Braunschweiger Jurist Vollbach wird Chefjurist der sächsischen Kirche

Dresden/Braunschweig.  Von Braunschweig nach Dresden: Der Braunschweiger Oberlandeskirchenrat Vollbach wurde am Samstag mit denkbar knapper Mehrheit ins Amt gewählt.

Der Braunschweiger Oberlandeskirchenrat Hans-Peter Vollbach wird neuer Präsident des sächsischen Landeskirchenamtes in Dresden. (Archivbild)

Der Braunschweiger Oberlandeskirchenrat Hans-Peter Vollbach wird neuer Präsident des sächsischen Landeskirchenamtes in Dresden. (Archivbild)

Foto: Klaus G. Kohn / Klaus G. Kohn, BS

Der Braunschweiger Oberlandeskirchenrat Hans-Peter Vollbach wird neuer Präsident des sächsischen Landeskirchenamtes in Dresden. Die Synode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens wählte den 47-jährigen Juristen am Sonnabend im dritten Wahlgang mit denkbar knapper Mehrheit ins Amt.

Vollbach erhielt 38 der insgesamt 75 abgegebenen Stimmen. Auf den 45-jährigen Mitbewerber Friedrich Nollau von der Verbundnetz Gas AG in Leipzig entfielen 37 Stimmen. Stimmenthaltungen gab es keine.

Landesbischof Meyns gratuliert

Der braunschweigische Landesbischof Christoph Meyns gratulierte Vollbach zu seiner Wahl. Vollbach leitet seit 2006 als Oberlandeskirchenrat die Rechtsabteilung der Landeskirche Braunschweig. Wann der gebürtige Sachse sein neues Amt antritt, ist noch offen. Sein Vorgänger im Präsidentenamt, Johannes Kimme, geht zum 31. Juli in den Ruhestand.

Zwei weitere Kandidaten, die 46-jährige Dresdner Oberlandeskirchenrätin Jördis Bürger und der 52-jährige Stephan Gerstenberg, Referatsleiter im sächsischen Finanzministerium, traten nach den ersten Wahlgängen nicht mehr an.

Unmittelbar nach der Wahl bedankte sich Vollbach bei der Synode für das Vertrauen. Es sei sich - nicht zuletzt wegen des knappen Ergebnisses - bewusst, welche Verantwortung auf ihm laste, sagte er: „Ich will im Ringen um die Kirche überzeugen.“

Notwendige Veränderungsprozesse in der Kirche

Der Jurist war als Kandidat für das Präsidentenamt von der sächsischen Kirchenleitung vorgeschlagen worden. Der Braunschweiger Landesbischof Meyns sagte, das Ergebnis sei ein Zeichen dafür, dass die sächsische Landessynode in ihrer Mehrheit dem Juristen zutraue, die notwendigen Veränderungsprozesse in der Kirche voranzubringen. Dabei kämen ihm die Erfahrungen mit den Strukturveränderungen in der braunschweigischen Landeskirche zugute.

Vollbach studierte Rechtswissenschaften in Leipzig und Jena - zuvor hatte er bereits ein Studium als Orchestermusiker für Violoncello in Leipzig absolviert. Nach dem ersten juristischen Staatsexamen im Jahr 2000 war er Rechtsreferendar in Erfurt, nach dem zweiten Examen arbeitete er in einer Weimarer Rechtsanwaltskanzlei.

Später war er Justitiar der Provinzial-Sächsischen Genossenschaft des Johanniterordens und zwischen 2004 und 2006 Referent im Landeskirchenamt in Dresden. Der Präsident des Landeskirchenamtes vertritt als Jurist die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens rechtlich nach außen. Seine Amtszeit dauert höchstens zwölf Jahre. epd

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder