Der Tag der roten Ampeln

Auf dem täglichen Weg in die Redaktion muss ich mit dem Auto drei Bahnübergänge queren, vier große Ampelkreuzungen überwinden, regelmäßigen Baumfällarbeiten ausweichen und spätestens in Reppner öfter mal mit Fahrschulwagen vor mir rechnen. Je nachdem, wie stark die Verkehrshindernisse aktiviert sind, dauert die Anfahrt und wandelt sich meine Laune. Gestern drohte der Tag besonders mies zu werden: Erstmals gingen alle Schranken vor mir runter, der Baumschnitt war derart aufwendig, dass eine mobile Ampel aufgestellt werden musste und auch sonst sah ich nur noch Rot. Als in Reppner dann auch noch die Fahrschule unterwegs war und der Insasse am Steuer am Kreisel gleich dreimal scharf abbremste, wusste ich: Dein Tag ist gelaufen. Doch es gab mitfühlende Worte fürsorglicher Kollegen: Immerhin, trösteten sie mich, hätte ich ja zumindest ein Auto. Und das sei sogar noch heil.

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