Wegener. Viele Besucher klopften mit den Fingern anerkennend auf die Tischkante. Die Verwaltungschefin aus dem Lengeder Rathaus ließ sich indes nicht locken. „Wir warten auf eine politische Entscheidung des Landes Niedersachsen“, sagte Wegener. Erst dann werde auch die politische Diskussion in der Gemeinde angestoßen. Viele Fragen seien offen: Wer übernimmt Differenzzahlungen? Sind für Anwohner Darlehen, Stundungen oder Ratenzahlungen möglich? Wegener äußerte sich eher skeptisch, die Signale aus Hannover seien keine guten.

„Die Steuereinnahmen des Landes sinken, heißt es.“ Im Frühjahr 2020 sei mit einer Entscheidung des Landes zur Regelung für die Straßenausbaubeiträge zu rechnen. So lange habe die derzeitige Beitragspflicht Bestand, so Wegener. Am Oberger Weg, dort hat sich eine Initiative gegen anstehende Beiträge gegründet, werde die Straße wohl ab 2022 saniert, kündigte die Verwaltungschefin an.

Was tun gegen Raser?

Ebenfalls ein Juckethema für viele Klein Lafferder: Im Ort wird gerast. Nahezu auf allen Straßen. Was kann getan werden? In der Sonnenstraße etwa sind „Kölner Teller“, flach gewölbte Metallnoppen, auf dem Asphalt aufgebracht. „Fahren LKW darüber, wackelt im Schrank das Geschirr“, rief eine Zuhörerin aus dem Hintergrund. Besucher Lutz Bollmann regte eine Einbahnstraßen-Regelung für die Sonnenstraße an für Fahrzeuge unter 2,8 Tonnen.

„Wir sind bestrebt, an jedem Ortseingang in jeder Ortschaft der Gemeinde verkehrsberuhigende Inseln zu bauen“, sagte Maren Wegener. Das brachte Heinz-Werner Bollmann auf die Palme. „Für große Fahrzeuge wie LKW sind diese Verschwenkungen eine Katastrophe.“ er forderte Rücksicht. „Wir sind nun mal auf der Straße, um Güter zu transportieren, die jeder hier täglich konsumiert.“

Weitere Themen des Abends: Jugendliche regten den Bau eines Skaterparks an. Ortsbürgermeisterin Gerlinde Perschall sagte: „Ich wüsste nicht wo in Klein Lafferde.“ Der bisherige Spielplatz an der Sonnenstraße ist inzwischen „abgerüstet“, ein neuer entsteht am Uetschenkamp. „Allerdings war die Baustellenabsicherung fahrlässig“, monierte Anwohner Rolf Behrens. Zudem hätten sechs Kinder auf dem Gelände gespielt, während die Bauhof-Mitarbeiter mit einem Radlader angerückt seien. Der Grund für den Umzug: Das Gelände an der Sonnenstraße war von der Gemeinde für 25 Jahre gepachtet, zu befürchten sei, dass der Besitzer andere Pläne habe, sagte Maren Wegener. Das Areal am Uetschenkamp dagegen sei in Gemeindebesitz – optimal für eine Dauerlösung.

Wenig Hoffnung machte Gemeindebürgermeisterin Maren Wegener den Klein Lafferdern für den Bau eines Radweges zur Grundschule nach Woltwiesche. „Das Land sieht diesen Radweg als unerheblich an.“ Dies sei ihr schriftlich mitgeteilt worden. Es müsse aber nicht das letzte Wort sein. Wegener: „Wir sind aber auf lange Sicht daran interessiert, den Weg zu bekommen.“

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