Sozialleistungen

Hartz IV: Das sind die Auszahlungstermine für 2022

| Lesedauer: 4 Minuten
Arbeitslosigkeit und Hartz IV: Das ändert sich 2022

Arbeitslosigkeit und Hartz IV: Das ändert sich 2022

Das neue Jahr steht vor der Tür und bringt einige Veränderungen mit sich. Vor allem Hartz-IV-Bezieher können davon profitieren.

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Berlin  Viele Hartz-IV-Empfänger teilen sich ihre Ausgaben genau ein. Lesen Sie hier, wann die Auszahlungstermine des Jobcenters in 2022 sind.

  • Hartz IV bestimmt die finanzielle Planung vieler Menschen in Deutschland
  • Anders als den Lohn bekommen Empfänger das Arbeitslosengeld II im Voraus ausgezahlt
  • Die Auszahlungstermine für 2022 stehen fest. Hier finden Sie alle Daten

In Deutschland ist ein Großteil der Hartz-IV-Empfänger und Empfängerinnen akut von Armut bedroht, wie aus dem 2021 veröffentlichten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hervorgeht. Wenn der Regelsatz nur das Nötigste abdeckt, stürzen unerwartete Ausgaben Betroffene schnell in eine finanzielle Notlage. Ein Schaden an der Waschmaschine kann die gesamte Finanzplanung über den Haufen werfen.

Aus diesem Grund ist es für Hartz-IV-Empfänger und -Empfängerinnen wichtig zu wissen, wann das Jobcenter das Arbeitslosengeld II auszahlt. Die Termine für das Jahr 2022 finden Sie in unserer Übersicht.

Wie funktioniert die Auszahlung von Hartz IV?

Im Gegensatz zu den meisten Lohnauszahlungen erhalten Bezieher und Bezieherinnen von Hartz IV ihr Geld für den Monat im Voraus. Das regelt Paragraph 42 des Sozialgesetzbuches. Laut Informationen der Arbeitsagentur erhalten Leistungsempfänger ihre Bezüge daher "in der Regel am ersten Werktags eines Monats für diesen Monat" auf das von ihnen angegebene Konto.

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Die Überweisung selbst tätigt das Jobcenter meist schon um den 20. des Monats. Hartz-IV-Bezieher und Bezieherinnen können dann aber noch nicht über das Geld verfügen und sehen es auch nicht auf ihrem Kontoauszug. Das passiert erst, wenn das Jobcenter das Geld am sogenannten Wertstellungstag freigibt. Damit die Bezüge auch wirklich am 1. des Monats zur Verfügung stehen, fällt dieser Wertstellungstag meist auf den letzten Werktag des Vormonats.

Auszahlung von Hartz IV - Das sind die Termine 2022

Wegen Feiertagen und Wochenenden unterscheiden sich daher die Termine, an denen spätestens Hartz IV zur Verfügung steht, von Monat zu Monat. So sind sie auf das Jahr 2022 verteilt:

  • Januar: 30. Dezember (Donnerstag)
  • Februar: 31. Januar (Montag)
  • März: 28. Februar (Montag)
  • April: 31. März (Donnerstag)
  • Mai: 29. April (Freitag)
  • Juni: 31. Mai (Dienstag)
  • Juli: 30. Juni (Donnerstag)
  • August: 29. Juli (Freitag)
  • September: 31. Juli (Mittwoch)
  • Oktober: 30. September (Freitag)
  • November: 28. Oktober (Freitag)
  • Dezember: 30. November (Mittwoch)
Hartz IV: Diese Nebeneinkünfte müssen beim Jobcenter angegeben werden
Hartz IV: Diese Nebeneinkünfte müssen beim Jobcenter angegeben werden

Wie bekommen Hartz-IV-Empfänger ohne Konto ihr Geld?

Hartz-IV-Empfänger und Empfängerinnen ohne Bankkonto können ihre Bezüge auch mittels Scheck erhalten. An den Auszahlungsstellen der Deutschen Post und der Deutschen Postbank bekommen sie das Geld dann in bar, gegen Vorlage des Schecks. Weil aber bei diesem Vorgang laut Jobcenter zusätzliche Kosten entstehen, werden diese wiederum von dem Hartz-IV-Bezug abgezogen.

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Das lässt sich aber umgehen. Denn Hartz-IV-Empfängerinnen und Empfänger können sich ihre Bezüge auch auf das Konto von jemand anderem überweisen lassen. Sie müssen nicht selbst Inhaber des Kontos sein.

Ampel-Regierung: Bürgergeld statt Hartz IV

Die neue Bundesregierung will das Hartz-IV-System reformieren. Statt Hartz IV soll ein sogenanntes Bürgergeld eingeführt werden, das "die Würde des und der Einzelnen achten, zur gesellschaftlichen Teilhabe befähigen sowie digital und unkompliziert zugänglich sein" soll, wie es dazu im Koalitionsvertrag heißt. Eine wesentliche Änderung bei den Regelsätzen ist aber bislang nicht geplant - für den Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft Verdi, Frank Werneke, eine "echte Enttäuschung". "In diesen Zeiten ist es ja mit Händen zu greifen: Von den Regelsätzen können Menschen nicht menschenwürdig leben", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Das gelte sowohl für diejenigen, die noch erwerbsfähig seien als auch für solche, die im Alter eine Grundsicherung beziehen.

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Ein alleinstehender Erwachsener bekommt laut Regelsatz im Jahr 2022 monatlich 449 Euro. Das sind zwar drei Euro mehr als im Jahr 2021. Doch die Erhöhung hatte bereits die alte Bundesregierung aus Union und SPD beschlossen. Im Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien wird auf die Regelsätze nicht eingegangen.

(jas/dpa)

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