Tierschutzbund: Mäharbeiten gefährden junge Tiere

Salzgitter  Das Abmähen der Felder töte bis zu einer halben Million Tiere im Jahr, warnt der Tierschutzbund. Jäger und Landwirte sollten umsichtiger vorgehen.

Ein Landwirt wendet das feuchte Gras auf seinem Feld. Durch das Mähen würden viele Tiere ums Leben kommen.

Ein Landwirt wendet das feuchte Gras auf seinem Feld. Durch das Mähen würden viele Tiere ums Leben kommen.

Foto: Patrick Seeger/dpa

„Mähfahrzeuge verstümmeln oder töten Schätzungen zufolge jährlich mindestens eine halbe Million Wildtiere“, warnt der Deutsche Tierschutzbund. Landwirte und Jäger sollten umsichtiger vorgehen. Vor allem Jungtiere wie Rehkitze seien betroffen, heißt es in einer Mitteilung der Tierschützer. Darin appellieren sie an Förster und Landwirte, entsprechende Schutzvorrichtungen schon frühzeitig einzusetzen.

„Normalerweise drücken sich viele Tiere bei Gefahr auf den Boden“, sagt Dietmar Brandt, Vorsitzender der Jägerschaft Salzgitters. Dieser Instinkt der Tiere greife bei jeder Gefahr, unabhängig ob es sich um ein Raubtier oder eine Mähmaschine handeln würde. Günstig wirke sich die aktuelle Witterungslage aus. „Die Mähsaison der Landwirte hat sich durch das schlechte Wetter nach hinten verschoben“, berichtet der Jäger und zeigt sich erfreut über diesen Umstand. „Die Brut- und Setzzeit für viele Tiere ist nun vorbei. Die meisten sind bereits Flügge und Selbstständig“, sagt er.

Den Einsatz präventiver Mittel zum Schutz der Tiere begrüßen der Jäger und Kreislandwirt Martin Bosse. „Wir mähen oft erst eine Außenbahn des Feldes“, berichtet Bosse. Anschließend gehe ein Jäger mit einem Hund durch das Feld. „Damit das Wild beunruhigt wird und das Feld verlässt“, sagt er. Brandt dagegen schlägt vor, die Felder von innen nach außen zumähen. „Viele Tiere halten sich gerade in den Außenbereichen auf“, sagt der Jäger. Fangen die Landwirte im Inneren der Felder an, könnten die Tiere leichter fliehen.

Um die Tiere zu schützen, werde an technischen Lösungen gearbeitet. Landwirte und Landesjägerschaft begrüßen solche Entwicklungen und unterstützten diese. So arbeite Landesjägerschaft eng mit einem namhaften Landmaschinenhersteller zusammen, sagt Brandt.

Bis diese Lösungen allerdings ausgereift seien, sollten die Landwirte auf einfache Mittel zurückgreifen, so die Tierschützer. Brandt empfiehlt: „Flatterbänder, zum Beispiel Tüten, auf den Feldern halten die Tiere ab.“ Dabei würde es ausreichen diese Stöcke mit den Bändern einen Tag vor dem Mähen aufzustellen und über Nacht stehenzulassen, rät er.

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