Corona-Effekt – mehr „wilde“ Müllentsorgung im Kreis Peine

Bodenstedt.  Der Ortsrat Bodenstedt/Liedingen/Köchingen ärgert sich über diese Verschandelung – den Tätern droht eine Geldbuße von bis zu 5000 Euro.

Über diesen „wilden Müll“ in der Landschaft ärgert sich der Ortsrat Bodenstedt/Liedingen/Köchingen.

Über diesen „wilden Müll“ in der Landschaft ärgert sich der Ortsrat Bodenstedt/Liedingen/Köchingen.

Foto: Benno Schünemann

Der Trend ist besorgniserregend: „Im ersten Halbjahr dieses Jahres haben wir kreisweit bereits bei 360 Fuhren insgesamt 220 Tonnen ,wilden Müll’ abgefahren – also an Wertstoffinseln und in der freien Landschaft“, zählt Brigitta Saal zusammen – sie ist Sprecherin der landkreiseigenen Abfallwirtschafts- und Beschäftigungsbetriebe (A+B). Im ganzen vergangenen Jahr seien es bei 655 Fuhren „nur“ 335 Tonnen „wilder“ Unrat gewesen. Auch im Ortsrat Bodenstedt/Liedingen/Köchingen sind solche illegalen Müllentsorgungen ein Thema gewesen.

Benno Schünemann, Ortsbürgermeister in den drei Orten, spricht vom „Ärgernis“ – innerhalb weniger Wochen habe es im Sommer vier solcher ungesetzlichen Müllentsorgungen gegeben: ein Mal im Bodenstedter Holz („Großes Holz“), ein Mal in der Bodenstedter Wertstoffinsel sowie zwei Mal an der Kreisstraße zwischen Liedingen und Köchingen. „Den Unrat musste der gemeindliche Bauhof beziehungsweise die Unternehmen A+B beseitigen“, ist Schünemann erbost und appelliert, solcherlei Verschandelungen zu unterlassen: „Ein Verursacher konnte leider nicht ermittelt werden.“

„Kostenersparnis kann ein Beweggrund sein“

„Wilde Müllablagerungen sind für uns immer ein Problem“, bedauert Brigitta Saal. Die steigende Zahl illegaler Entsorgungen in diesem Jahr könne auf den „Corona-Effekt“ zurückzuführen sein: „Viele Menschen haben Zeit zum Aufräumen und Umbauen.“ Hinzu kämen die zeitweise eingeschränkten Anlieferbedingungen beim A+B-Abfallentsorgungszentrum in Stedum und den Wertstoffhöfen. Die Sprecherin ist aber auch überzeugt: „Bei wilden Müllablagerungen spielen Bequemlichkeit und mangelndes Umweltbewusstsein eine große Rolle“, auch Kostenersparnis könne ein Beweggrund sein. Bei innerörtlichem Müll seien die jeweiligen Gemeinden/die Stadt Peine für die Beseitigung zuständig, außerhalb der Ortsgrenzen die kreiseigenen A+B: In diesen Fällen seien die Vergehen der Landkreisverwaltung (Fachdienst Umwelt), der Polizei oder den A+B zu melden. Die „wilden“ Müllentsorgungen – auch Grünabfälle in der Natur gehören dazu – sind der Sprecherin zufolge Ordnungswidrigkeiten: „Dafür werden je nach Schweregrad Geldbußen von bis zu 5000 Euro fällig.“

Ortsrat Bodenstedt/Liedingen/Köchingen vergibt Zuschüsse

Vergeben hat der Ortsrat Bodenstedt/Liedingen/Köchingen folgende Zuschüsse aus Ortsratsmitteln: 350 Euro an den TSV Bodenstedt für ein transportables Trainingstor für die Fußballabteilung; 150 Euro an den TSV Bodenstedt für Thera-Bänder für den Gesundheitssport; 150 Euro an den Sportverein Liedingen für einen wetterfesten Tisch, der an der Boulebahn im Garten des Dorfgemeinschaftshauses aufgestellt wird.

Die Risse auf dem Eschenweg in Bodenstedt werden abgedichtet, anschließend erhält die Straße einen Strasa-Überzug. „Diese Straßenunterhaltung ist für die Anlieger kostenfrei“, betont Schünemann. Noch in diesem Jahr soll am Dorfgemeinschaftshaus (DGH) Bodenstedt der Treppenaufgang hergerichtet und ein Lamellenvorhang für die beiden Innenräume installiert werden. Einige Straßenlampen in Liedingen sollen wegen Verschleiß und Verschmutzung überprüft werden: Die Vechelder Gemeindeverwaltung soll BS-Energie dazu veranlassen. Die Verlegearbeiten der Internetleitungen (Glasfaser) im öffentlichen Raum sind in Liedingen und Bodenstedt abgeschlossen. „Die Gemeinde Vechelde musste dazu nur wenige Reklamationen aufnehmen – sie arbeitet sie nun ab“, führt Schünemann aus. In Köchingen seien diese Bauarbeiten hingegen noch nicht abgeschlossen. Der vom Unternehmen „Deutsche Glasfaser“ als Lagerplatz genutzte Bodenstedter Festplatz solle bis Mitte September geräumt sein.

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