Wie der Finanzplatz Frankfurt vom Brexit profitiert

Berlin.  Der Brexit bringt Ungewissheiten mit sich und die Sorge vor einem Austritt ohne Abkommen ist groß. Es gibt aber auch Brexit-Gewinner.

Frankfurt am Main: Der Finanzplatz könnte als großer Gewinner bei einem Brexit hervorgehen.

Frankfurt am Main: Der Finanzplatz könnte als großer Gewinner bei einem Brexit hervorgehen.

Foto: Boris Roessler / dpa

Die deutsche Bankenbranche schaut mit Sorge auf den möglichen ungeregelten Austritt der Briten aus der Europäischen Union. „Der sich nun abzeichnende harte Brexit, also ohne ein begleitendes Abkommen, ist unverantwortlich“, sagte Andreas Krautscheid, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken, unserer Redaktion. Premier Boris Johnson scheinen „maximale ökonomische Schäden“ im eigenen Land wie in den übrigen europäischen Ländern nicht zu interessieren.

Ein Profiteur ist unterdessen der Finanzplatz Deutschland. „Frankfurt ist dabei einer der großen Gewinner des Brexit“, sagte Krautscheid unserer Redaktion, „sofern man bei dieser unglücklichen Entwicklung überhaupt von Gewinnern sprechen mag.“ Bisher hätten 45 internationale Finanzinstitute ihre Geschäfte an den Main verlagert. „Sie bringen neue Geschäfte und weiteres Personal dorthin.“

Banken haben sich auf Brexit vorbereitet

In den vergangenen zwei Jahren hätten sich die Banken auf den harten Brexit als „größten anzunehmenden Unfall vorbereitet“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands. „Hunderttausende Kunden von internationalen Banken, die bisher in London betreut wurden, müssen in die EU verlagert, ihre Verträge umgestellt werden.“

Für Großbritannien könnte ein No-Deal-Brexit derweil harte Konsequenzen haben. Dem Land drohen einem Bericht zufolge Lebensmittelknappheit oder auch Benzinengpässe. (aky)

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