Salzgitter hat weniger als 100 000 Einwohner

Salzgitter  Der Zensus hat gezeigt, was viele ahnten: Salzgitter hat weniger als 100 000 Einwohner und verliert damit den Status als Großstadt. Das hat Folgen.

Archivbild von der Automeile – In Salzgitter wohnen weniger als 100 000 Menschen.

Archivbild von der Automeile – In Salzgitter wohnen weniger als 100 000 Menschen.

Foto: Archiv/Kräwer

Salzgitter hat längst keine 100 000 Einwohner mehr. Die jetzt vorliegenden Zahlen des Zensus, also der Volkszählung vom 9. Mai 2011, haben ergeben, dass diese Zahl bereits damals 98 895 betrug, und Ende 2011 dann 98 588. Damit hat die Stadt den Status als Großstadt längst verloren. „Die Zahlen sind für uns nicht überraschend“, sagt Stadtsprecher Norbert Uhde. Denn den Trend zur Bevölkerungsabnahme gebe es landesweit.

Das sind die Konsequenzen:

Die Besoldung des Oberbürgermeisters sinkt, wenn die Bevölkerungszahl unter 100 000 rutscht. Doch dies gelte erst ab der nächsten Bürgermeister-Wahl, sagte gestern Oberbürgermeister Frank Klingebiel. Sinken wird auch die Zahl der Ratsmitglieder um zwei, sagt Verwaltungsvorstand Wolfram Skorczyk. Ebenso verändert sich die Zuweisung vom Land. Kämmerer Ekkehard Grunwald erwartet da rund 10 Millionen mehr – allerdings erst „in zwei, drei Jahren“.

Klingebiel bleibt ansonsten gelassen angesichts der Unterschreitung der 100 000. „Wichtig ist, dass die Abnahme der Bevölkerung gebremst ist“, sagt er. Denn nach eigenen Zahlen musste Salzgitter vor fünf Jahren noch rund 1500 Menschen einbüßen, inzwischen sind es unter 500 im Jahr. Das führt er auf die familienfreundliche Politik der Stadt zurück.

Weitere Zahlen zu Salzgitter:

Der Ausländeranteil beträgt demnach 8,9 Prozent (landesweit 5,5), der der Menschen mit Migrationshintergrund 29,2 Prozent – der dritthöchste Wert in Niedersachsen, nach Wolfsburg mit 31,6 und Hannover-Stadt mit 29,4 (Niedersachsen: 16,5 Prozent).

Bei den Menschen, die keinen Schulabschluss haben, liegt Salzgitter landesweit vorne: Mit 12,5 Prozent (Schnitt: 6,9). Ohne beruflichen Ausbildungsabschluss sind sogar 36,1 Prozent – das ist der höchste Wert landesweit (Schnitt: 28,7). Einen Hochschulabschluss besitzen 6 Prozent der Salzgitteraner, das ist in Niedersachsen der niedrigste Wert (Schnitt: 12,4).

42 Prozent der Salzgitteraner sind erwerbstätig, das ist landesweit der niedrigste Wert (Schnitt: 49,1). Der Anteil der Nichterwerbspersonen liegt mit 54,4 Prozent an der Spitze (Landesschnitt: 48,4). Der Wohnungsleerstand ist landesweit der größte mit 9,7 Prozent (Schnitt: 3,7).

Salzgitter bewegt sich im Landesschnitt bei der Altersverteilung und dem Familienstand. Es gibt mehr Katholiken (19,5 Prozent) und weniger Protestanten (44,4 Prozent) als in Niedersachsen (18,1 und 50,5).

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