Aktivisten blockieren Zufahrt zu Cargill-Werk in Salzgitter

Beddingen  Die Tier- und Umweltschützer erheben schwere Vorwürfe gegen den Futtermittel-Riesen. Es geht um Umweltemission und Menschenrechtsverletzung.

20 Aktivisten sperren den Zufahrtsweg zum Cargill-Werk in Salzgitter. Auch die Polizei ist vor Ort.

20 Aktivisten sperren den Zufahrtsweg zum Cargill-Werk in Salzgitter. Auch die Polizei ist vor Ort.

Foto: Rudolf Karliczeck

Aktivisten der Kampagne gegen Tierfabriken haben am Dienstagvormittag die Zufahrt zum Cargill-Werk in der Rüdekenstraße blockiert. Etwa 18 Demonstranten waren vor Ort. Sie warfen dem Agrarunternehmen unter anderem eine Beteiligung an Tropenwaldrodungen für Futtermittelanbau vor. „Wir sind hier, weil wir die Bedrohung für Mensch, Tier und Umwelt, die der Klimawandel hervorbringt, ernst nehmen und es für nötig halten, aktiv zu sein“, heißt es von Seiten der Aktivisten.

Cargill gehöre zu einem von vier Großkonzernen, die maßgeblich an der Rodung von Waldflächen insbesondere in Südamerika beteiligt seien. Hintergrund des Protests ist eine am Montag veröffentlichte Studie der Umweltorganisationen Robinwood und Mighty Earth. „Darin wird direkt belegt, dass Cargill Futtermittel-Anbau in Südamerika betreibt und dafür Tropenholz abrodet. Das Futter landet als Soja in den deutschen Futtertrögen“, sagte eine Aktivistin.

Unternehmen will Veränderungen schaffen

Cargill-Sprecherin Karin Stickelbroeck sagte auf Anfrage dazu: „Wir sind uns der Notwendigkeit bewusst, Lösungen für Kunden auf sichere, verantwortungsvolle und nachhaltige Weise bereitzustellen. Cargill glaubt, dass Wälder und Landwirtschaft nebeneinander existieren können und müssen, um die Gesundheit der Menschen und des Planeten zu erhalten.“ Das Unternehmen sehe sich dazu verpflichtet, durch eine Reihe zeitgebundener Aktionen, seine gesamten landwirtschaftlichen Lieferketten so zu verändern, dass sie bis 2030 frei von Abholzung sind.

Am Standort Salzgitter, einer der ersten Produktionsstätten Cargills, liegt der Schwerpunkt auf der Herstellung von Rapsöl, Braumalz und Rapsschrot, einem Bestandteil im Tierfutter für Kühe und Schweine.

Ohne Zwischenfälle beendet

Die Protestaktion wurde nach rund zwei Stunden ohne Zwischenfälle beendet und die Zufahrt wieder freigegeben. Da die Aktion im Voraus aber nicht angemeldet worden war, prüft die Polizei derzeit, ob ein Ermittlungsverfahren wegen Hausfriedensbruch eingeleitet wird. Danach sehe es aber vorerst nicht aus, so Polizeisprecher Matthias Pintak.

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