Züge unter Wasserdampf

Watenstedt.   2021 will Alstom die ersten von 14 neuen Wasserstoff-Zügen ausliefern.

Im September startete der erste Coradia iLint aus Salzgitter medienwirksam in Bremervörde: Emissionsfrei, mit Wasserstoff betrieben.

Im September startete der erste Coradia iLint aus Salzgitter medienwirksam in Bremervörde: Emissionsfrei, mit Wasserstoff betrieben.

Foto: alstom

Der weltweit erste, mit elektrischer Energie aus Wasserstoff betriebene Zug kommt aus Salzgitter. Im September nahm er seine Premierenfahrt in Bremervörde auf. Insgesamt 14 Brennstoffzellen-Züge werden im Alstom-Werk Salzgitter gefertigt und sollen ab Dezember 2021 Reisende zwischen Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde und Buxtehude befördern. Sie ersetzen dort die Dieseltriebwagen der Elbe-Weser-Verkehrsbetriebe (evb) und reduzieren den Schadstoff-Ausstoß im täglichen Betrieb auf Null.

Angetrieben von Wasserstoff-Brennstoffzellen gibt dieser Zug – bei geringem Geräuschpegel – nur Wasser an die Umwelt ab. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 140 Kilometern pro Stunde, der Reichweite von 1000 Kilometern, und der Fahrgastkapazität von bis zu 300 Personen wird er zukünftig die herkömmlichen Dieseltriebzüge ablösen.

Alstom hat den Coradia iLint zunächst für den deutschen Markt entwickelt. Hier fordern Kunden zunehmend innovative, umweltfreundliche Produkte, und die Verkehrsbetriebe treiben die Einführung emissionsfreier Technologien im Regionalverkehr voran, heißt es in einer Pressemitteilung. Da Wasserstoff eine Energiequelle ist, die 100 Prozent CO2-freien Verkehr ermöglicht, hat Alstom 2014 eine Absichtserklärung mit vier Bundesländern (Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg) und 2015 eine weitere mit der Region (Calw) über die Entwicklung eines Brennstoffzellenzuges unterzeichnet.

Als Alternative zum Diesel erfüllen Wasserstoff-Brennstoffzellen alle wichtigen Anforderungen an einen Bahnantrieb der nächsten Generation. Es handelt sich um eine hochmoderne, ausgereifte Technologie, deren Preis einen wirtschaftlichen Betrieb ermöglicht.

Der damalige Verkehrsminister Olaf Lies sagte bei der Vertragsunterzeichnung: „Wir fördern innovative Technologien und leisten einen nachhaltigen Beitrag zur Energiewende im Verkehrssektor. Es freut mich, dass Alstom die Züge in Niedersachsen baut und den Produktionsstandort in Salzgitter weiter stärkt.“ Los geht es erst in den kommenden Jahren. Der Flottenbetrieb soll in den Jahren 2021/22 beginnen. Mehrere andere Länder, vor allem Großbritannien, die Niederlande, Dänemark, Norwegen, Italien und Kanada haben bereits ebenfalls Interesse an dieser Technologie bekundet.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder