Umfrage

Altersarmut: So viele Rentner fürchten die Grundsicherung

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Rente: Diese Änderungen sollen mit Ampel-Koalition kommen

Rente- Diese Änderungen sollen mit Ampel-Koalition kommen

Das Rentenmodell in Deutschland wird sich ändern: Unter anderem mit Aktienfonds will die Regierung nun die Rente für die Zukunft sichern.

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Berlin.  Laut einer Umfrage haben viele Rentnerinnen und Rentner kaum Vermögen ersparen können. Sie fürchten den Gang in die Grundsicherung.

  • Viele Rentner in Deutschland befürchten den Absturz in Hartz IV
  • Eine Studie zeigt, dass viele Probleme mit der Altersvorsorge haben, weil sie kaum Geld zum Leben haben
  • Ein Teil der befragten Rentner gibt an, dass sie nach Erreichen ihres Rentenalters noch weiterarbeiten wollen

Viele Rentnerinnen und Rentner in Deutschland rechnen damit, im Laufe der kommenden Jahre in die Grundsicherung abzurutschen oder sie sind bereits auf die staatliche Grundsicherung angewiesen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens YouGov unter 1083 Personen ab 65 Jahren im Auftrag der Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (GNIW).

Jeder vierte Befragte gab in der Umfrage an, schon heute entweder die Grundsicherung in Anspruch nehmen zu müssen oder zumindest zu erwarten, dass die Ersparnisse im Alter nicht ausreichen und auf die Grundsicherung noch zurückgekommen werden muss. 13 Prozent der Befragten gaben an, trotz Rentenalter noch zu arbeiten, weil dies finanziell notwendig sei.

Rente: Wer Anspruch auf die Grundsicherung hat

Die Grundsicherung steht denjenigen zu, die die Regelaltersgrenze überschritten oder dauerhaft voll erwerbsgemindert sind. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach dem Vermögen und dem Einkommen und soll die Kosten für den Lebensunterhalt, das Wohnen sowie Versicherungsbeiträge abdecken. Die Angst vor Altersarmut ist laut Deutscher Rentenversicherung oft unbegründet.

Als Faustregel empfiehlt die Deutsche Rentenversicherung dennoch, einen Anspruch auf die Grundsicherung prüfen zu lassen, wenn das gesamte Einkommen unter 924 Euro liegt.

Laut Bundesarbeitsministerium beziehen derzeit bei lediglich 3,2 Prozent der Rentnerinnen und Rentner Grundsicherung. Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gingen in einer im vergangenen Jahr erschienen Studie davon aus, dass die Quote derer, die Anspruch auf die Grundsicherung zusätzlich zur Rente hätten, diese aber nicht nutzen, bei 50 bis 70 Prozent liegt.

Eine Konsequenz darauf war auch die Einführung der Grundrente.

Altersvorsorge: Jeder Dritte konnte nicht ausreichend vorsorgen

Laut der YouGov-Umfrage konnte mehr als jeder dritte Rentner (36 Prozent) nicht ausreichend für das Alter vorsorgen. Deutliche Unterschiede gibt es dabei zwischen den Geschlechtern. Während 31 Prozent der Männer angaben, nicht für das Rentenalter vorgesorgt zu haben, waren es bei den Frauen sogar 42 Prozent. Bei den Geschiedenen gaben sogar 57 Prozent an, nicht für das Alter vorgesorgt haben zu können.

„Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass es um die Finanzen der heutigen Rentnergeneration deutlich schlechter steht als gemeinhin angenommen“, sagte GNIW-Geschäftsführer Henryk Seeger.

Wenig Vorsorge mit Kapitalmarktprodukten

34 Prozent haben laut der Umfrage mit einer Immobilie vorgesorgt, jeder Vierte mit einem Sparguthaben. Kapitalmarktprodukte wie Aktien (9 Prozent), ETFs (4 Prozent) und Investmentfonds (10 Prozent) wurden dagegen weniger stark in die Altersvorsorge miteingebunden.

Auch hierbei gibt es laut der Umfrage deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Während 13 Prozent der Männer mit Einzelaktien für das Alter vorgesorgt haben, waren es bei den Frauen nur vier Prozent.

22 Prozent hatten nach eigener Aussage kein Vermögen zum Renteneintritt

14 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Vermögen zum Rentenalter unter 5000 Euro netto lag oder liegen wird. 22 Prozent gaben sogar an, dass sie sogar gar kein Vermögen zum Renteneintritt besaßen oder besitzen werden.

Nur 24 Prozent hatten laut der YouGov-Umfrage ein Vermögen von mehr als 50.000 Euro, 17 Prozent davon sogar über 100.000 Euro. Mehr als 250.000 Euro hatten demnach acht Prozent der Befragten.

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