Nabu-Experte fotografiert Pflanzen und Tiere des Jahres 2018

Salzgitter  Der Biologe Walter Wimmer vom Naturschutzbund lenkt den Blick über die Tier- und Pflanzenarten auf deren Lebensräume.

Wildkatzen im Oderwald

Das Wildtier des Jahres ist die Wildkatze. Sie war fast ausgerottet. Sie mag naturnahe Wälder und halboffene Landschaften mit Hecken. Die Wildkatze ist übrigens nicht mit der Hauskatze verwandt. Video: TV38
Mi, 14.02.2018, 18.21 Uhr

Wildkatzen im Oderwald

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In diesem Jahr weist Salzgitter in der Hitliste der Natur des Jahres lediglich 13 Treffer auf, drei weniger als im Vorjahr. Dem Biologen und Nabu-Mitglied Walter Wimmer ist es gelungen, neun der aktuellen Titelträger vor die Kamera zu bekommen. Es fehlen die Spinne des Jahres (Fettspinne), der Fisch des Jahres (Dreistachliger Stichling), das Gemüse des Jahres (Steckrübe) und das Höhlentier des Jahres (Schwarzer Schnurfüßer). Insgesamt stellten unterschiedliche Organisationen in 31 Kategorien ihre Kandidaten auf. Dazu zählten auch die Flusslandschaft des Jahres (Lippe), das Waldgebiet des Jahres (Wermsdorfer Wald) oder der Boden des Jahres (Alpiner Felshumusboden). Weitere Infos zum Thema sind im Internet nachzulesen unter www.nabu.de

Alle Jahre wieder. Eine Ehrung für Pflanzen, Tiere, Landschaften. Diese deutschlandweite Kür, an der sich viele Naturschutzverbände und Organisationen beteiligen, passiert nicht nur aus Spaß an der Freud. „Wir wollen auch nicht nur auf einzelne Arten hinweisen. Vielmehr wollen wir an deren Beispiel die Aufmerksamkeit der Menschen, die nicht so tief im Thema stecken, auf ganze Lebensräume lenken“, betont Walter Wimmer vom Naturschutzbund Salzgitter.

So stehe das Wildtier des Jahres, die Wildkatze – übrigens nicht näher verwandt mit der Hauskatze – für naturnahe Wälder, für halboffene Landschaften mit Hecken und das große Thema Biotopvernetzung. Wimmer: „Diese Tiere waren fast ausgerottet. Seitdem man ihnen zudem nicht mehr nachstellt, fassen sie wieder bei uns Fuß. Die Wildkatzen sind ein echtes Erfolgsmodell des Naturschutzes.“

Anderes Beispiel: Der Grasfrosch. Nach wie vor sei er in hiesigen Breiten eine der häufigsten Amphibienarten. Und doch gebe es Ecken, in denen er nicht mehr präsent sei, sagt Wimmer. Nämlich dort, wo Straßen seine Wege zum Laichgewässer zerschneiden, oder wo sie gleich ganz fehlten, weil Flächen zur intensiveren Nutzung trockengelegt würden.

Oder der wirtschaftliche Druck auf den Wald: Bäume wie die Salweide, deren Holz nur wenig einbringe, wurden lange nicht zugelassen. So fehlten dem Großen Fuchs, der als Falter überwintere, im Frühjahr die Weidenkätzchen als erste Nahrungsquelle. Auch deswegen sei er selten geworden – der Schmetterling des Jahres. „Wenn es uns gelingt, mit dieser Kür Menschen, die sich sonst nicht viel in der Natur bewegen, zu sensibilisieren und sie dadurch Zusammenhänge besser verstehen lernen, dann haben wir unser Ziel erreicht“, erklärt Wimmer.

Über den Star, einen besonders schillernden Protagonisten der diesjährigen Hitliste, der im übrigen ebenfalls zunehmend unter der Veränderung seines Lebensraums leidet, hält der Biologe am 5. April um 19 Uhr in der Bibliothek Lebenstedt einen Vortrag.

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