Trauerhalle in Lebenstedt soll eine Rampe bekommen

Salzgitter  Grüne im Ortsrat Nord: Friedhof ist für Rollstuhlfahrer nicht geeignet.

Die Treppe zur kleinen Andachtshalle auf dem städtischen Friedhof in Lebenstedt ist für Rollstuhlfahrer derzeit unüberwindlich.

Die Treppe zur kleinen Andachtshalle auf dem städtischen Friedhof in Lebenstedt ist für Rollstuhlfahrer derzeit unüberwindlich.

Foto: Bernward Comes

Rollstuhlfahrer haben es auf dem Lebenstedter Friedhof nicht leicht. Darum haben die Grünen im Ortsrat Nord am Mittwoch die Installation von einer mobilen Rampe und Auffahrblechen beantragt – und erhielten mit Unterstützung der SPD eine Mehrheit dafür.

Sascha Pitkamin, der den Antrag für die Grünen im Ratssaal vortrug, berichtete zunächst von einem eigenen Erlebnis. Ein Rollstuhlfahrer habe die Treppe zur kleinen Trauerhalle nur mit vereinten Kräften der anderen Trauergäste überwinden können. „Dann mussten wir den Rollstuhl mit vier Mann durch den feuchten Rasen zum Grab zerren“, berichtet Pitkamin. Dieser sei danach völlig verschlammt gewesen.

Die kleine Andachtshalle sei für Rollstuhlfahrer ohne Barriere nur über die große Halle erreichbar. Das sei aber wiederum unmöglich, wenn diese schon für eine Feier hergerichtet sei. „Da die kleine Halle gerade in diesen Fällen genutzt wird, ist eine Zufahrt praktisch nicht möglich“, heißt es dazu in dem Antrag der Grünen.

Eine mobile Rampe könne hier kostengünstig für Abhilfe sorgen, denn sie könne auch an der zweiten Treppe an der Gebäuderückseite beim Verlassen der Halle genutzt werden, so die Grünen in ihrem Antrag. Für eine problemlose Fahrt auf den Rasenflächen auch bei Regenwetter sollen geriffelte Auffahrbleche sorgen, die preiswert und schnell zu verlegen seien.

Die CDU sieht dagegen keine Notwendigkeit für die von den Grünen beantragten Hilfen für Rollstuhlfahrer. „Es finden im Jahr etwa 50 Trauerfeiern statt“, berichtet Klaus Poetsch. „Nur bei drei davon sind die kleine und die große Trauerhalle gleichzeitig belegt.“ So gebe es also in 47 Fällen einen behindertengerechten Zugang in die kleine Halle, so Poetsch.

Und was den Weg über den Rasen betreffe: „Der Friedhof ist als Grünlage angelegt“, sagt Poetsch. „Das ist so gewollt.“

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