Bundestagswahl

Bundestagswahl: Das sind die fünf überraschendsten Gewinner

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Der Weg zur neuen Regierung könnte lang und steinig werden

Der Weg zur neuen Regierung könnte lang und steinig werden

Nach der Bundestagswahl ist noch längst nicht klar, wer Deutschland künftig regieren wird. Der Weg zu einer neuen Koalition kann lang und steinig werden: Bis zur Bildung der neuen Regierung müssen die Parteien noch einen regelrechten Marathon absolvieren.

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Berlin.  Nach der Bundestagswahl ist die Liste der Verlierer lang, die der Gewinner allerdings auch. Wir zeigen fünf von ihnen im Überblick.

Der 20. Deutsche Bundestag ist gewählt, die Ergebnisse der Bundestagswahl 2021 stehen fest. Die Wahl bringt Gewinner und Verlierer hervor. Die fünf größten Gewinner haben wir hier zusammengefasst.

Karl Lauterbach: Starkes Ergebnis in seinem Wahlkreis

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sitzt seit 2005 im Parlament. Eine weitere Legislaturperiode wird er dort auf jeden Fall verbringen. In seinem Wahlkreis Leverkusen – Köln IV räumte Lauterbach ab und erreichte eines der besten Ergebnisse aller Bundeskandidaten. Er gewann 43,8 Prozent der Erststimmen. Die Kandidatin der Union, Serap Güler, kam dagegen nur auf 20,4 Prozent.

Ohne ein Direktmandat wäre Lauterbachs Zeit im Bundestag wohl abgelaufen. Die Genossen wählten ihn auf einen aussichtslosen 23. Platz der Wahlliste. Und wer weiß, wie es für den SPD-Politiker unter einem möglichen Kanzler Olaf Scholz weitergeht. Viele Bürgerinnen und Bürger wollen Lauterbach als Gesundheitsminister sehen – auch er traut sich das Amt zu.

Tessa Ganserer und Nyke Slawik: Die ersten Transgender-Personen im Bundestag

Was zumindest so kurz nach der Wahl schon feststeht: Der Bundestag wird diverser. Mit Tessa Ganserer und Nyke Slawik sichern sich zwei transgeschlechtliche Politikerinnen einen Platz im Parlament. Tessa Ganserer war für die Grünen in ihrem Wahlkreis Nürnberg-Nord angetreten. Sie unterlag zwar dem CSU-Direktkandidaten Sebastian Brehm, über die Landesliste der Grünen wird die 44-Jährige dennoch in den Bundestag einziehen.

Gleiches gilt für Nyke Slawik, ebenfalls von den Grünen: Auch sie konnte das Direktmandat in ihrem Wahlkreis Leverkusen – Köln IV nicht gewinnen. Über den Landeslistenplatz wird es aber wohl für einen Sitz im Parlament reichen. Nach der Wahl twitterte sie: „Wahnsinn (…) ich werde mit diesem historischen Wahlergebnis definitiv dem nächsten Bundestag angehören.“

Cem Özdemir holt erstmals ein Direktmandat

Dreimal hatte Cem Özdemir in der Vergangenheit versucht, dem CDU-Politiker Stefan Kaufmann das Direktmandat bei einer Bundestagswahl abzujagen, dreimal war er gescheitert. Gestern hat der Politiker der Grünen sich offenbar durchgesetzt. In seinem Wahlkreis Stuttgart I errang er rund 40 Prozent der Erststimmen und damit deutlich mehr als sein Kontrahent der Union (23 Prozent).

Özdemir sprach anschließend von einem „großen Vertrauensvorschuss der Wählerinnen und Wähler“.

Durch seinen Erfolg feiern die Grünen eine weitere Premiere: Zum ersten Mal holt die Partei ein Direktmandat in Baden-Württemberg.

Frank Ullrich: Gewinnt gegen Ex-Verfassungsschutzpräsidenten

Der SPD-Politiker Frank Ullrich trat gegen die wohl umstrittenste Personalie der CDU an: Hans-Georg Maaßen. Dem Kandidaten der Union, der immer wieder mit Rechtsaußen-Äußerungen Schlagzeilen macht, waren im Vorfeld gute Chancen auf ein Direktmandat eingeräumt worden. Doch Stattdessen wird Ullrich, einstiger Olympiasieger der DDR, ins Parlament einziehen. Im Wahlkreis 196 in Südthüringen kam er auf 33,6 Prozent der Stimmen, deutlich vor Maaßen (22,3 Prozent).

Friedrich Merz: Feiert Rückkehr ins Parlament

2009 war der Wirtschafts- und Finanzexperte Friedrich Merz aus dem Bundestag ausgeschieden, nun hat sich der CDU-Politiker per Direktmandat wieder einen Sitz ergattert. Im Hochsauerlandkreis gewinnt Merz nach Auszählung fast aller Stimmbezirke 40,5 Prozent der Erststimmen und liegt weit vor dem SPD-Kandidaten Dirk Wiese (32,2 Prozent). Der Politiker war während des Wahlkampfs häufiger mit provokanten Aussagen über Themen wie Klimaschutz und gendergerechte Sprache aufgefallen. Anfang September wurde er zudem ins zwölfköpfiges Zukunftsteam von Kanzlerkandidat Armin Laschet berufen.

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