Krieg

USA glauben offiziell an Sieg der Ukraine gegen Russland

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Leben im U-Bahnhof in Charkiw aus Angst vor russischen Angriffen

Leben im U-Bahnhof in Charkiw aus Angst vor russischen Angriffen

Charkiw in der Ostukraine wird seit Beginn der russischen Invasion angegriffen. Zahlreiche Menschen haben sich in eine U-Bahn-Station geflüchtet. Das Leben in beengten Verhältnissen bringt Probleme mit sich.

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Berlin/Washington  Kann die Ukraine die russischen Angreifer doch besiegen? Die USA glauben daran und verraten, wie sie Kremlchef Putin aufhalten wollen.

Die USA haben zu Beginn des dritten Kriegsmonats in der Ukraine ihre strategische Tonlage gegen Moskau massiv verschärft. Amerika glaubt offiziell an einen Sieg der Ukraine. Und Russlands Präsident Wladimir Putin soll militärisch so nachhaltig geschwächt werden, dass eine weitere Invasion nicht mehr möglich ist.

Die Kernaussagen stammen von Außenminister Tony Blinken und Verteidigungsminister Lloyd Austin. Die Top-Leute in der Regierung von Präsident Joe Biden waren am Sonntagabend unter strengen Geheimhaltungsvorschriften mit dem Zug von Polen angereist und in Kiew mit Präsident Wolodymyr Selenskyj sowie seinem Team zusammengetroffen.

Ukraine-Krieg: USA sagen weitere Militärhilfen zu

Bei dem ranghöchsten US-Besuch seit Kriegsbeginn sagten die USA weitere Militärhilfen im Volumen von 713 Millionen US-Dollar zu. Gut die Hälfte entfällt auf die Ukraine, um eine russische Offensive im Donbass zu erwidern. Dabei sollen zunehmend schwerere, Nato-anschlussfähige Waffen verwendet werden. Der Rest des Geldes geht an rund 15 Anrainerstaaten, die Kiew ihrerseits mit Waffen geholfen haben. Amerikas Militärunterstützung für Kiew erreicht damit binnen zwei Monaten fast vier Milliarden US-Dollar. Kein anderes Land kommt dem nahe.

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Blinken und Austin sprachen am Montagmorgen nach ihrer Blitz-Visite in Kiew auf einem polnischen Militärstützpunkt, hinter sich humanitäre Hilfsmittel, vor sich Munitionsboxen für die ukrainische Armee.

Dabei legte sich Chef-Diplomat Blinken bemerkenswert fest: "Eine souveräne, unabhängige Ukraine wird es weit länger geben als Putin." Russland sei, was die geplante Unterwerfung der Ukraine anbelangt, schon jetzt gescheitert. "Die Ukraine gewinnt." Ohne ins Detail zu gehen, spielte der Biden-Vertraute auf die schweren Verluste der russischen Armee (bis zu 20.000 Tote) und das Scheitern bei dem Versuch an, die Hauptstadt Kiew zu erobern.

USA: So soll Putin aufgehalten werden

Verteidigungsminister Austin attestierte der Ukraine unter der Führung von Präsident Selenskyj "die Mentalität, dass sie gewinnen wollen". Amerika habe die Mentalität, "dass wir ihnen helfen wollen, zu gewinnen." Austin wörtlich: "Wir glauben, dass sie gewinnen können, wenn sie die richtige Ausrüstung, die richtige Unterstützung haben – und wir tun alles, was wir können, um sicher zu stellen, dass es bei ihnen ankommt."

Austin, intern eine Schlüsselfigur für Präsident Biden im Kampf gegen Russland, ließ erstmals die Konturen einer militärischen Eindämmungsstrategie erkennen. Sie soll Putin alle Wege verbauen, in kurzer Zeit die Verluste an Mensch und Material zu kompensieren und ähnlich wie in der Ukraine andere Länder anzugreifen. In Pentagon-Kreisen heißt es, dass dazu mit noch passgenaueren Sanktionen jene Technologie-Bereiche blockiert werden müssten, die Moskau zur Wiederertüchtigung seines ramponierten Militärs benötige.

Austin wird das Thema am Dienstag auf dem US-Luftwaffen-Drehkreuz Ramstein in Rheinland-Pfalz ansprechen. Vertreter von mindestens 20 Ländern, darunter auch Nicht-Nato-Staaten, sollen auf seine Initiative hin erörtern, wie die militärische Sicherheit für die Ukraine langfristig gesichert werden kann.

Ausdruck eines gewissen Überlegenheitsgefühls der USA ist auch die Rückkehr der Diplomatie. Noch in dieser Woche wird US-Personal wieder Botschaftsdienste in der Ukraine anbieten, sagte Blinken. Außerdem soll der seit fast drei Jahren vakante Botschafterposten in Kiew mit der derzeitigen US-Gesandten in der Slowakei, Bridget Brink, besetzt werden.

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Dieser Artikel erschien zuerst auf www.waz.de.

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