Pandemie

Corona-Regeln: In diesen Bundesländern gilt jetzt 2G

| Lesedauer: 7 Minuten
Neues Corona-Medikament erweckt Hoffnung

Neues Corona-Medikament erweckt Hoffnung

Erfolg für neues Corona-Medikament “Molnupiravir”: Das Corona-Medikament der US-Pharmakonzern Merck & Co. soll das Risiko einer tödlichen Corona-Erkrankung um die Hälfte reduzieren können.

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Berlin  Die 2G-Regelung gilt in immer mehr Bundesländern. Doch es gibt Unterschiede. Welche Corona-Regel jetzt wo für wen gilt im Überblick.

  • In immer mehr Bundesländern gilt die 2G-Regel als Option
  • Bestimmte Betreiber haben damit die Wahl, ob sie nur noch Geimpfte und Genesene zulassen
  • Wir zeigen, in welchen Bundesländer 2G eingeführt wurde

Viele Bundesländer schärfen die Corona-Maßnahmen für den Herbst und Winter zum Schutz vor der vierten Welle. An vielen Orten gilt die 2G-Regel - geimpft oder genesen. Der Grund: Ungeimpfte haben ein signifikant höheres Risiko Corona zu verbreiten. Doch einheitlich sind die Regeln nicht. Hier eine Übersicht.

Hamburg als Vorreiter

Hamburg hat die Option einer 2G-Regel schon seit Ende August. Wer will, kann sein Restaurant oder seine Party nur noch für Geimpfte und Genesene öffnen. Das hat den Vorteil, dass Veranstaltungen nicht mehr auf Abstände und Mengenbegrenzung achten müssen. Gut gefüllte Kneipen, Kinos und Theater sind jetzt wieder möglich - auch ohne Maske.

Berlin - Erleichterungen für Genesene und Geimpfte

So wie in Hamburg beschloss der Berliner Senat die Einführung eines 2G-Optionsmodells. In etlichen Bereichen wie der Gastronomie oder bei Veranstaltungen können die Betreiber selbst entscheiden, ob sie den Zutritt zu Innenräumen nur Geimpften oder Genesenen (2G) oder auch Getesteten (3G) erlauben. Im Falle von 2G fallen sonstige Corona-Einschränkungen wie Abstand oder Maske weg. Wer sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen kann, darf trotzdem auch unter der 2G-Regel an Veranstaltungen teilnehmen, braucht allerdings einen Test.

Niedersachsen – optionale 2G-Regel

Auch Niedersachsen setzt zur Bekämpfung des Coronavirus auf die optionalen 2G-Regeln. Gastronomen und Betreiber von Sport- und Kulturstätten können künftig selber entscheiden, ob nur Geimpfte und Genesene Zutritt haben. Auch hier entfallen dann die Maskenpflicht und das Abstandhalten.

Für Jugendliche unter 18 Jahren und Kinder gilt das nicht. Sie sollen auch ohne Impfung oder Genesung Zutritt bekommen, da sie sich regelmäßig vor dem Schulbesuch testen. Auch Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, sind ausgenommen.

Mecklenburg-Vorpommern mit 2G

In Mecklenburg-Vorpommern können sich Gastronomen und Veranstalter wie in Niedersachen und anderen Bundesländern für die 2G-Regelung entscheiden.

Sachsen-Anhalt erlaubt mehr Gäste unter 2G

Sachsen-Anhalts Landesregierung hatte im September neue Corona-Regeln bekanntgegeben. Veranstalter und Gastronomen haben damit die Möglichkeit, mehr Gäste zuzulassen, wenn sie das 2G-Modell einführen. Damit gewähren sie nur noch Geimpften und Genesenen Zutritt. Dafür entfallen unter anderem die Abstandsregeln. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren müssen zunächst noch nicht geimpft sein.

Rheinland-Pfalz setzt auf 2G-plus-Regelung

In Rheinland-Pfalz gilt eine sogenannte 2G-plus-Regelung. Das heißt, Geimpfte und Genesene dürfen alles nutzen. Für Getestete gibt es Beschränkungen. Weitere Änderungen wie etwa die Maskenpflicht und Abstandsregelung bleiben weiter bestehen. Dazu gibt es ein Stufensystem. Bei steigenden Infektionszahlen im Land soll der Zutritt von Ungeimpften zu Veranstaltungen jeglicher Art und der Gastronomie schrittweise reduziert werden.

Baden-Württemberg- harte 2G-Regel

In Baden-Württemberg sind seit Mitte September deutlich strengere Corona-Regeln in Kraft. Das Land hat einen Dreistufenplan eingeführt, der sich nach der Intensivbetten-Belegung richtet. In einer ersten Stufe haben Ungeimpfte nur noch mit einem negativen PCR-Test Zugang zu bestimmten öffentlichen Bereichen. In einem zweiten Schritt, bei einer Verschärfung der Lage, haben Ungeimpfte unter anderem keinen Zutritt mehr zu Restaurants, Kultur- und Sportveranstaltungen. Aktuell plant das Bundesland, Gastronomen und Veranstaltern die Möglichkeit zu geben, auf Regeln wir Maskenpflicht oder Abstandsregeln zu verzichten - sofern sie nur Geimpfte und Genesene unabhängig vom Stufenplan zulassen.

Bremen mit Warnmodell

In Bremen gilt ein vierstufiges Corona-Warnmodell, das sich an der örtlichen Hospitalisierungsrate orientiert. Je nach Warnstufe gelten unterschiedliche Regelungen. 2G ist bisher nicht vorgesehen.

Hessen fördert 2G-Regel

Auch in Hessen ist die 2G-Regel Option. Das Corona-Kabinett hatte beschlossen, in bestimmten Bereichen Unternehmern die Einführung der sogenannten 2G-Regel interessant zu machen. Friseure, Veranstalter und Gastronomen haben die Möglichkeit, nur noch Geimpfte und Genesene zu bedienen. In den entsprechenden Läden und Lokalen müssen keine Abstandsregeln eingehalten und keine Masken getragen werden. Diese Option gilt jetzt auch für Einzelhändler. Das hat das Frankfurter Verwaltungsgericht Ende September beschlossen.

Sachsen: Landesweite 2G-Regelung

Nachdem in Sachsen die Vorwarnstufe nach der Corona-Verordnung erreicht ist, werden die Maßnahmen spürbar verschärft. Ab Montag, dem 08. November 2021, wird die 2G-Regel landesweit in der Innengastronomie, Clubs und Bars sowie bei Veranstaltungen, in Kultur- und Freizeiteinrichtungen zur Pflicht. Zu den Großveranstaltungen, wo 2G gilt, zählen auch Fussballspiele.

NRW: 2G-Regel nicht landesweit, aber optional

Eine generelle 2G-Regel ist in Nordrhein-Westfalen nicht geplant, die 3G-Regel soll bis auf Weiteres unverändert bestehen bleiben. Trotzdem sind einzelne 2G-Regelungen möglich. Kreise und Städte könnten in Absprache mit dem Gesundheitsministerium strengere Regeln erlassen. Duisburg beispielsweise setzt auf 2G bei städtischen Kultur- und Freizeitveranstaltungen ab dem 1. November. Auf dem Kölner Karneval gilt 3G, es wird aber auch Bereiche geben, die nur für geimpfte und genesene Personen zugängig sind.

Schleswig-Holstein setzt auf Lockerungen

Aktuell wird von der 2G-Regel in Schleswig-Holstein noch abgesehen. Doch sollte sich die Situation in den Krankenhäusern zuspitzen, sei „ein Übergang zu einer 2G-Regelung mit 3G-Option vorgesehen“ - und bei 3G würden verstärkte Auflagen gelten. Bis dahin geht Schleswig-Holstein sogar einen Schritt in eine andere Richtung. Aktivitäten im Freien sind seit dem 20. September weitgehend unreguliert. An Orten, an denen die 3G-Regelung nicht greift – etwa in Bus und Bahn sowie im Einzelhandel – gilt die Maskenpflicht weiter.

Bayern setzt auf ein anderes Modell

Auch in Bayern sind neue Regeln in Kraft, die auch eine „Krankenhaus-Ampel“ als Indikator umfassen. 2G sei „theoretisch möglich und nicht verboten“, hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gesagt. In einigen Landkreisen mit hoher Inzidenz, gilt die 2G-Regel in Clubs und Diskotheken.

Saarland mit 3G-Plus-Regel

Im Saarland gibt es so gut wie keine Einschränkungen mehr für Getestete, Geimpfte oder Genesene. Das Land hat eine eigene 3G-Plus-Regel eingeführt. Selbst für Veranstaltungen, bei denen Abstände nicht eingehalten werden können, gilt nur noch eine Empfehlung zum Masketragen. Eine flächendeckende 2G-Regel ist nicht vorgesehen.

Thüringen: 2G-Regel möglich

In Thüringen kann seit Anfang Oktober der Zutritt zu Veranstaltungen weiter begrenzt werden. Veranstalter haben unabhängig von geltenden Warnstufen die Wahl zwischen zwei Optionsmodellen. So kann etwa beim Besuch von Messen, Märkten, Kinos, Discos und kulturellen Einrichtungen nur Geimpften und Genesenen der Zutritt gewährt werden.

Neben 2G ist auch eine 3G-Plus-Variante möglich, bei der nur Geimpfte, Genesene und Getestete mit einem PCR-Test oder einem Test mit einem alternativen Verfahren Zugang erhalten. Dabei dürfen geschlossene Räume aber nur zu 75 Prozent ausgelastet werden. Eine Pflicht zur Umsetzung der Modelle gibt es jedoch nicht.

(fmg/dpa/vad/jtb)

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