Keime wieder da: Wasser soll abgekocht werden

Salzgitter  Wegen Problemen bei der Chlorung muss die WEVG die Dosieranlagen wechseln.

Das Trinkwasser in fünf Stadtteilen muss wegen erneuten Keimbefalls weiter abgekocht werden.

Das Trinkwasser in fünf Stadtteilen muss wegen erneuten Keimbefalls weiter abgekocht werden.

Foto: Bernward Comes

In Beinum, Flachstöckheim, Groß Mahner, Lobmachtersen und Ohlendorf muss das Trinkwasser nach technischen Problemen im Zuge der Schutz-Chlorung nun doch wieder abgekocht werden. Das teilten die WEVG der städtische Fachdienst Gesundheit am Freitag mit.

Die Freude über die Rücknahme der Abkochempfehlung währte nur kurz, im Falle Ohlendorfs sogar nur zwei Tage. Nach der Auswechslung der Dosieranlagen sei bei zusätzlichen Probenahmen erneut eine geringe Überschreitung des in der Trinkwasserverordnung festgelegten Grenzwertes von coliformen Keimen festgestellt worden. Deshalb empfehlen die WEVG und das Gesundheitsamt der Stadt Salzgitter den Einwohnern von Groß Mahner, Ohlendorf, Beinum und Flachstöckheim erneut die Abkochempfehlung aus. Für Lobmachtersen bleibt die Empfehlung bestehen.

Eine Gesundheitsgefährdung habe in den vergangenen Tagen nicht bestanden, selbst wenn Leitungswasser verzehrt worden sei, betont WEVG-Sprecher Matthias Giffhorn. „Da die Trinkwasserverordnung aber jegliche Belastung mit coliformen Keimen verbietet, nehmen wir auch die jetzt festgestellte geringe Belastung sehr ernst“, sagt er.

Zum Schutz ihrer Gesundheit werden die Bewohner der betroffenen Stadtteile gebeten, das Trinkwasser für die Dauer von mindestens drei Minuten sprudelnd abzukochen, sofern es zum Trinken oder zur Zubereitung von Speisen verwendet wird.

Die Schutz-Chlorung werde, so Giffhorn, mit angepasster Dosierung wohl noch mehrere Wochen fortgesetzt. Erst wenn die Probenergebnisse stimmten, werde sie in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt wieder eingestellt werden. Geschmack und Geruch des Trinkwassers könnten in dieser Zeit beeinflusst sein.

Die parallel laufende Ursachenforschung habe laut Pressemitteilung zu der Erkenntnis geführt, dass es bei Verbindungsarbeiten der Transportnetzleitung in der Baugrube am Knotenpunkt Groß Mahner durch unsachgemäße Ausführung einer Fremdfirma zu einem Erdeintrag in der Baugrube gekommen ist. Zusätzlich konnten auf dem betroffenen Teilstück des Transportleitungsnetzes zwei defekte Be- und Entlüfter identifiziert werden, die zu einem weiteren Eintrag geführt haben. Die WEVG hat als Sofortmaßnahme zu den technischen Routineprüfungen im Wasserversorgungsnetz eine zusätzliche Kontrolle sämtlicher Be- und Entlüfter veranlasst. Hier seien keine weiteren Schäden gefunden worden.

„Nach Behebung der Störung werden wir unsere Kunden für ihre Einschränkungen und ihre Geduld entschädigen“, verspricht Giffhorn. In welcher Form das geschehen soll, stehe momentan noch nicht fest.

Weitere Infos und Antworten auf häufig gestellte Fragen gibt es im Internet unter www.wevg.com und unter Tel: (0 53 41) 84 14 14.

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