Abriss der Traditionsgastwirtschaft Staats bewegt Lengeder

Lengede.  Es gibt aber auch Bürger, die sagen: Wir sind selbst schuld daran, dass die Dorfkneipen nach und nach dicht machen (müssen).

Wer hier reinging, kam oft anders raus… Das ist bereits Vergangenheit: Der Eingang zu „Staats“ am Brückenweg in Lengede im Jahr 2008. Inzwischen ist fast alles abgerissen.

Wer hier reinging, kam oft anders raus… Das ist bereits Vergangenheit: Der Eingang zu „Staats“ am Brückenweg in Lengede im Jahr 2008. Inzwischen ist fast alles abgerissen.

Foto: Archiv / Werner Cleve

Zu unseren Berichten über den Abriss der 1851 erstmals erwähnten Lengeder Gastwirtschaft Staats gibt es in Online-Kommentaren oder per Mail einige Reaktionen von Lengeder Bürgern.

„Ja, es ist wirklich sehr schade, dass nun wieder ein Stück Kult aus dem alten Lengeder Ortskern für immer verloren ist“, schreibt uns eine Lengederin, die nach eigenen Angaben älter als 80 Jahre alt ist. Und: „Bis zuletzt hatte ich gehofft, dass sich noch eine Lösung auftäte, um das Gasthaus in irgendeiner Form zu erhalten. Für mich, sowie meine ehemaligen Schulkameraden hängen viele schöne Erinnerungen daran. So zum Beispiel auch die 15 Klassentreffen, die wir bei Staats veranstaltet haben. Oder welch ein Ereignis, einen „richtigen“ Film im „Staats Kino“ damals zu erleben.“

Da, wo Staats aktuell abgerissen wird, soll ein Gebäude für Betreutes Wohnen gebaut werden. Derzeit schaffen die Bagger Tatsachen. Einige Bürger bleiben am Bauzaun stehen, schauen zu und erzählen sich alte Geschichten zu Staats.

Nun bleibe nur noch die Erinnerung an viele schöne Ereignisse, schreibt die Lengederin weiter. „Was haben wir dort alles erlebt?!“

Sie bedankt sich zudem bei Lengedes Heimatpfleger Werner Cleve, „dass wir ein gut geführtes Archiv haben, welches von ihm sehr sorgfältig bearbeitet wird. Somit können auch die nachfolgenden Generationen, Familien und Lengeder Neubürger die Geschichte und – ja, auch die nun abgeschlossene vergangene Ära unseres Dorfes – betrachten und nachlesen“.

Es gab aber auch deutliche Reaktionen ohne Wehmut zum Verschwinden von Staats. Auf der Facebook-Seite unserer Zeitung kommentierte ein Nutzer, dass es doch die logische Folge sei, dass Traditionsgaststätten im Dorf schließen und verschwinden. Denn, wenn kaum noch jemand dort hingehe, dann sei es auch nicht angemessen, das Ende des „Dorfkrugs“ zu beklagen.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder