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Einigung bei Klimakonferenz: Kohleausstieg soll beginnen

| Lesedauer: 73 Minuten
Erklärtes Ziel der UN-Konferenz: Begrenzung der Erderhitzung auf 1,5 Grad.

Erklärtes Ziel der UN-Konferenz: Begrenzung der Erderhitzung auf 1,5 Grad.

Foto: dpa

Bei der UN-Klimakonferenz in Glasgow wurde eine Einigung erzielt. Die Staaten der Welt sollen den Kohleausstieg einleiten. Mehr im Blog.

  • Bei der UN-Klimakonferenz COP26 haben die Staaten eine Abschlusserklärung verabschiedet
  • Erstmals hat die Konferenz die Staaten aufgefordert, den Kohleausstieg einzuleiten
  • Wegen Differenzen unter anderem über die Klimahilfen für ärmere Staaten war die Konferenz zuvor in die Verlängerung gegangen
  • Der Umgang mit Klimaschäden war bis zuletzt einer der wichtigsten Streitpunkte
  • Derzeit steuert die Erde nach UN-Angaben auf eine Erwärmung von 2,7 Grad zu

Berlin/Glasgow. Die Folgen der weltweiten Klimakrise sind längst spürbar. Waldbrände nehmen verheerende Ausmaße an, Hochwasser und Unwetter bedrohen nicht nur in Deutschland das Leben von Hunderttausenden. Um den Klimaschutz voranzutreiben, trafen sich zwei Wochen lang knapp 30.000 Vertreterinnen und Vertreter von 200 Staaten im schottischen Glasgow. Mit einer Jahrhundertaufgabe im Gepäck: Es ging um nichts weniger als die Überlebensfrage für Millionen Menschen auf diesem Planeten.

Die Teilnehmer debattierten bei der Konferenz, wie die Erderwärmung auf ein verträgliches Maß eingegrenzt werden kann. Denn aktuell steht es eher schlecht um die 1,5-Grad-Marke. Eine Erhitzung des Klimas wird laut einhelliger Ansicht zu deutlich mehr und ausgeprägteren Naturkatastrophen führen – mit Auswirkungen für die gesamte Weltbevölkerung.

Um das 1,5-Grad-Ziel zu schaffen, müssten bis 2030 die globalen Emissionen um 45 Prozent gesenkt werden. Es wären also ehrgeizige Klimaschutzmaßnahmen weltweit notwendig. Bei der Konferenz wurde jetzt eine Einigung erzielt, mit der das Ziel erreicht werden soll: Die Klimakonferenz fordert alle Staaten der Welt auf, den Kohleausstieg einzuleiten. Doch an dem "Klima-Pakt" gibt es auch Kritik. Verfolgen Sie hier die neuesten Entwicklungen.

COP26 – News zur UN-Klimakonferenz von Sonntag 14. November:

09.05 Uhr: Wir beenden dieses Newsblog hiermit und bedanken uns für die Aufmerksamkeit.

Von der Leyen erklärt, Klima-Vereinbarung von Glasgow halte "die Paris-Ziele am Leben"

08.56 Uhr: Die Beschlüsse der UN-Klimakonferenz in Glasgow halten die Umsetzung der Pariser Klimaziele aus Sicht von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Reichweite. Das Ergebnis der Weltklimakonferenz "hält die Paris-Ziele am Leben", erklärte von der Leyen in der Nacht zum Sonntag. "Das macht uns zuversichtlich, dass wir der Menschheit einen sicheren und gedeihlichen Platz auf diesem Planeten bieten können." Die Verhandler in Glasgow hätten wichtige Fortschritte gemacht, erklärte die Kommissionschefin weiter. "Aber wir haben noch harte Arbeit vor uns."

"In den kommenden Jahren gibt es noch viel zu tun", sagte auch Großbritanniens Premierminister Boris Johnson. Die Vereinbarung von Glasgow sei aber "ein großer Schritt nach vorne". Schließlich beinhalteten sie eine erste internationale Vereinbarung zur Verringerung der Nutzung von Kohle und einen genaueren Plan zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau. "Wir haben die Nationen auf der COP26 aufgefordert, sich für unseren Planeten einzusetzen, und sie haben den Aufruf angenommen", sagte Johnson weiter. Er hoffe, dass die von Großbritannien ausgerichtete Konferenz "in Zukunft als der Anfang vom Ende des Klimawandels angesehen" werde.

COP26 – News zur UN-Klimakonferenz von Samstag 13. November: Staaten sollen Kohleausstieg einleiten

20.49 Uhr: Die UN-Klimakonferenz in Glasgow hat die Staaten der Welt erstmals dazu aufgefordert, den Ausstieg aus der Kohle einzuleiten. Die am Samstag gebilligte Erklärung von rund 200 Staaten fordert zudem, "ineffiziente" Subventionen für Öl, Gas und Kohle zu streichen. Die Formulierung wurde allerdings in letzter Minute auf Druck von China und Indien abgeschwächt. EU-Kommissar Frans Timmermans äußerte seine große Enttäuschung darüber, würdigte die Forderung zum Kohleausstieg aber dennoch als "historisch".

Zudem verpflichteten sich die Länder gemeinsam dem Ziel, die Erderwärmung bei 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu stoppen. Dazu sollen sie bis Ende 2022 ihre bislang unzureichenden Klimaschutzpläne nachschärfen. Dies bleibt aber freiwillig, es gibt keine Pflicht. Welche Punkte genau beschlossen wurden, lesen Sie in unserer Zusamenfassung.

Deutschland setzt mit Millionenzusage Zeichen im Ringen um Klimahilfen in Glasgow

18.42 Uhr: Im Streit bei der UN-Klimakonferenz in Glasgow um Hilfen zur Bewältigung von Klimaschäden in Entwicklungsländern hat Deutschland ein Zeichen gesetzt: Der Umgang mit bereits eingetretenen Verlusten und Schäden durch den Klimawandel in den ärmsten Ländern sei "einer der noch offenen Punkte" in den Klimaverhandlungen, erklärten die Bundesministerien für Umwelt und für Entwicklung am Samstag in einer gemeinsamen Mitteilung. Daher sei Deutschland bereit, das sogenannte Santiago-Netzwerk zu Verlusten und Schäden mit zehn Millionen Euro zu unterstützen.

Das Santiago-Netzwerk wurde bei der vorherigen UN-Klimakonferenz 2019 in Madrid gegründet. Es dient insbesondere der Vernetzung wichtiger Akteure im Bereich Verluste und Schäden, dem Wissensaustausch und dem erleichterten Zugang zu technischer Unterstützung beim Umgang mit Klimarisiken. Von der Einrichtung einer Website einmal abgesehen wurde das Netzwerk aber nicht konkret ausgestaltet.

Kerry mahnt Klimakonferenz: Entscheidung über Leben und Tod

18.09 Uhr: Der US-Klimabeauftragte John Kerry hat auf der Weltklimakonferenz in Glasgow eindringlich dafür geworben, den neuesten Entwurf für die Abschlusserklärung zu billigen. Der Text sei "ein sehr wichtiger Schritt in die richtige Richtung", sagte Kerry am Samstag vor dem Plenum des Gipfels. Nicht jeder stehe, so wie nun die Delegierten, einmal vor der Frage, über Leben und Tod zu entscheiden.

"Nicht jeder muss Entscheidungen treffen, die faktisch einen ganzen Planeten betreffen", sagte Kerry. Die Billigung des Abschlusstexts trage dazu bei, dass jeder seinen Kindern und Enkelkindern sagen könne, dass man im Kampf gegen die Klimakrise "den Job erledigt" habe. "Und ich bin stolz, hier zu sein und Teil dessen zu sein", sagte er.

"Moment der Wahrheit" in Glasgow gekommen – Einigung über Abschlusserklärung?

17.30 Uhr: Nach fast zweiwöchigen Verhandlungen nähert sich die UN-Klimakonferenz in Gasgow ihrem Ende: Der britische COP26-Präsident Alok Sharma rief die Delegationen aus fast 200 Staaten am Samstag eindringlich auf, Kompromissbereitschaft zu zeigen und die vorliegenden Verhandlungstexte noch am Nachmittag abzusegnen. Dies sei "der Moment der Wahrheit", sagte Sharma in einer informellen Plenumssitzung. Die Schwellen- und Entwicklungsländer äußerten sich "tief enttäuscht" über die getroffenen Regelungen zu Klimahilfen, signalisierten aber dennoch ihre Bereitschaft zur Zustimmung.

"Wenn auch nicht jeder Aspekt von jedem begrüßt werden wird, ist das insgesamt ein Paket, das die Dinge wirklich voranbringt", sagte der COP-Präsident über die vorgelegten Entscheidungstexte. EU-Kommissionsvize Frans Timmermans warnte vor dem "Risiko, in diesem Marathon ein paar Meter vor der Ziellinie ins Straucheln zu geraten". "Töten Sie nicht diesen Moment" mit Forderungen nach einem erneuten Aufschnüren des Verhandlungspakets, appellierte Timmermans.

Die Weltklimakonferenz hatte am 31. Oktober begonnen und sollte eigentlich bereits am Freitagabend enden. Wegen Differenzen unter anderem über die Klimahilfen für ärmere Staaten war die Konferenz aber wie in den Vorjahren in die Verlängerung gegangen.

COP26 – News zur UN-Klimakonferenz von Freitag, 12. November: Verhandlungen in Glasgow gehen offiziell in die Verlängerung

22.13 Uhr: Die 26. UN-Klimakonferenz ist offiziell in die Verlängerung gegangen: Wie bereits in den vergangenen Jahren wurden auch in Glasgow die Verhandlungen nicht pünktlich abgeschlossen. Nach offizieller Planung hätte die Veranstaltung mit Delegationen aus fast 200 Ländern um 18.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MEZ) enden sollen.

Zu den Knackpunkten bei der COP26 zählen Finanzhilfen für ärmere Länder für Klimaschutzmaßnahmen und die Anpassung an den Klimawandel sowie die Regeln für die Nutzung von Emissionszertifikaten für mehr Klimaschutz gemäß Artikel 6 des Pariser Abkommens. Beobachter gehen davon aus, dass mindestens noch die Nacht über verhandelt wird.

Den Rekord für die längste Weltklimakonferenz hält die COP 2018 in Kattowitz. Zwar endete sie schon samstags, nämlich am 15. Dezember 2018 gegen 22.00 Uhr, sie hatte aber einen Tag früher begonnen als üblich. Am längsten überzogen wurde allerdings 2019 in Madrid: Bei der COP25 fiel der Hammer erst am Sonntag, den 15. Dezember gegen 14.00 Uhr.

Luisa Neubauer kritisiert COP-Ankündigungen als unzureichend

17.48 Uhr: Die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat den bisherigen Beschlüssen der Weltklimakonferenz in Glasgow ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. "Nichts davon entspricht dem Zeitdruck und dem humanitären Druck, unter dem wir stehen", sagte die 25-Jährige am Freitag in Glasgow. Man dürfe den Erfolg der COP26 nicht daran messen, ob er besser sei als jener vorheriger Klimakonferenzen - sondern daran, was wissenschaftlich notwendig sei. Außerdem kritisierte sie "Greenwashing"-Ankündigungen des britischen Gastgebers.

Neubauer verteidigte ihre schwedische Fridays-for-Future-Mitstreiterin Greta Thunberg, die den Gipfel bereits lange vor seinem Ende als gescheitert ansah. "Dass man im Jahr 2021 auf den Tisch haut, wo es draußen brennt und brodelt, ist zu erwarten. Alles andere fände ich ehrlich gesagt merkwürdig." Die Aktivistin, die auch Grünen-Mitglied ist, appellierte an die reichen Industriestaaten, ihre Zusagen zu umstrittenen Klima-Geldern für ärmere Staaten zu erhöhen. "Der Vertrauensverlust steht definitiv auf der Kippe, dabei ist das die Grundlage für alles, was wir hier machen", sagte Neubauer mit Blick auf die Verhandlungen.

Weltklimakonferenz in Glasgow berät bis in die Abendstunden

17.31 Uhr: Stundenlange Debatten haben am Freitag den Abschluss der Weltklimakonferenz in Glasgow verzögert. Der britische COP-Präsident Alok Sharma setzte für den Abend weitere Beratungen an. Zudem sollen bis dahin neue Textentwürfe erarbeitet werden. Genaue Uhrzeiten nannte Sharma zunächst nicht. Geplantes Ende des Treffens mit etwa 40.000 Delegierten ist (der heutige) Freitag.

In den vergangenen Jahren wurden die Klimakonferenzen jeweils ins Wochenende hinein verlängert.

Unveröffentlichter IPCC-Bericht rechnet mit Billionensumme zur Unterstützung ärmerer Länder

16.50 Uhr: Dürren, Überschwemmungen, Hitzewellen und Tropenstürme: Die Folgen des Klimawandels treffen häufig ärmere Länder, welche die Kosten für bereits eingetretene und künftige Klimaschäden nicht alleine stemmen können. Um diese gefährdeten Staaten zu unterstützen, sind laut einem noch unveröffentlichten Bericht des Weltklimarats IPCC, dessen Entwurf der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, Billionen von Dollar nötig - weitaus mehr als die Milliardensumme, über die bei der Klimakonferenz COP26 in Glasgow derzeit verhandelt wird.

Die Klimahilfen sind eine große Baustelle bei der Konferenz, die offiziell am Freitag zu Ende geht. Die Industriestaaten sind bislang nicht ihrem Versprechen nachgekommen, ärmeren Ländern ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar (86,3 Milliarden Euro) für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel bereitzustellen. Voraussichtlich wird die Zusage erst 2023 eingelöst.

Klimagipfel: Neuer Textentwurf schwächt Forderung zu Kohleausstieg ab

13.02 Uhr: In einem neuen Entwurf für die Abschlusserklärung des Weltklimagipfels in Glasgow ist die Forderung nach einem Ausstieg aus der Kohle deutlich abgeschwächt worden. Das geht aus dem am Freitagmorgen von der COP-Präsidentschaft veröffentlichten Dokument hervor. In einer früheren Fassung war noch davon die Rede, dass die Staaten den "Ausstieg aus der Kohle und aus Subventionen in fossile Energieträger beschleunigen" sollten. In der aktuellen Fassung heißt es, der Ausbau sauberer Energien solle vorangetrieben werden und die schnelle Abschaltung von Kohlekraftwerken, deren ausgestoßenes Kohlendioxid nicht gebunden wird, beschleunigt werden. Außerdem sollten lediglich "ineffiziente" Subventionen für fossile Energieträger beendet werden.

Am Ende der Weltklimakonferenz, planmäßig für Freitagabend angesetzt, müssen die rund 200 Staaten den finalen Erklärungstext gemeinsam offiziell beschließen. Frühere Konferenzen waren meist ins Wochenende verlängert worden. Erklärtes Ziel des Gipfels ist, es die Begrenzung der Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit im Rahmen des Möglichen zu halten.

Klimagipfel: Greenpeace-Chef fordert Deutschland zu mehr Ehrgeiz auf

12.47 Uhr: Im Ringen um den Abschlusstext des Weltklimagipfels hat der deutsche Greenpeace-Chef Martin Kaiser die Bundesregierung aufgefordert, sich für ehrgeizigere Formulierungen einzusetzen. "Wenn keine klare Aussage zu fossilen Energieträgern reinkommt, droht das Ganze zu einer Luftnummer zu werden", sagte Kaiser am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) müsse sich nun "reinhängen" und gemeinsam mit der EU-Delegation ein starkes Signal setzen.

In einem neuen, am Freitagmorgen veröffentlichten Entwurf für die Abschlusserklärung ist die Forderung nach einem Ausstieg aus der Kohle deutlich abgeschwächt worden. In einer früheren Fassung war noch davon die Rede, dass die Staaten den "Ausstieg aus der Kohle und aus Subventionen in fossile Energieträger beschleunigen" sollten. In der aktuellen Fassung heißt es, der Ausbau sauberer Energien solle vorangetrieben werden und die schnelle Abschaltung von Kohlekraftwerken, deren ausgestoßenes Kohlendioxid nicht gebunden wird, beschleunigt werden. Außerdem sollten lediglich "ineffiziente" Subventionen für fossile Energieträger beendet werden.

Klimagipfel: Erstmals Topf für Klimaschäden geplant

12.27 Uhr: In einem neuen Entwurf für die Abschlusserklärung des Weltklimagipfels wird erstmals die jahrelange Forderung armer Staaten aufgegriffen, einen Topf mit Finanzhilfen nach Schäden und Verlusten durch die Klimakrise einzurichten. Dabei geht es etwa um Zerstörungen und erzwungene Umsiedlungen nach Dürren, Sturmfluten oder Wirbelstürmen, die infolge der Erderhitzung zunehmen. Die Passage findet sich in dem Dokument, das der britische Vorsitz der COP26 am Freitag in Glasgow veröffentlicht hat. Darin werden die Staaten aufgefordert, in diese neu "Fazilität" einzuzahlen. Es gibt aber keine Verpflichtung dazu, und auch konkrete Summen werden nicht genannt.

Der Klimaexperte von Oxfam, Jan Kowalzig, kritisierte zudem, dass der neue Topf nur technische Unterstützung nach Schadensereignissen bereitstellen, aber nicht den kompletten Schaden begleichen soll. "Das ist so, als wenn der Brandstifter dem Eigentümer des zerstörten Hauses sagt: Ich zahle aber nur den Architekten für den Neubau." Am Ende der Weltklimakonferenz, planmäßig für Freitagabend angesetzt, müssen die rund 200 Staaten den finalen Erklärungstext gemeinsam offiziell beschließen. Frühere Konferenzen waren meist ins Wochenende verlängert worden.

COP26 – News zur UN-Klimakonferenz von Donnerstag, 11. November: Appelle für ehrgeizige Beschlüsse am vorletzten Tag

18.58 Uhr: Einen Tag vor dem offiziellen Ende der UN-Klimakonferenz haben die Verhandler eindringliche Appelle erreicht, die Chance auf eine Begrenzung der Erderwärmung nicht zu vertun. Mehr als 200 internationale Wissenschaftler forderten von den Entscheidungsträgern in Glasgow in einem Brief "sofortiges" und "umfassendes Handeln". "Die Zeit läuft ab", mahnte am Donnerstag auch Papst Franziskus.

In dem offenen Brief der Wissenschaftler heißt es, "dass sofortiges, starkes, schnelles, nachhaltiges und umfassendes Handeln notwendig ist", um die Erderwärmung im Rahmen der Pariser Klimaziele zu halten. Andernfalls drohten "unumkehrbare" Auswirkungen des Klimawandels auf Generationen hinaus. Die COP26 sei "ein historischer Moment für das Schicksal von Klima, Gesellschaften und Ökosystemen".

Schulze auf UN-Klimakonferenz: Schon gut weitergekommen

15.38 Uhr: Die seit knapp zwei Wochen laufende Weltklimakonferenz in Schottland kommt nach Einschätzung der geschäftsführenden Bundesumweltministerin Svenja Schulze gut voran. "Es ist immer schwierig auf diesen COPs, das ist ja grundsätzlich so", sagte die SPD-Politikerin am Donnerstag nach ihrer Ankunft in Glasgow. Doch sei man schon ein gutes Stück weiter gekommen. "Es ist im Moment nicht so, dass man große Bremser sieht, sondern, dass die Fragen einfach sehr komplex sind."

Es sei nun wichtig, Finanzierungsfragen wirklich auch zu lösen, sagte Schulze, die wegen der Verhandlungen über eine Ampel-Koalition im Bund erst kurz vor Schluss der COP26 nach Schottland reiste. Das sei ein berechtigtes Anliegen der Entwicklungsländer.

Arme Staaten fordern in Glasgow unter anderem eine langfristige, aufgestockte Finanzierung zur Anpassung an die Erderwärmung und für ihre Maßnahmen zur Drosselung des Treibhausgasausstoßes. Darüber hinaus pochen sie sie auf Schadenersatz für schon erlittene Schäden ("loss and damage").

COP-Präsident Sharma: Verhandlungen über Klima-Finanzierung stocken

13.06 Uhr: Der britische Präsident der Weltklimakonferenz, Alok Sharma, hat bei den Verhandlungen über die strittige Klima-Finanzierung zu mehr Kompromisswillen aufgerufen. In der Arbeitsgruppe, die über finanzielle Zusagen an stark vom Klimawandel betroffene Länder verhandelt, stocke es selbst bei den grundsätzlichsten Aspekten, sagte Sharma am Donnerstag in Glasgow vor Delegierten. "Das kann so nicht weitergehen, liebe Freunde". Bis zum geplanten Ende der COP26 am Freitag müsse noch viel passieren. Die Welt warte und schaue auf die Beschlüsse von Glasgow, erinnerte er erneut. "Wir können uns nicht erlauben, sie zu enttäuschen."

Die Verhandlungen von rund 200 Staaten in Glasgow sind in die entscheidende Phase eingetreten. Derzeit wird um Details einer Abschlusserklärung gefeilt, die das erklärte Ziel hat, die Begrenzung der Erderwärmung bei 1,5 Grad im Rahmen des Möglichen zu halten. Lesen Sie auch: Aus für Verbrenner-Autos: Darum macht Deutschland nicht mit

Guterres vor COP-Finale: Alle Länder müssen mehr Ehrgeiz zeigen

12.17 Uhr: Kurz vor dem geplanten Ende der Weltklimakonferenz in Glasgow an diesem Freitag hat UN-Generalsekretär Antonio Guterres die etwa 200 Staaten dazu aufgerufen, kompromissbereit nach Lösungen im Kampf gegen die Klimakrise zu suchen. Alle Länder müssten mehr Ehrgeiz zeigen bei den Themen Minderung von Treibhausgasen, der Anpassung an die Erderwärmung und der Finanzierung von Klimahilfen für ärmere Staaten, schrieb er am Donnerstag auf Twitter. Einen Tag vor dem Ende der COP26 können man sich nicht "mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner" zufrieden geben.

Ein am Vortag vorgelegter Entwurf für die Abschlusserklärung war vor allem bei ärmeren Staaten auf Missfallen gestoßen. Sie erwarten von den Industrieländern mehr Hilfe bei der Anpassung an klimabedingte Wetterextreme und überdies Reparationen für schon entstandene, unvermeidbare Klimaschäden. Geplantes Ende der Mammutkonferenz mit mehr als 40.000 Delegierten ist am Freitagabend. In den Vorjahren wurde die Konferenz immer verlängert.

COP26 – News zur UN-Klimakonferenz von Mittwoch, 10. November: Bericht: "Deutsche Autohersteller führen Kampf für schwächere Klimaregeln an"

22.12 Uhr: Die deutsche Automobilindustrie spielt nach Ansicht eines britischen Thinktanks ein doppeltes Spiel beim Klimaschutz. "Zwischen der grünen Öffentlichkeitsarbeit und dem tatsächlichen Handeln der Unternehmen sehen wir gewaltige Unterschiede", sagte Ben Youriev von der Organisation InfluenceMap der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochsausgabe). Einerseits würden Verbände und Unternehmen klimaneutrale und nachhaltige Mobilität bewerben, andererseits aber bei der EU für schwächere Klimaregeln kämpfen.

InfluenceMap habe in den vergangenen Monaten unter Verweis auf die EU-Informationsfreiheitsverordnung etliche Dokumente zur Lobby-Aktivität der deutschen Autofirmen in Brüssel angefordert und ausgewertet, heißt es in dem "SZ"-Bericht. Eine Schlussfolgerung der Studie lautet demnach: "Die deutschen Autohersteller führen den Kampf für schwächere Klimaregeln an." Besonders negativ fielen den Angaben zufolge der Autobauer BMW sowie der Verband der Automobilindustrie (VDA) auf.

China und die USA schließen Vereinbarung

20.34 Uhr: Die beiden größten Treibhausgasemittenten der Welt, China und die USA, haben bei der UN-Klimakonferenz eine Vereinbarung für mehr Klimaschutz geschlossen. Das gab der chinesische Klimagesandte Xie Zhenhua am Mittwochabend in Glasgow bekannt. "Beide Seiten erkennen an, dass es eine Kluft zwischen den gegenwärtigen Bemühungen und den Zielen des Pariser Klimaabkommens gibt", sagte Xie mit Blick auf die drohende Erderwärmung von 2,7 Grad.

Daher würden beide Länder gemeinsam den Klimaschutz stärken, fügte Xie hinzu. Dazu enthalte die Vereinbarung "konkrete Pläne". Die Vereinbarung war demnach in den vergangenen zehn Monaten in 30 Online-Treffen von Vertretern beider Länder ausgearbeitet worden.

"Als die zwei großen Mächte in der Welt müssen wir die Verantwortung übernehmen, mit anderen Seiten bei der Bekämpfung des Klimawandels zusammenzuarbeiten", sagte Xie. Er sicherte zudem zu, dass beide Länder in Glasgow auch auf die Fertigstellung des Regelbuchs zur konkreten Umsetzung des Pariser Klimaabkommen hinarbeiteten.

Der US-Klimagesandte John Kerry bestätigte die Vereinbarung. Zusammenarbeit beim Klimaschutz sei "der einzige Weg", die Klimakrise zu bewältigen, sagte er in Glasgow. UN-Generalsekretär António Guterres lobte die Vereinbarung der beiden Länder als "wichtigen Schritt in die richtige Richtung".

Deutschland trägt Pakt für emissionsärmeren Luftverkehr doch mit

18.32 Uhr: Deutschland schließt sich der an diesem Mittwoch auf der UN-Klimakonferenz geschlossenen Allianz für mehr Klimaschutz im Luftverkehr nun doch an. Das teilte das Bundesverkehrsministerium am Abend mit. "Deutschland begrüßt die Initiative und Erklärung zur "International Aviation Climate Ambition Coalition"", hieß es.

Die geschäftsführende Bundesregierung hatte zunächst das Signal vermittelt, der Erklärung nicht beitreten zu wollen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gab es noch Abstimmungsbedarf auf EU-Ebene. Der Beitritt werde "innerhalb der üblichen Fristen" nachgeholt, erklärte ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage der Nachrichtenagentur. Wann genau das sein wird, sei aber noch unklar.

Bislang haben sich 14 Staaten mit dieser Erklärung dazu bekannt, ihre klimaschädlichen Emissionen in der Luftfahrt so zu reduzieren, dass bis 2050 Klimaneutralität erreicht werden kann.

Deutschland bei Pakt für klimafreundlicheren Luftverkehr nicht dabei

16.15 Uhr: Deutschland hat sich einer auf der Weltklimakonferenz geschlossenen Allianz für mehr Klimaschutz in der Luftverkehrsbranche nicht angeschlossen. Wie auch beim Pakt zum Ende des Verbrennungsmotors fehlt die Bundesrepublik bislang auf der vom britischen Gastgeber veröffentlichten Liste der 14 Staaten, die sich zu einem Herunterfahren ihrer klimaschädlichen Emissionen und zum Netto-Null-Ziel im Jahr 2050 bekennen. Die Gründe dafür waren zunächst unklar. In der Erklärung der Allianz heißt es, man erwarte in den kommenden 30 Jahren eine erhebliche Zunahme der Zahl der Flugpassagiere. Zu den Unterzeichnern gehören die USA, Großbritannien, Frankreich, Spanien und die Türkei. Die Allianz will auch auf klimafreundlichere Kraftstoffe setzen.

Von Greenpeace kam prompt scharfe Kritik. "Diese Ankündigung ist voller Betrug wie Kompensationszahlungen und exzessive Hoffnungen auf sogenannte nachhaltige Kraftstoffe und zukünftige Flugzeug-Designs", sagte die für Verkehr zuständige Sprecherin der Organisation, Klara Maria Schenk. Um die Erderwärmung wie angestrebt bei 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu stoppen, müssten Flüge reduziert und klimafreundliche Arten des Reisens gestärkt werden.

Deutschland und andere Staaten wollen grüne Schiffskorridore schaffen

16.06 Uhr: Auf dem Weg zum Null-Emissions-Ziel wollen Deutschland und knapp 20 weitere Staaten ihren Schiffsverkehr in den nächsten Jahren auf ersten Routen klimaneutral gestalten. In der nach dem Glasgower Fluss Clyde benannten Clydebank-Erklärung bekennen sich die Länder dazu, bis zur Mitte des Jahrzehnts mindestens sechs Null-Emissions-Schiffsrouten zwischen verschiedenen Häfen zu etablieren, wie der britische Gastgeber der Weltklimakonferenz am Mittwoch mitteilte. Bis 2030 sollen "viele weitere" hinzukommen. Zu den Unterzeichnern gehören neben Deutschland und Gastgeber Großbritannien etwa auch die USA, Frankreich, Italien, die Niederlande und die skandinavischen Staaten.

Klima-Aktivisten appellieren in Glasgow an künftige Bundesregierung

13.13 Uhr: Klima-Aktivisten von Fridays for Future haben sich am Mittwochmorgen auf der Weltklimakonferenz zu einer Protestaktion am Pavillon der Deutschen Delegation versammelt. Mit hochgehaltenen Schildern und aufgemalten Ampeln riefen sie die Koalitionsverhandler von SPD, Grünen und FDP dazu auf, ihre Klima-Versprechen einzuhalten. "Es ist ein historische Chance, weil gerade über eine neue Regierung verhandelt wird. Deutschland hätte die Macht, Dinge voranzubringen und zu liefern", sagte die deutsche Klima-Aktivistin Luisa Neubauer, die die Gruppe von etwa 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus mehreren Ländern anführte.

Fridays for Future hält die aktuellen Klimaschutz-Pläne der Ampel-Verhandler in Berlin für nicht ausreichend, um eine Erderwärmung von mehr als 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu verhindern. Die Aktivistinnen und Aktivisten machten auch auf die Verantwortung der Industriestaaten für die Folgen der Klimakrise im globalen Süden aufmerksam.

Nach Kontroverse um Privatjet: Johnson reist im Zug nach Glasgow

12.02 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson ist am Mittwoch mit der Bahn zur Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow gereist. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie der konservative Politiker in London einen Zug bestieg. Johnson war in der vergangenen Woche in die Kritik geraten, weil er nach seinem Auftritt und viel mahnenden Worten an die versammelten Staats- und Regierungschefs bei dem UN-Klimagipfel in einem Privatjet in die britische Hauptstadt zurückkehrte. Einem Bericht zufolge traf er sich dort mit einem bekennenden Klimaskeptiker zum Dinner in einem exklusiven Londoner Club.

Bei seinem zweiten Besuch bei der in dieser Woche zu Ende gehenden Konferenz will Johnson den Verhandlungen nach Angaben der Regierung einen Schub verleihen. Es gebe noch viel zu tun, sagte Johnson der BBC zufolge vor seiner Reise. "Es geht hier um mehr als nur ein einzelnes Land, und es ist Zeit für Staaten, ihre Differenzen zu überwinden und sich zum Wohle des Planeten und unserer Menschen zu einigen", so der Premier laut dem Bericht.

Deutschland unterzeichnet Erklärung zu Verbrennerautos nicht

11.52 Uhr: Deutschland beteiligt sich zunächst nicht an einer Allianz von zwei Dutzend Staaten, die ein Enddatum für den Verkauf von Benzin- und Dieselautos festsetzen wollen. Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums sagte am Mittwoch auf der Weltklimakonferenz in Glasgow, Deutschland werde die Erklärung zu Null-Emissions-Autos "heute nicht unterzeichnen". Das sei das Ergebnis der regierungsinternen Prüfung.

Weiter sagte er, es bestehe innerhalb der Bundesregierung zwar Konsens, dass bis 2035 nur noch Null-Emissionsfahrzeuge zugelassen werden sollen. "Allerdings besteht nach wie vor keine Einigkeit zu einem Randaspekt der Erklärung, nämlich der Frage, ob aus erneuerbaren Energien gewonnene e-Fuels in Verbrennungsmotoren Teil der Lösung sein können." Das Umweltministerium halte e-Fuels in Pkw mit Blick auf Verfügbarkeit und Effizienz "genau wie die Unterzeichnerstaaten nicht für zielführend". Hintergrund ist der Widerstand des noch geschäftsführenden Verkehrsministers Andreas Scheuer (CSU). Er hatte dem Vorstoß zuvor schon eine Absage erteilt. Die Erklärung berücksichtige den Antrieb mit synthetischen Kraftstoffen nicht, rügte er. Deshalb sei sein Ministerium dagegen.

Entwurf zu COP-Entscheidung mit Appell zu stärkerer Emissionsminderung ab 2022

11.15 Uhr: Der erste Entwurf der abschließenden Entscheidung der UN-Klimakonferenz in Glasgow (COP26) fordert schnellere und verstärkte Klimaschutzanstrengungen von den Staaten. Sie seien aufgerufen, ihre Pläne für eine Dekarbonisierung "zu überdenken und zu stärken", heißt es in dem am Mittwoch von der britischen COP-Präsidentschaft vorgelegten Textentwurf. Die Regierungen sollen dies demnach bereits bis Ende 2022 tun und nicht wie bisher vorgesehen erst 2025. Der Textentwurf verweist auf das Ziel, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Dies erfordere "bedeutende und effektive Maßnahmen aller Seiten in dieser entscheidenden Dekade". Nötig seien "eine schnelle, tiefe und nachhaltige Verringerung der Treibhausgasemissionen".

Mehr als 20 Staaten wollen Verkauf von Verbrenner-Autos beenden

7.15 Uhr: Zwei Dutzend Staaten wollen sich auf der Weltklimakonferenz in Glasgow auf ein Enddatum für Autos mit Verbrennermotor festlegen. Zu der Allianz gehören bislang 24 Staaten, sechs große Auto-Hersteller sowie einige Städte und Investoren, wie der britische Gastgeber des Klimagipfels mitteilte. Detaillierte Infos zu den Unterzeichnern gab es vorab nicht.

Die beteiligten Regierungen wollen "darauf hinarbeiten, dass alle Verkäufe von neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen bis zum Jahr 2040 weltweit und in den führenden Märkten bis spätestens 2035 emissionsfrei sind". Die Autokonzerne sollen demnach anstreben, spätestens 2035 in führenden Märkten nur noch emissionsfreie Autos und Vans zu verkaufen.

Ob Deutschland die Erklärung unterzeichnen wird, war am Abend noch unklar. Aus dem Umweltministerium hieß es, dass es dazu noch keine endgültige Entscheidung der Bundesregierung gebe. Bis zum späten Dienstagabend berieten die Verhandler auf der Klimakonferenz noch. Der scheidende Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte dem Vorstoß zuvor eine Absage erteilt. Lesen Sie auch:

Klima: Jugend muss sich auf deutlich mehr Extremwetter einstellen

3.32 Uhr: Wegen des Klimawandels muss sich die heutige Jugend nach einer Studie darauf einstellen, bis zu siebenmal häufiger mit Extremwetter konfrontiert zu werden als die in den 60er Jahren geborene Generation. Dies zeigt ein Bericht im Auftrag von PMNCH, einer globalen Allianz unter dem Dach der Weltgesundheitsorganisation WHO zum Schutz von Frauen und Kindern. Er soll heute auf der Weltklimakonferenz in Glasgow vorgestellt werden. Demnach steigt auch das Risiko von Gesundheitsschäden, erzwungener Flucht aus der Heimat, unzureichender Ernährung und Arbeitslosigkeit.

Der Studie zufolge werden fast alle der heute etwa 1,2 Milliarden Heranwachsenden im Alter von 10 bis 19 Jahren zumindest einer klimabedingten Gefahr ausgesetzt sein - etwa Hitzewellen, Wirbelstürmen, Luftverschmutzung, Überschwemmungen oder Wasserknappheit. Um sie zu schützen, sei es unerlässlich, die Erderhitzung wie 2015 in Paris vereinbart auf 1,5 Grad zu begrenzen im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Kinder und Jugendliche treffe keine Schuld, doch müssten sie die schlimmsten Konsequenzen ertragen.

COP26 – News zur UN-Klimakonferenz von Dienstag, 9. November: Verhandler haben laut britischem COP-Präsidenten noch viel zu tun

16.32 Uhr: Dem britischen COP26-Präsidenten Alok Sharma zufolge liegt noch viel harte Arbeit vor den Verhandlern in Glasgow, um die Weltklimakonferenz zu einem Erfolg zu machen. "Wir machen Fortschritte bei der COP26, aber wir haben noch immer einen Berg zu erklimmen", sagte Sharma am Dienstag in Glasgow zu Journalisten. Die Welt müsse nun darauf vertrauen können, dass die Versprechen der Staaten auch gehalten würden.

In der Nacht zum Mittwoch will die britische Präsidentschaft einen ersten Entwurf für die Abschlusserklärung des Gipfels veröffentlichen. Zuvor waren bereits erste Stichpunkte publiziert worden, die von Beobachtern und Umweltschützern als schwach und unkonkret kritisiert wurden. Besonders uneinig sind sich die Staaten dem britischen Chef-Verhandler Archie Young zufolge bei der Klima-Finanzierung sowie bei den Mechanismen, wie künftige Fortschritte bei den Klimaplänen der Staaten kontrolliert werden sollen.

Deutschland will aus Finanzierung fossiler Energien im Ausland aus

16.00 Uhr: Deutschland schließt sich einer Initiative für den Ausstieg aus der Finanzierung fossiler Energien im Ausland bis Ende 2022 an. Das verkündete Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth am Dienstag bei der UN-Klimakonferenz in Glasgow (COP26). Am vergangenen Donnerstag hatten bereits die Regierungen der USA und etwa 20 weiterer Länder angekündigt, sich bis Ende kommenden Jahres aus der Finanzierung von Kohle-, Erdöl- und Erdgasprojekten im Ausland zurückzuziehen.

Flasbarth erläuterte, Deutschland habe ein paar Tage länger gebraucht, sich der Initiative der britischen COP-Präsidentschaft anzuschließen, da noch einige Einzelheiten zu klären gewesen seien. Der Beitritt sei nun möglich gewesen, weil Deutschland die Bestätigung erhalten habe, dass in Einzelfällen weiterhin Investitionen in Gasinfrastruktur möglich seien.

Festnahmen bei Protesten am Rande der Klimakonferenz in Glasgow

12.15 Uhr: Bei Protesten von Fracking-Gegnern am Rande des UN-Klimagipfels COP26 in Glasgow sind 16 Menschen vorübergehend festgenommen worden. "Wir haben einen friedlichen Protest ermöglicht", teilte die Polizei am Montagabend mit. Um allerdings das Demonstrationsrecht mit der öffentlichen Sicherheit und den Rechten der Gemeinschaft in Einklang zu bringen, würden die Demonstranten "auf sichere Weise" entfernt. Wie schottische Medien berichteten, wollten die Demonstranten ein Abendessen von Wirtschaftsbossen blockieren. Einige Protestler hätten sich aneinander gekettet und manche sogar an den Boden festgeklebt, schrieb die "Scottish Sun" unter Berufung auf Augenzeugen. Alle Festgenommenen kamen später wieder auf freien Fuß. Am Rande der COP26 kommt es täglich zu Protesten.

Klimaschutz-Ranking: So steht Deutschland international da

11.45 Uhr: Im diesjährigen Klimaschutz-Index steht Deutschland so gut da wie seit acht Jahren nicht mehr. Doch in den Top Ten sind andere Länder. Lesen Sie dazu: Klimaschutz-Ranking: Deutschland klettert sechs Plätze hoch

Klima-Protest: Luisa Neubauer fühlt sich von Obamas Worten bestätigt

7.50 Uhr: Die deutsche Klima-Aktivistin Luisa Neubauer sieht das Engagement ihrer Organisation Fridays for Future durch den Auftritt von Ex-US-Präsident Barack Obama bei der Weltklimakonferenz in Glasgow bestätigt. Obama habe auf eine "sehr respektvolle" Art und Weise anerkannt, wie erfolgreich die Klimabewegung im Kampf gegen die globale Erderwärmung gewesen sei, sagte Neubauer nach einem Gespräch mit Obama der Deutschen Presse-Agentur.

Der ehemalige US-Präsident hatte sich am Montagabend nach seiner offiziellen Rede bei der Klimakonferenz in Glasgow in einem Universitätsgebäude mit Klimaaktivistinnen und -aktivisten zum Gespräch getroffen. Neubauer war unter ihnen. Obama hatte die Deutsche in seiner Rede auf der Klimakonferenz namentlich erwähnt und das Engagement der jungen Menschen, die wöchentlich für mehr Klimaschutz auf die Straße gehen, gelobt. Obama sei zwar "in einer bequemen Rolle", da er nun keine politische Verantwortung mehr trage, sagte Neubauer. Aber er mache "sehr viel daraus, und das weiß ich zu schätzen".

Kritische Worte fand die junge Frau aber mit Blick auf die Zusagen der reicheren Staaten für den Klimaschutz und die Anpassung an Klimawandel-Folgen in ärmeren Staaten: "Es wäre schon mal ein Anfang getan, wenn zum Beispiel Länder wie die USA anfangen würden, ihre Versprechen einzuhalten." Obama habe bereits im Jahr 2009 versprochen, dass die Industrieländer 100 Milliarden Dollar jährlich dafür bereitstellen würden. "Bis 2023 wird das nicht passieren."

COP26 – News zur UN-Klimakonferenz von Montag, 8. November: Arme Länder werfen Industriestaaten bei UN-Klimakonferenz zu wenig Taten vor

22.10 Uhr: Zu wenig Taten, zu wenig Geld - Zum Beginn der zweiten Woche der UN-Klimakonferenz in Glasgow haben die Entwicklungsländer den Industriestaaten unzureichende Maßnahmen gegen die Klimakrise vorgeworfen. Die reichen Länder müssten "mit den leeren Worten aufhören", sagte Lia Nicholson von der Allianz der kleinen Inselstaaten (Aosis), am Montag. Der Konferenztag erbrachte aber immerhin die Zusage von umgerechnet gut 200 Millionen Euro für den Klima-Anpassungsfonds, davon 50 Millionen von Deutschland.

Es gebe eine Diskrepanz "zwischen den öffentlichen Erklärungen und dem, was in den Verhandlungen passiert", kritisierte der Vorsitzende der Gruppe der am wenigsten entwickelten Länder (LDC), Sonam Phuntsho Wangdi, bei der Bestandsaufnahme der bisherigen Verhandlungen im Plenum.

"Welt muss sich jetzt bewegen" – Obama redet Klimagipfel ins Gewissen

15.30 Uhr: Zu Beginn der entscheidenden Woche der Weltklimakonferenz hat der frühere US-Präsident Barack Obama den Verhandlern in Glasgow ins Gewissen geredet. "Die Welt muss sich bewegen - und zwar jetzt", sagte Obama am Montag bei der COP26 in Glasgow. Die Welt sei im Kampf gegen die Klimakrise nicht da, wo sie sein müsste. Ob sich das beim diesjährigen Gipfel in den letzten Tagen noch entscheidend ändert, ist fraglich: Die ersten veröffentlichten Stichpunkte für die Abschlusserklärung stießen bei Umweltschützern auf herbe Kritik.

Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan bezeichnete die bislang bekannten Punkte als "außerordentlich schwach". Sie äußerte Sorge, dass die endgültige Erklärung noch schlechter sein werde, wenn schon die erste Fassung nicht einmal den Kohleausstieg erwähne. Häufig werden solche Abschlusserklärungen in den letzten Verhandlungen eher noch verwässert als verschärft. Auch andere Beobachter kritisierten die von der UN-Klimarahmenkonventionen publizierten Stichpunkte als schwach und unkonkret.

Der Entwurf - im Fachjargon der Gipfel als "Non-Paper" bezeichnet - bleibt bei vielen Themen im Ungefähren. Vorgaben für das Auslaufen des Verbrennungsmotors oder Enddaten für den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas gibt es keine - obwohl der britische Gastgeber "Kohle, Autos, Geld und Bäume" zu den zentralen Prioritäten erklärt hatte. COP-Präsident Alok Sharma verteidigte sich: "Ziel ist, einen Konsens zu erreichen." Der Entwurf sei nichts, was man als Gastgeber von oben herab diktiere. UN-Klimachefin Patricia Espinosa erklärte, sie hoffe auf "mehr Ehrgeiz" in den Diskussionen der kommenden Tage.