Vechelder und Peiner Wappen als „Steine des Anstoßes“

Sierße.  Georg Meyer aus Sierße vermisst bei den Anfertigungen Hinweise auf die jeweilige Ortschaft beziehungsweise die Stadt Peine.

Georg Meyer (im Spiegel) und ein Teil seiner selbst gemalten Wappen.

Georg Meyer (im Spiegel) und ein Teil seiner selbst gemalten Wappen.

Foto: Harald Meyer

Nein, Konflikten aus dem Weg geht Georg Meyer nicht. Dem Sierßer ist klar, dass seine Meinung zu den Wappen nicht bei bei jedem auf Gegenliebe stoßen werden, dass es sogar erboste Kritik daran geben wird. Trotzdem stellt Georg Meyer fest: Die Anfertigungen – der 82-Jährige nennt die der Orten Vechelde und Sierße sowie der Stadt Peine – seien keine „redenden Wappen“. Wobei der Ruheständler anfügt: „Ich will gar nicht verlangen, dass diese Kommunen ihr Wappen ändern müssen.“

In der Heraldik (Wappenkunde) ist die Formulierung redendes oder sprechendes Wappen ein feststehender Begriff: „Auf einem redenden Wappen weisen die Motive auf die jeweilige Ortschaft hin“, beschreibt Meyer. Der Malermeister und frühere Berufsschullehrer zeigt auf das Vechelder Wappen: Es zeigt einen gelben Streifen (Symbol für den Fluss Aue) und drei Rosen aus dem Geschlechterwappen der Patrizierfamilie von Vechelde aus Braunschweig. „Der Ortsname Vechelde nimmt aber Bezug auf einen Punkt, an dem ein Übergang über das Sumpfgebiet zwischen Vechelde und Denstorf möglich gewesen ist“, blickt Meyer zurück – der Aspekt „Übergang“ fehle jedoch auf dem Wappen.

„In Hörigkeit zum Adel haben sie das Wappen von Gunzelin von Wolfenbüttel gewählt“

Unter dem Aspekt „redendes Wappen“ geht Meyer bei der Anfertigung für seinen Heimatort Sierße wesentlich schärfer ins Gericht: Als „reines Fantasieprodukt ohne jeden Bezug zum Ortsnamen“ bezeichnet er dieses Wappen. Es zeigt einen Kesselhaken, den es „früher in jedem Dorf gegeben hat“. Bei seinen Nachforschungen in der Sierßer Geschichte ist Meyer auf die Ortsbezeichnung „Sirikeshus“ gestoßen: „Sirikes“ in Anlehnung an Sirona (keltische Quellgöttin) und „Hus“ (später „hausen“) als Wohnstätte. Meyer zufolge müsste also in einem „redenden Wappen“ für Sierße die Quellgöttin auftauchen.

Als „verunglückt“ stuft er das Wappen der Stadt Peine ein: „In häufiger Hörigkeit zum Adel haben sie das Wappen von Gunzelin von Wolfenbüttel-Asseburg, Lehnsmann der Welfen, gewählt“, stellt Meyer fest. In einem „redenden Wappen“ hingegen müsste es Hinweise auf einen Fluss (Fuhse) und eventuell auf die Peiner Burg geben.

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