Nach dem Sturm: Das Aufräumen ist teuer

Lebenstedt  Gut drei Wochen ist es her, dass Sturmtief Xavier die Stadt fest im Griff hatte und erhebliche Schäden anrichtete.

Ein umstürzender Baum hat dieses Haus in Thiede schwer beschädigt.

Foto: Stadt

Ein umstürzender Baum hat dieses Haus in Thiede schwer beschädigt. Foto: Stadt

In Lebenstedt mussten der Friedhof, einige Grünanlagen und in Thiede ganze Waldflächen zeitweilig gesperrt werden. Zu groß war die Gefahr durch herabstürzende Ästen und umstürzende Bäume. Seither herrscht im Städtischen Regiebetrieb (SRB) Ausnahmezustand.

„Wir haben jetzt 14 Tage lang unter Hochdruck aufgeräumt. Auf Straßen, städtischen Wegen und Plätzen sind wir fertig. In vielen Grünanlagen, insbesondere am Salzgittersee, wo die Disc-Golf-Anlage bis auf weiteres gesperrt wurde, müssen wir aber noch ran“, betont SRB-Chef Dietrich Leptien. Er schätzt sich im Gespräch mit unserer Zeitung trotz der vielen Arbeit glücklich, dass in Salzgitter keine Verletzten oder gar Tote zu beklagen waren. Deutschlandweit hat Xavier insgesamt sieben Menschenleben gefordert.

Viele Schäden an Bäumen seien erst nach einiger Zeit zu erkennen, weiß der Experte. Vor allem Exemplare, deren Kronen beim Sturm ausgebrochen seien, müssten langfristig beobachtet werden. „Es kann also durchaus sein, dass weitere Pflegeeingriffe oder sogar Fällungen noch nötig werden, wenn die Bäume nicht mehr standfest sind“, sagt Leptien. Er ahnt, dass Xavier, obwohl längst eingeschlafen, seine Mitarbeiter wohl noch über Monate beschäftigen werde.

Der SRB beziffert die Kosten für Aufräumarbeiten auf mehr als 100 000 Euro. Nicht enthalten sind in dieser Rechnung die Kosten der Feuerwehren, die vor allem am 5. Oktober im Einsatz waren, sowie der Aufwand für eventuell erforderliche Neupflanzungen und Pflege geschädigter Bäume. Allein mit 12 000 Euro schlägt laut Leptien die zehntägige Anmietung eines Hubsteigers und eines Schredders inklusive Personal zu Buche. Seine Stammkräfte haben, so Leptien, 1800 zusätzliche Arbeitsstunden geleistet.

Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund bittet der SRB-Chef um Verständnis, dass sein Team bei der Erledigung einiger turnusgemäßer Aufgaben zurzeit etwas hinterher hinke. So seien Laubbeseitigung, Mähen an Leitplanken, Strauchschnitt, Ausbesserungen von mineralgebundenen Wegen und Spielplatzbau den Aufräumarbeiten zunächst hinten angestellt worden.

Anlass der Nachfrage beim SRB war der Beitrag eines Nutzers unserer Online-Plattform Alarm 38. Er hatte darüber geklagt, dass auf der Neißestraße zwischen Berliner Straße und Schlehenweg noch immer dicke Äste Fuß- und Radweg blockierten. Leptien dazu: „Die Äste stammen von einer Privatfläche. Für deren Beseitigung ist nicht der SRB, sondern die dortige Wohnungsgesellschaft zuständig.“

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